Ich vernachlässige, aus mehrfach geschilderten Gründen das ursprüngliche Blogthema. Da will ich mal Werbung im Blog und für andere interessante Blogger machen, welche sich konsequenter mit der Thematik beschäftigen. Diese schildern Ideen zum Geldverdienen, ohne dabei ihre eigentlichen Ansprüche fernab vom Kontostand zu vernachlässigen. Vor allem aber, handelt es sich in diesem Fall nicht um die üblichen Trashblogger, welche unerläßlich Content kopieren, um in albernen "wie werde ich reich"-Blogs ein paar Adsense-Anzeigen zu schalten und so ein popeliges Taschengeld zu erzielen.
Neueideen und Ansätze zur eigenständigen Selbstverwirklichung bilden das Fundament, sowohl bei:
Tobias von "Unabhängig sein"
als auch bei:
Volker vom "PF-Blog"
In Momentaufnahmen schildern beide ihr "Spiel" in der Finanzwelt. Mit Immobilien- und Fondsgeschäften bilden beide zwar einen engeren Fokus ab als ich, doch kann man ihnen quasi in Echtzeit über die Schulter sehen, wie sie ihre Ideen verfolgen und dabei ihr Vermögen mehren. Die Anstrengungen und Stolpersteine bleiben dennoch nicht unerwähnt.
Vielleicht zwei interessante Blogs, für Leser, die meinerseits etwas unterversorgt sind. Auf der anderen Seite will auch ich gern wieder mit Ideen zum Geldverdienen, bzw. meinen Erlebnissen und Erfahrungen beim Real-Monopoly aus der Versenkung auftauchen. Zuletzt hat mich das Tagesgeschehen und meine Meinung hierzu einfach zu sehr abgelenkt.
Was aber keineswegs heißt, dass ich mich nicht weiterhin am Medienstandort Hamburg austobe. Idenn gibt es aktuell zu Hauf, doch auch bestehende Projekte will ich mal wieder in die Öffentlichkeit ziehen. Auch und vor allem feile ich gerade im Team an einem hochspannenden Projekt mit dem Fokus auf Schwarmintelligenz und der Stärke von Vielen...
Schönen Frühling zum Abschluss...
Die Pro7-Sat1-Media AG, gönnt sich mit 1,07 Euro einen Aktienkurs auf tiefstem Niveau. Auf selbigem inszeniert sich Pro7 auch am Freitag abend, dem 13.März 2009. Michael Marx, der Anchorman der Pro sieben "Nachrichten" präsentiert in seiner gefakten Newstime Sondersendung einen Werbeclip für die bald anlaufende Mysteryserie Fringe.
Effekthascherischer Inhalt:
Ein schnell alterndes und wachsendes Kind, muss per Notoperation aus dem Leib seiner Mutter gebracht werden. Zum Abschluss liegt der leblose erwachsenengroße Körper des Neugeborenen auf dem Boden. Nun soll eine Spezialeinheit eingerichtet werden...blabla >>> siehe Video
Jetzt hype ich mit diesem Post ungewollt zwar noch den Medienrummel zum Sendestart. Ein Blick in die Blogosphäre zeigt aber offensichtlich, dass dieser als Werbung nicht zu erkennende Beitrag tendenziell Bad Press liefert, Pro7 wird sich dennoch die Hände reiben.
Immerhin ist selbst im Senderforum eine Kontroverse losgebrochen. Bei Yahoo und Lycos gipfelt die Frage nach der Echtheit des Beitrags in Empörung. Die Faz zeigt den Film und kritisiert die Vorgehensweise ebenso wie die Kommentatoren. In Blogs werden Petitionen gefordert und die Werbeblogkade schimpft zu Recht. Bleibt abzuwarten, wie der Presserat reagiert - eine Rüge wäre mehr als angebracht, der Pressekodex wurde zumindest überreizt. Die Hoffnung auf miese Einschaltquoten wird sich wohl nicht erfüllen - dafür wird J.J. Abrams seit Lost viel zu sehr gehypt.
