Geld und Besitzstand stellt keinerlei Charaktereigenschaft dar. Dennoch wird jeder auch und vor allem anhand seiner materiellen Situation bewertet und muss Unterstellungen akzeptieren. Reichtum und Armut polarisieren leider sehr und einige Klischees treffen wohl auf einen Großteil einer Gruppierung zu, so dass Vorurteile oftmals bestätigt werden. Mir will dieser Schuh allerdings nicht so recht passen, werde mittlerweile aber regelmäßig wieder daran erinnert, dass meine selbstgewählte Anonymität Sinn macht.
Leser meines Blogs sahen sich nun mehrfach dazu angehalten mir via Email ihre Meinung zu meiner Person mitzuteilen. Die Bandbreite der Reaktionen reicht von dreisten Beleidigungen, über entspannte Sympathiebekundung, bis hin zu offensiv formuliertem Beziehungswunsch. Ohne mich zu kennen, werden mir positive, wie negative Charakteristika unterstellt und unaufgefordert mitgeteilt. Nicht das ich Kommunikation nicht zu schätzen weiß, doch genieße ich es sehr via Diskretion selbst entscheiden kann, wie intensiv sich jeweilige Konversation ausgestaltet.
Auch im realen Leben wissen nur Menschen, die ich sieze (Banker, Steuerberater etc.), um meine finanzielle Unabhängigkeit. Ich selbst habe ein entrücktes Verhältnis zu meinem Vermögen. Ich trenne klar zwischen meinem Privat- und Geschäftskonto. Per Dauerauftrag gönne ich mir ein schüchternes, aber lebenswertes Gehalt, mit dem ich den Monat lang klar zu kommen habe. Diese Summe ist für mich greifbar und zu bewerten. 50 Euro sind leicht ausgegeben und reichen nur für ein bestimmtes Konsumverhalten. Der Restwert für Investitionen, Geschäftliches und gute Taten fühlt sich für mich allerdings eher an wie Spielgeld bei Monopoly. Aktueller Zwischenstand interessiert mich nicht sonderlich. Die treffendste Beschreibung wäre vielleicht mit Energie gegeben. Dieses Geld sehnt sich nach Arbeit, es will bewegt werden und etwas bewegen. Es ist mir völlig unbegreiflich, wie deutschlandweit Billionen auf Konten verschimmeln, anstatt zu fließen und so auch der Allgemeinheit nutzen.
Mit einem Hauch Intelligenz, genügend Grundstock und differenten Spielfeldern ist es quasi unmöglich den Wert zu schmälern. Vielmehr ist es weit schwieriger Zuwächse zu vermeiden. Faktisch war es mit jedem weiteren Taler leichter den nächsten zu ernten. Und das ohne Turbokapitalismus und Ausbeute. Der, auf den größten Haufen scheissende Teufel, beweist mir seine Existenz immer wieder. Diese Erkenntnis entspannt ungemein, lässt vielerlei Experimente zu und manch Flop kann riskiert werden. Vor allem steht somit niemals Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern der entstehende Mehrwert. Es klingt vielleicht dreist, aber mittlerweile schaffe ich mit meinen Investitionen hauptsächlich die Dinge, die ich bisher vermisst habe und anderweitig nicht bekommen konnte. Besonderes Augenmerk lege ich darauf, Leute mit ins Boot zu holen und von ihrer eigenen Courage zu überzeugen, denn gemeinsam profitiert es sich viel angenehmer.
Wozu schweife ich derart ab? In erster Linie sollen aufgebrachte Gemüter beruhigt werden, die mich schlecht ausleuchten und sich nicht genug Zeit nehmen Abstand zu ihren Vorurteilen zu nehmen. Dann wäre in diesem Blog auch Platz für Schnittstellen und transparentere Projekte, die zum mitmachen einladen.
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Dienstag, 29. Januar 2008
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