Unser deutsches Wunderkind, von Kanzler Kohl gelobt und fulminanter IT-Held, glänzt seit dem Jahr 2000 vornehmlich mit weniger glamourösen Schlagzeilen. Da wurde einige mehr oder minder Gutgläubige in nicht einmal einem Jahrzehnt um Millionenbeträge im dreistelligen Bereich gebracht. Doch hierzu bedurfte es mehrer Anläufe, Fehlgriffe, Firmenpleiten und Privatinsolvenz. Lars Windhorst backt keine kleinen Brötchen. Seit seinem sechzehnten Lebensjahr, schiebt er Güter und zuletzte mehr und mehr Finanzen und Aktien durch die Weltgeschichte. Konsequent zum Schaden anderer und als einzige Konstante bleiben stets Verluste zu verbuchen.
Selbstverständlich musste er einige Male für verschuldete Vergehen gerade stehen, zuletzt auch vermehrt richterliche Auseinandersetzungen ertragen. Die Strafmaße wirken in Anbetracht der Gesamtsummen immer wieder beschaulich, gar lächerlich. Rob Hersov mit seiner Vatas Holding, die ihn phasenweise beschäftigte, Verluste einfuhr und zusätzlich aktiver Gläubiger war, kann davon ein Lied singen. Ebenso wird auch die NordLB nur ungern an ihre Geschäftsbeziehung mit dem ewigen Milchbubi zurückdenken und Ulrich Marseille verleiht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so schnell keine großen Summen mehr.
Wer kann schon von sich behaupten von Helmut Kohl umgarnt worden zu sein und mit Michael Douglas Geschäfte gemacht zu haben? Wer hat schon mal mit großen Anteilen von Unternehmen der Größenordnung Freenet, Airberlin oder Balda gespielt und massive Verluste eingefahren? Wer kann von sich behaupten, dass sogar ein ehemaliger Chef der Bildzeitung (Hans Hermann Tiedje) einem den Titel "Krimineller" verleiht? Die Wenigsten wohl.
Nun passieren solche Geschichten immer wieder und allerorts. Die Welt lernt langsam. Das Erschreckendste ist jedoch, dass eine solche Person immer wieder geschäftlich in Erscheinung tritt und einem Elefanten wohnhaft bei WMC gleicht. Jeder Pleitier, zumal in Deutschland, weiß wie schlecht es um den eigenen Leumund und Folgegeschäfte bestellt ist, wenn man gleich welch Eigenschuld, geschäftlich versagt. Das jemand ein Abo, quasi Freibrief, für solche Flopsammlung erhält, dann heißt dieser nach aktuellem Kenntnisstand Lars Windhorst.
Es spricht zunächst nicht viel dafür, dass dem aktuellen Untreue- und Betrugsvorwurf seitens der Staatsanwaltschaft Berlin, eine Unterbindung solcher Aktivitäten folgen wird - von Strafe und Verurteilung ganz zu schweigen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja in Kürze die Rückkehr von Kim Schmitz verbunden mit der Wiederbelebung von Letsbyit.com...
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Freitag, 20. März 2009
Freitag, 15. Februar 2008
Meine Bank heißt Kasper
Die Erinnerungen an nächtliche Rendezvous mit dem Automatenvoraum der Sparkasse haben sich tief in mein Hirn eingebrannt. Tagsüber traute ich mich schon längst nicht mehr dort hinein. Zu groß war das Risiko, meinen Berater zu kreuzen. Seine Nummer auf meinem Display jagt mir heute noch Schrecken ein. Auch waren diese Automaten tagsüber viel zu frequentiert - den Augenblick der Schande wollte ich lieber allein mit meinem blechernen Gegenüber zelebrieren. Im Zeitalter modernster Computertechnik begegnet man in Bankvorräumen nostalgischen Prozessoren, die einem das Leben zur Hölle machen. Die Zeitspanne zwischen monetärer Wunschäußerung und dem erlösenden Rattern der Zählmaschine für die Scheine zieht sich elends in die Länge. Zeit genug für den Körper neben schweißnassen Händen und erhöhtem Blutdruck auch Angstzustände und unkontrollierte Aggression zu schüren. Neben dem Erlösungsmoment gibt es zwei Eskalationsstufen. Das rote Kästchen mit der Aussage "Auszahlung zur Zeit nicht möglich" lässt Spielraum für abwegige Gedankensprünge (Vielleicht ist der Automat leer oder die Haspa ist Pleite). Das unangenehmste Szenario ist die verschwundene Karte und die Aufforderung einen Bankschalter aufzusuchen. Befinden sich weitere Besucher im voraum kann man erstere Situation noch überspielen, da man ja womöglich nur online seinen Kontostand prüfen wollte. Die mitleidigen Blicke, wenn die Karte allerdings verschluckt wurde sorgen für Erniedrigung, deren Maximierung sich exakt dann einstellt, wenn man dem Befehl gehorcht und den Kontakt zum Mitarbeiter sucht. Grenzwertige Pädagogik, Vorhaltungen und spürbare Abscheu treffen auf ein gebrochenes Ego und einen leeren Magen.
Zur allgemeinen Belustigung bietet sich hierzu eine Weiterverwertung an. Höhnisches Automatengelächter und das unüberhörbare Geräusch einer geschredderten Karte oder eine Aufforderung zu einer Runde Tetris im Expertenmodus, bei der man einen Almoseneuro gewinnen kann. Die Aufzeichnungen der verschieden Reaktionen werden direkt bei Youtube hochgeladen und im Moment der größten Peinlichkeit und fehlender Souveränität spuckt der Automat einen Konfettiregen aus der pulverisierten Karte aus. Der virale Nebeneffekt wäre die Entledigung unliebsamer Kunden mit Pleitetendenz, zu deren Aufnahme die Landessparkassen gezwungen sind. Eine tägliche Platzierung in der Bild mit dem Pleitegeier des Tages würde diese Wirkung nur verstärken.
Zur allgemeinen Belustigung bietet sich hierzu eine Weiterverwertung an. Höhnisches Automatengelächter und das unüberhörbare Geräusch einer geschredderten Karte oder eine Aufforderung zu einer Runde Tetris im Expertenmodus, bei der man einen Almoseneuro gewinnen kann. Die Aufzeichnungen der verschieden Reaktionen werden direkt bei Youtube hochgeladen und im Moment der größten Peinlichkeit und fehlender Souveränität spuckt der Automat einen Konfettiregen aus der pulverisierten Karte aus. Der virale Nebeneffekt wäre die Entledigung unliebsamer Kunden mit Pleitetendenz, zu deren Aufnahme die Landessparkassen gezwungen sind. Eine tägliche Platzierung in der Bild mit dem Pleitegeier des Tages würde diese Wirkung nur verstärken.
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