Nicht, dass dieser Privatsender für hochwertige Nachrichtenformate bekannt wäre, dieser Fehltritt überschreitet allerdings jede noch so großzügige Grenze des guten Geschmacks und hebelt jegliche Restseriösität aus. Michael Marx, als Nachrichtensprecher, hat wider besseren Wissens seinen Ruf ramponiert. Und das alles für den krampfhaften Versuch den überzeugendsten Beitrag zum viralen und Guerillamarketing zu liefern.
Ich lebe höchst fernseharm und habe für die roten Zahlen im Privatfernsehen wenig Mitgefühl. Beiträge wie der beschriebene sind in jedem Fall immer wieder gute Argumentation für öffentlich rechtlichen Rundfunk.
Vorgestern wartet mein Email-Postkasten mit einer unverhofften Überraschung auf. Die PR und Onlinemanagerin von smava sendet mir eine Interviewanfrage. Nach zweimaligem Lesen etabliert sich die im ersten Eindruck gewonnene Empörung. Frei von jeglicher Personalisierung, bekomme ich vier standardisierte Textblöcke Lesestoff PR-typischer Selbstbeweihräucherung. Natürlich wird nebenbei erwähnt, dass "eine Flut an Interview-Anfragen von etablierten Medien z.B. ARD Tagesthemen an smava herangetragen kam". Eine Flut kommt herangetragen, interessantes Wortbild eigentlich.
"Hinter vielen Finanzblog stehen oft Branchenexperten" - als solcher darf ich mich nun also geehrt fühlen und erröte voller Stolz. Der nächste Absatz ernüchtert mich prompt, denn smava teilt seine Hintergrundinformation nicht nur klassischen Medien aus TV und Presse mit sondern eben auch (Hobby-)Journalisten. So sehe ich mich dann doch weniger.
Immerhin erhalte ich die Chance fünf individuelle Fragen direkt an den smava-Gründer, Alexander Artopé, zu stellen. Fragen, welche bisher ungestellt blieben kann ich dann nachfolgend, samt der Antworten exklusiv in meinem Blog veröffentlichen. Wie diese Individualität lauten kann wird mir im letzten Absatz nahe gelegt - sie könnten beispielsweise lauten:
- Wie wirkt sich die Finanzkrise Ihrer Meinung nach auf die Finanzwelt und auf smava aus?
- Welche Aufgaben fallen den Finanz- Blogs in schwierigen Wirtschaftszeiten zu?
Ja das hat mich natürlich immer schon interessiert und Individualität steigert sich natürlich durch eine Anleitung hierzu. Mein Fazit ist schnell umrissen: ich fühle mich als Blogger wenig ernstgenommen, wenn ich zwar als PR-Hebel agieren darf, jedoch keinerlei spürbaren Gegenwert bekomme. Noch mehr beleidigt mich, dass nicht einmal zwei Minuten in meinem Blog verbracht wurden, um eine etwas persönlichere Ansprache zu wählen. Dieser Versuch, die Blogosphäre auch im Jahr 2009 zu betreten und einzuspannen, erscheint mir zu sehr gewollt, aber mit zu wenig Interaktion verbunden.
Ich bin allerdings so frei und entspreche smavas Wunsch in meinem nächsten Post. Ich werde auf die Anfrage eingehen und fünf ehrliche Fragen stellen, ergänzt um eine winzige Reflektion zum Thema Online-Kredite und Social Lending, insbesondere mit Augenmerk auf smava.
So nach etlichen Postings zum Projekt, wird nun der Spieß umgedreht. Fragestellung:
Welchen Wert haben 1.000 unique Visitors auf dem beteiligten Blog? Ab wann ist eine Vergütung angemessen, fair und motivationsdienlich?
Als Überlegungsgrundlage ein paar Punkte. Der werbende Kunde wünscht sich spürbare Exklusivität und prominente Platzierung im Blog. Der Kunde bucht die Tausenderpakete in dem Maß, dass der jeweilige Blogger über einen längeren Zeitraum, mit garantierten Einnahmen rechnen kann. Es werden nur seriöse Produkte und Dienstleistungen beworben, in optisch hochwertiger Qualität.
Gesucht wird der Tausenderschlüssel für ein Superbanner (728x90 Px), ContenAd (300x250Px), Textanzeige (ähnlich Adsense). Gestreamt würde von einem externen Server.
Blogvertising wird durch bezahlte Beiträge erst wirklich interessant und interaktiv, bzw. kommunikativ. Hier ist allerdings weniger ein 1.000er Besucher-Paket anzusetzen. Ein Post rückt ja mit jedem folgenden Post in unprominentere Position. Andererseits wird so ein Post ja nicht geliefert, sondern durch den Blogger kreiert. Was kostet also ein bezahlter Beitrag (Mindesttextlänge etc. selbstredend), pro Tausend Besucher monatlich?
Klar ist die Fragestellung dreist...aber ich wage hier ein kreativ-realitisches "Wünsch dir was", welches sich mit aktuellen Realitäten messen kann (hierbei möchte ich die Richtwerte von W3Scan allerdings außer Acht lassen - die klingen nach Dumping). Vor dem Kommentieren Bedenken, der Aufwand Werbekunden, Anzeigen etc. zu finden reduziert sich erheblich, zu dem hätte eine Kooperation Planbarkeit über einen längeren Zeitraum zur Folge UND der Blogger muss offizielle Rechnungen ausstellen können.
DANKE
PS.: @ Sascha, hol die große Trommel aus dem Keller...Trigami, Adical - we are ready 2 kill the good and the evil...
Nach nun mittlerweile über 30 Jahren Existenz auf Planet CocaCola, komm ich zu dem Schluß, dass Werbung und Marketing die Welt verschmutzen und einem Krebsgeschwür gleich meine Umwelt auszehren. Allerorts schreien albernste Werbeträger ihre kruden Messages in die Gegend - Ausweichen ist unmöglich.
Verquollene Augen erblicken morgens im Spiegel, wie eine Hand versucht, mittels Bürste, die Zähne zu reinigen und gleichzeitig den Iltis aus dem Mund zu verscheuchen. Wie jeden Morgen tasten sich jungfräuliche Ohren in die Realität, während ein schrecklicher Radiosender seine Frequenz nutzt, um den letztproduzierten Poptrash in die Welt zu blasen. Morgenmuffelnd wippt man dennoch im Takt, bis einem altbekannte Kino-Synchronstimmten Baumarktprodukte anpreisen und aneinandergereihte Werbejingles jeglichen Blödsinn hochjubeln.
Beim Frühstück wird der druckfrische Spiegel gezückt. Dieser entläd durch meine ungeschickte Performance knappe 500 Gramm Werbeinlage über mein leckeres Marmeladenbrötchen. Das Brötchen aus der Tüte, die neben Brötchentransport einen weiteren Mehrwert erlangt hat - Werbeträger. Offensichtlich kann ich via Gewinnspiel eine Reise nach Rügen gewinnen. Der kurze Weg zum Bus schmeisst mich beim nächstgelegenen Kiosk vor den Tresen - Nikotinsucht. Einen Kiosk verfehlt man nur schwer, sowohl der Fahrradständer, als auch die Kundenstopper vor der Tür bieten einiges an Kaufanreizen. Jetzt noch schnell den HVV-Promomaterial-Verteiler-Studenten wegboxen, um die Fahrkarte zu lösen und hinter einem "Rainbow Tours"-Werbeplakat Platz zu nehmen.
Der Tagesverlauf lässt sich unendlich fortsetzen und um Details erweitern...Neues erfährt niemand. Werbung nervt stets, ständig und überall. Zum Verzweifeln, dass sich dies Budget zusätzlich noch im Kaufpreis niederschlägt... Böse böse böse Werbung, arglistige Kapitalismuswelt. Ganz unironisch: Werbung ist unbeliebt - auch bei mir.
Da große ABER muss dennoch folgen. Es werben ja nicht nur Großkonzerne mit amoralischen Beteiligungen, menschenverachtenden Anstellungsverhältnissen etc.. Der Fleischbräter um die Ecke sorgt ebenso wie der Fahradmechaniker für seine Leistungen. Nicht aus betrügerischer Absicht, sondern zur Existenzsicherung und für eine funktionierende Gesellschaft. Je größer, je verdächtiger das werbende Unternehmen und Kritik muss berechtigt sein, Skepsis in jedem Falle. Doch muss auch ein Brauereikonzern seiner Verpflichtung nachkommen, Schulden zu tilgen, Arbeitnehmer zu entlohnen, Steuern zu zahlen. Heimlich unter der Theke verkauft sich kein Getränk in ausreichendem Maße. Auf positive Auswirkungen für Kunst, Kultur, Gesellschaft, Arbeitnehmer etc. muss nicht näher eingegangen werden. In erster Linie wird niemand unter Zwang mit Werbung gefüttert...Werbung allerdings füttert eine Menge Mäuler direkt oder indirekt.
ICH bin weder Unternehmen, noch Werber (zumindest im weitesten Sinne), doch reines Schwarz-Weiß-Denken ist mit zuwider. Werbung hat ihre Berechtigung und füllt die Lücke, die ausbleibende Mäzene, klamme Staaten und andere hinterließen. Keine Heiligen und dreiste Egoisten, aber unverhohlen im Auftritt. Und nun erkenne die Unternehmen ENDLICH den Wert des Internet an und möchten ihr Budget auch dort versenken. Wohlwissend um die anarchischen Zustände dort.
Ich sag: Let´s Rock...get rich und scheiss auf den Rest. Ist das FDP?
Samstag Nacht neigt sich dem Ende und tut es meiner Packung Prince gleich. Während eine der letzten Zigaretten vor meinem ersten richtigen Urlaub ihre Asche über meine Tastatur verteilt, proben meine Synapsen den Aufstand. Nicht allein aus dem Grund, weil sie den baldigen Entzug erahnen - Cornelius will 70 Tage Urlaub sportiv nutzen und zeitgleich dauerhaft das Nikotin verbannen - sondern weil sich der Blog rückblickend immer wieder weit vom eigentlichen Kernthema entfernt.
Wie ich reich wurde, klingt es verheißungsvoll provokant im Titel. Der Grund digitale Sätze aneinander zu reihen lag darin begründet, ein wenig aus meinem Leben zu berichten. Zu verdeutlichen, wie unverhofft und doch angestrebt mich mein aktueller Status übermannt hat. Vor allem aber, wie ich mich jeden Tag aufs Neue versuche nicht davon blenden zu lassen und mir selbst und meinen Prinzipien treu zu bleiben.
Es gibt ein paar Sprichworte, die Bedeutung für mich haben. In meine Hirnwindungen eingemeißelt allerdings ist der Spruch mit dem Spiegel in den man täglich blicken muss und sich selbst darin erkennt. Nennen wir es meinen täglichen indirekten "Tritt in den Arsch". In jedem Fall erfüllt der Spiegel sehr wohl seine Aufgabe. Größenwahn kann ich mir nicht leisten, Arroganz noch weniger. Mein Spiegel ist uncharmant und direkt, er würde mich niemals anlügen. Ganz nebenbei fühlt es sich durchaus angenehm an, sich selbst nicht zu verraten. Nun lese ich meine letzten Posts und erkenne darin vermeintlich Belanglosigkeit. Europameisterschaft zum einen, geschäftliche Aufrufe zum Anderen. Zuletzt eine lose Ansammlung zum Thema Blogs und Blogvertising. Was reitet mich?
Grübelnd und nachdenklich erkenne ich, was ich treibe und was mich umtreibt. Die EM ist für mich Thema und tangiert mich. Ich habe alle Spiele sehen dürfen, auch wenn Einige durchaus zumutend waren. Ich sah sie fernab von Fanmeile und Nationaltaumel und doch umringt von Menschen. Mitten in Ottensen hat mich der Charme einer kleinen portugiesischen Bar um den Finger gewickelt. Ob allein oder in Begleitung - ich konnte die Fussballabende allesamt genießen. Ich muss weit in die Vergangenheit blicken, um ähnliche Momente auszumachen, in denen ich unverkrampft und quasi nebenbei charmante Menschen kennenlernte. Fussballphilosophie ist die ideale Kommunikationsbrechstange. Erschreckend positiv, wenn das Gegenüber neben Fussballfachwissen auch noch gesellschaftlich und allgemein gebildet ist. Furchteinflößend, wenn sich solche Menschen häufen und man keine neuen Kumpel gewinnt, sondern ahnt, dass der Freundeskreis in Kürze Zuwachs bekommt. So gab mir der Euro-Sommer bunte Ballartistik und bekräftigte meine Abneigung gegen gewisse Spieler, wie ich andere lieben konnte. Parallel aber hab ich unverhofft wirklich smarte Menschen touchiert. Fussball vereint und nimmt jeglichen Krampf aus der Kommunikation, auch weil die Unterhaltung im Zweifel dauerhaft beim letzten Bier des Abends endet. Umso angenehmer, wenn man nach oder während des nächsten Spiels anknüpfen und weiterspinnen kann. Die EM ist also gar kein temporärer Hype dem ich bloggend erlegen bin - Nein sie war akut maßgeblicher Teil der letzten Wochen.
Die geschäftlichen Aktivitäten namens Personalsuche oder Auslassungen zum Thema Eventmanagement im Allgemeinen widerum, hatten ganz banale Gründe. Zum einen halte ich an diesem Ort ungefragt meine Monologe, zum Thema Geld, Job, Hobby und Lebensmodell. Zum Anderen weiß ich durch Interaktion, dass es genug Leser gibt, die nicht vollkommen glücklich mit ihrem Status Quo sind. Dabei gehts weniger um finanzielle Umstände, als um Aufgaben und beruflichen Alltag. Über Umwege, aber doch direkt genug, bin ich zum Teil eingebunden in ein größeres nicht wirklich unkreatives Projekt. Auf diesem Wege erfuhr ich vom vorhandenen Personalbedarf, für Tätigkeiten, die für etliche Menschen durchaus spannend und aufregend klingen. Vielleicht überschätze ich mich und meinen Wirkungsgrad, aber meinen Anteil als Multiplikator wollte ich gern wahrnehmen. Auch weil ich weiß, dass solche Angebote meist unter der Hand und durch Vitamin B verteilt werden. Ich maße mir an, tendenziell Leser zu haben, welchen ein Mindestmaß an Niveau, Intelligenz und Kreativität zu eigen ist...und Peng, geh ich mit Jobangeboten hausieren. Mitteln, Vermitteln und Streuen eben...Vielleicht macht es irgendjemand glücklich. Wenn nicht, warens eben ein paar wenig weltbewegende Zeilen mehr im Www.
Blogvertising - was hab ich damit zu tun? Kaum ein Blog kommt nüchterner und dekorationsärmer daher, als meiner. Werbung in meinem Blog wäre unglaubwürdig und unangemessen und für die Fortführung meiner Zeilen völlig ohne Belang. Auch bin ich kein wirklicher Fan von Werbung an sich - Push-Marketing erzeugt bei mir höchstens Würgereiz. Dennoch bin ich fasziniert, von all den Selbstdarstellern und redaktionell arbeitenden "Freaks" in den Tiefen des Internet. Freaks, deren Ansporn nicht das Geld ist, sondern der Wille eine Message zu streuen und Reibung zu erzeugen. Output erzeugen und Reaktionen abwarten - höchst ehrenhaft und nach meinem Geschmack. Der erste Schritt Leidenschaft und Profession zusammen zu bringen. Leider meistens zeitlich und inhaltlich beschnitten, da parallel die Miete und der volle Kühlschrank finanziert werden wollen. So tobt sich manch Blogger enthusiastisch auf seiner Website aus, um am nächsten Morgen seinem Weckerdiktat zu folgen und grimmig seinen Job zu verrichten. Wohl dem, der auch im eigentlichen Job ähnliche Erfüllung, wie in seinem Blog findet. Blogvertising allerdings könnte der erste Schritt zu mehr Unabhängigkeit und Freiheit bedeuten. Honorierung dessen, was man freiwillig an Leistung im Netz frei zur Verfügung stellt. Natürlich ist damit nicht mal der Zündschlüssel zum Porsche zu finanzieren, doch häufen sich die Privatblogs mit Einnahmen spürbar über ein paar hundert Euro. Ausreißer nach oben hin unterstreichen diesen Trend nur.
Leider ist die Vereinigung von redaktioneller Arbeit und werbewilligen Unternehmen momentan meist unglücklich. Hübsch ist auf jeden Fall anders und Synergien oder gemeinsame Ziele lassen sich schwer erkennen. Wer führt schon einen Blog, um anschließend für ein nicht erwähnenswertes Taschengeld Sextoys oder Billig-Fonds zu bewerben - den Faktor Ästhetik mal außen vor gelassen.
Ungeplant und ohne es forciert als weiteres Standbein zu etablieren, tackern sich zahlungswillige Kunden an meinen Hintern und wollen ein Stück vom hippen Bloggerkuchen naschen. Kunden mit Budget und Erfahrung im klassischen Marketing, aber webaffin wie Mutter Beimar. Ich kann und will ihnen nichts bieten - offiziell hab ich mit bloggen auch nichts am Hut. Als totaler DAU umgibt mich in deren Gegenwart Scheinbar dennoch die Aura, des Wissenden. Nun hab ich ungewollt die Aufgabe des Kunden Taler unters kreative Volk zu bringen, auf das dieser mit PIs und Klicks überschüttet wird...
Ja und so tippe und tippe ich, selbst zu nachtschlafener Stunde und drücke mich aus, wie eben meine letzte Zigarette des Abends.
Ich wünsche, vor allem diejenigen, die diesen Blog schon länger verfolgen, sehen mir meine Auschweifungen nach - genau wie die erschöpfenden Zeilen dieses Post-Romans.
Dieser und folgende Einträge nähern sich auf subjektive Art und Weise einer Sonderform von Werbung im Internet - dem Blogvertising. Es wird nicht en Detail auf verschiedenste Minimalunterschiede eingegangen, vielmehr sollen die Besonderheiten und Möglichkeiten für Werbende, wie Blogger ausgeleuchtet werden.
Einleitend mein Statusreport:
Das Www mit Milliarden Websites mit mehr oder minder wertvollem Inhalt setzt sich aus verschiedensten Quellen zusammen. Einerseits nutzen Firmen die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen global zu kommunizieren, während andererseits Wissenschaft und Forschung, das allzeit verfügbare Medium nutzen um Wissen und Ergebnisse zu transferieren und bereit zu stellen. Staaten, Städte und Kommunen streuen ihre Informationen und Bekanntmachungen ebenso, wie journalistische bzw. mediale Unternehmen. Dazu kommen etliche weitere professionelle Websitebetreiber religiöser, militärischer, politscher oder sonstiger Art, die auf Streuung des Internet setzen. Dazwischen tummeln sich unzählige Privatpersonen - die allein oder im Team - gigantische Datenmengen bereithalten. Während hierzu noch vor Jahren fundierte Kenntnisse erforderlich waren, sank der Nerdfaktor zuletzt. Mittlerweile lassen sich Professoren, Hausfrauen, Studenten oder andere Privatpersonen über nahezu jedes Thema aus und liefern Bild, Ton, Video und Textmaterial en Masse. Nicht ganz unbedeutend für diese Entwicklung, die wohl benutzerfreundlichste Art eine eigene Webpräsenz zu gestalten: Das Weblog sprich Blog.
Eine schwer zu definierende Zahl solcher Blogs wird nun täglich durch Fieberglas gepumpt, um potentielle Interessenten für sich zu begeistern. Der Anteil qualitativ hochwertiger Blogs und/oder solcher mit großer bzw. "wertvoller" Leserschaft, am Gesamtaufkommen ist eher minimal. Aber es gibt sie - Blogs die ihre Leser finden und mit interessanten Inhalten bei Laune halten und zur Wiederkehr überreden. Blogs mit wertigem Inhalt jedweder Art. Die meisten hiervon wurden weniger aus kommerziellem Interesse, als aus Mitteilungssehnsucht begründet. Das Individuum sucht Platz für seine Gedankengänge, passende Leser, Feedback und einen Dialog. Statt stillem Kämmerlein, bietet sich in der Blogosphere jedem eine potentielle große Bühne.
Ein Blog ist an sich nichts anderes als ein Handzettel oder Privatzeitung (TV-Sender, Piratensender o.ä.) nur eben ohne den immensen Aufwand - Ideen, Visionen und plumpe Gedanken werden mit Leichtigkeit gestreut.
Die Anfänge jedes Mediums sehen so unähnlich nicht aus - zumindest was Sinn und Zweck angeht. Gesetzlich obliegt einem jeden Fernsehsender nach wie vor ein Bildungsauftrag und auch Zeitschriften waren früher nicht in erster Linie Hochglanz-Anzeigen-Träger. Umso natürlicher, dass auch die Werbung dieses, wie jedes Medium zuvor für sich entdeckt. Über Inhalte Kaufanreize transportieren, ist so ziemlich aller Werbearten Ursprung. Wertfrei über Werbung zu sprechen fällt schwer - ich möchte mich hier dem positiven Faktor widmen. Dem der Werbung als Möglichmacher, Sponsor und Financier.
Werbung - wenngleich immer zwanghaft symbiotisch - tritt seit Jahrhunderten als ungeliebtes aber möglichmachendes Anhängsel der meisten Kunst- , Medien- und Kulturveranstaltungen in Erscheinung. Frei von Werbung touren keine Rolling Stones oder Aggro Berlin Rapper. Eine Fussballweltmeisterschaft wäre ohne sie undenkbar, während Grafiker und die meisten bildnerischen Künstler brotlos ihr Leben fristen. Die Auflagen von den verbliebenen Zeitschriften, Magazinen und Tageszeitungen wären mickrig und Kino oder TV blieben ein Luxusprodukt. Eintrittsgelder oder die Staatskasse wären nicht in der Lage, Lücke zu füllen, die ohne werbende Unternehmen entstünde.
>>> Fortsetzung folgt
Man stelle sich einen Kunden vor - bekannt und solvent, mit einem realen Produkt und dem Mut zur Lücke. Dieser Kunde wirbt an sich auf klassisch konservative Art und hat sich zuletzt digital aus dem Fenster gelehnt, als er es mit Onlinemarketing versuchte. Webunerfahren nahm er sich eine Mediaagentur zu Hilfe, die krude Zielgruppen-Channels definierte und 1 Mio PI´s auf drei großen Portalen vermittelte. Bannerwerbung, auf bunter hipper Seite, mit riesigem Content drum herum...
und...
...der Effekt war beschaulich. Fehlinvestierte Pötte ärmer und eine Erfahrung reicher, will der Kunde nun doch etwas Zeitgeist schnuppern. Blogs bieten genau das gewünschte Umfeld, in dem der Kunde sich sieht UND er ist gewillt nicht einzig und allein auf die ganz prominenten und großen Zugpferde zu setzen. Nein auf Empfehlung hin, möchte er marktunüblich mit aktiven frischen kleineren Bloggern ins Geschäft kommen. Textanzeigen, dezente Bannerwerbung oder bezahlte Posts zu bestimmten Themen oder ein Mix daraus sind angedacht und insgesamt möchte er 1 Mio PI´s erwerben...solang ein Blog mehr als 30 Leser am Tag bieten kann kommt er in Betracht. Zumindest wenn das Themenumfeld nicht konträr verläuft.
UND WO SIND DIE AKTIVEN BLOGGER? Wo tummeln sich diejenigen mit kreativem Output, die nicht gleich glauben ihre Seele zu verkaufen, weil sie ihre Kreativleistung in bare Münze verwandeln. Die Szene ist oft noch sehr prinzipienbehaftet und möchte an keiner Stelle als käuflich dastehen.
Andere Kreative sind dort einen Schritt weiter...brotlose Kunst hat lang genug knurrende Mägen gefördert. Niemand rümpft die Nase, wenn Jan Delay nen Sponsorvertrag mit einer Kleidungsfirma eingeht.
Also husch husch ins Rampenlicht...Finger hoch, wer hält sich und seinen Blog für einen angemessenen Werbeträger - tauglich ein spannendes Projekt zu kommunizieren und in die Welt zu streuen? Wer möchte seine Leserzahl vergolden ohne das Risiko einzugehen Viagra, Sextoys oder Partnerbörsen zu bewerben?
Ich bzw. Wir suchen motivierte webaffine Kreative, mit dem Mut zur Lücke und der Lücke auf dem Konto...
Die Blogosphere verzeichnet mehr Nachwuchs als die durchscnittliche deutsche Familie. Ob die Qualität im selben Maße mitwächst, sei dahin gestellt. Merkbar etabliert sich das Medium Blog zumindest als Verteiler für subjektive, wie objektive Gedankensprünge jedweder Art. Die Masse an Textzeilen, die auf diese Weise ihren Weg in die Öffentlichkeit sucht bleibt unüberschaubar. Sicher schreiben die Meisten ihre Ergüsse allein in der Absicht, sich und ihre Gedanken mitzuteilen und nur ein Bruchteil erhofft sich finanzielle Bauchpinselei. Doch ist der Anteil mit Adsence verseuchten Blogs gigantisch. Fraglich bleibt, ob bei der Vielzahl an Bloggern nicht der größte Anteil, mit minimaler Vergütung verbleibt. Viel mehr als ein großes Bier oder eine Schachtel Kippen wird bei 1.500 monatlichen Besuchern wohl kaum rumkommen.
Dabei würde ein Netz aus aktiven Bloggern durchaus taugen, seinen Content zu barer Münze jenseits der Fünf-Euro-Grenze zu veredeln. Bedarf scheint mehr als vorhanden - werbewillige Kunden finden sich zu Hauf. Auffälligerweise reagieren Blogger allerdings selten auf attraktive Angebote und kooperieren lieber erfolglos mit Google und deren Werbeinstrumenten. Zumindest bin ich an keiner Stelle mit meiner Suche nach werbewilligen Bloggern auf Gold gestossen. Keine Reaktion oder zögerlich-skeptisches Rumgedruckse bilden die Mehrheit an Reaktionen. Umso erstaunlicher, als es sich nicht um unseriöse Angebote handelte, sondern klar erkennbar um Bannerwerbung oder ein zwei bezahlte Postings, die nicht heimlich den umgebenden Content verseuchen sollten.
Ein Blog bietet für einige mutige Unternehmen, die notwendige Reibungsfläche, um sich und ihr Produkt zu reflektieren und einer kritischen Masse zu offenbaren. Natürlich erwartet ein zahlender "Kunde" keinen Veriss und negative Schlagzeilen, doch gerade aufrichtige Unternehmen mit seriösem Angebot, müssen sich nicht ängstlich hinter PR-Texten verstecken.
Nun ist es so, dass ich direkt oder indirekt regelmäßig angefragt werde, ob ich relevante Kontakte zur "Szene" hab und dort mal sanft vorfühlen könnte, ob der ein oder andere Blogger gewillt wäre, seinen Blog kommerziell zu verwerten, sich sponsoren zu lassen, bzw. Rezensionen verfassen würde. Nennung und prominente Platzierung, in Bezug zur vorhandenen Leserschaft, würden diese Unternehmen gern bezahlen... Meine bisherigen Bemühungen waren allerdings wenig von Erfolg gekrönt - zu starrsinnig oder Prinzipien verhaftet scheinen die Autoren.
An dieser Stelle, müsste der Aufruf folgen: Liebe Blogger, wollt ihr verdienen - euren Output auch finanziell krönen? Den verkneife ich mir allerdings, vielmehr wünsche ich mir polarisierende Kommentare und Meinungen zu diesem Thema, auch um etwaige Vorbehalte verstehen zu können. Die Printmedien (wenn auch auf absteigenden Ast) haben es sehr wohl verstanden, eine klare Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Beiträgen, kommerziell verwertbar zu machen und konnten allein deswegen ihr fortwährendes Überleben und ihre medialen Ansprüche garantieren. Vielleicht ringt sich auch manch Blogger irgendwann dazu und ich kann meiner Vermittlerrolle gerecht werden ...