
Frei nach dem Motto - politisch Ernst nimmt man dich erst, wenn es auch Karikaturen gibt - hier mein Erstversuch. Nachdem ich das sonnige WE mit Sonnenentzug, aber im Livestream des Bundesparteitags der Piratenpartei (#BPT09) verbrachte, habe ich Jürgen Erkmann optisch und akkustisch mehr wahrgenommen, als irgendeine andere reale Person um mich herum. Dazu ein wenig Vorfreude auf das Spiel meiner Jugend in Fortsetzung - Monkey Island - fertig ist meine Hirnakrobatik. Natürlich auch als 16 Farb-Version.
Der Piratenpartei und allen Mitstreitern in jedem Fall ein erfolgreiches Wahljahr, es war spannend eure ersten Steps gen Realpolitik zu verfolgen.
Dank eines Kommentatoren mit mehr Fantasie als meiner, weiß ich nun wofür teAM2009 steht: te Angela Merkel 2009 - Großes Kino!!! "te" heißt italienisch "dich" und auf spanisch "dir", insofern also dich/dir Angela Merkel 2009, ich bin begeistert. Da werd ich mich schleunigst in der Community registrieren und mit tatkräftiger Unterstützung glänzen.
OK, was sollen die neuen "Online-Werkzeuge" unserer Volksparteien? Die Zielsetzung war sicherlich inspiriert vom Obama Feldzug, der online untermauert wurde. Die Realisation schmeckt allerdings eher nach Warschauer Pakt...Interaktion, freie Meinung und Eigeninitiative ist nicht nur nicht gewünscht sondern unterbunden. Insofern streiten zwei Parteien auf Augenhöhe um vielleicht 0,2% der Stimmen, zu mehr wird dieser Mäuseschritt gen Web 2.0 nicht taugen. Silversurfer haben ein mehr oder minder gefestigtes Wahlschema und kein Interesse an billiger Internetwerbung und die Telekiddies kommen Kringel lachend kaum zum Kreuze malen...mit dieser Art von Web 2.0 Infiltration beleidigt ihr deren Selbstverständnis nur.
Viel Geld um nichts also...Bleiben noch innovative Plakatkampagnen und Parteistände auf dem Wochenmarkt, während deutschlands Wahlvolk neidisch nach USA blickt...LAAAAANGWEILIG!!!
Glück gehabt liebe SPD, nachdem ich euch zuletzt hier, hier und hier so kritisieren musste, versenkt heute die CDU, in bester Honeß-Manier ihren Web 2.0 Elfmeter im Nachthimmel. Auch Merkel, Koch und Schäuble wollen nun mitmachen in der interaktiven neuen Webwelt. Dazu haben sie mit Kolle Rebbe und Shipyard, zwei renommierte Agenturen verpflichtet, die nicht für Langeweile und fehlende Innovation bekannt sind.
Das nun sichtbare Ergebnis aber lässt auf Beratungsresistenz und Mutlosigkeit schließen. Obama würde nicht einmal müde schmunzeln über soviel Piefigkeit. Natürlich bin ich mir bewusst, dass der klassische potentielle CDU-Wähler etwas konservativer ist, als ich und auch keine Experimente wünscht. Das sei akzeptiert, doch dann macht der Schritt zu Facebook, Twitter, FlickR, StudiVZ und Werkenntwen nur wenig Sinn und ganz im Ernst, der Youtube-Channel ist die wohl größte Fehlinterpretation dieses Google-Instruments.
Ein Web 2.0 Auftritt ist nicht allein durch ein Beta-Symbol im Logo oder etwas optischen Feinschliff durchgeführt. Ein Klick weiter kommt schon die Entlarvung:
- Kommentarfunktion nur nach Registrierung
- Weiterleitung auf klassische PR-Inhalte
- typische Einbahnstrassenkommunikation
Somit wird eines sehr offensichtlich, die beiden Volksparteien liefern sich einen Wahlkampf auf Augenhöhe frei von innovativen Akzenten - Eher Keule als Florett. Ich will so nett sein und proaktiv und ungefragt zwei Anregungen herausposaunen:
1. Seit Guantanamo und dem ukrainischen Debakel ist Orange als politische Farbe etwas mehrdeutiger und negativer behaftet. Auch wenn die CDU mit ihrem verwaschenen blass-orangenem Farbton vielleicht auch ein wenig Profillosigkeit thematisiert.
2. Übermäßige JPG-Artefakte, vor allem im Logo (dem knuffigen Deutschball) sind optisch schmerzhaft und unnötig.
3. Wo finde ich eine Erklärung für die beiden Großbuchstaben "AM" ind teAM2009?
4. Das Web bestraft Mutlosigkeit und Kastration mehr, als Transparanz und Mut zu Fehlern...im schlimmsten Fall mit blanker Ignoranz.
5. Akzeptiert die Beratungsfähigkeit gebuchter Agenturen und ermutigt diese, ihr offensichtliches Können zu unterstreichen...ansonsten kann man sein Geld effektiver verbrennen.
Werte SPD, ihr habt die Messlatte tiefgenug gehängt...nun können beide Volksparteien sich bemühen sie dennoch zu reissen.
Hadernd musste ich diese Zeilen verfassen. Hadernd, weil ich als anonymer Autor apolitisch bleiben wollte. Werteorientiert und moralbewusst zwar, aber ohne Parteinahme. Nun schiebe ich diese Gedanken länger vor mir her. Hessen, wie auch Hamburg nötigen mich aber mehr und mehr, auch meine politische Sympathie zu bekunden und subjektiv ins Geschehen einzugreifen. Meine Antipathie für Roland Koch, ein schwarzes Bayern und meinen Bürgermeister von Beust, ist mittlerweile größer, als der Wunsch neutral zu bleiben. Gepöbel am Stammtisch liegt mir nicht, vielmehr fühle ich mich gerechter Realpolitik verbunden, wenngleich dies hochgekrempelte Ärmel und auch Einschnitte bedarf. Meine Meinung nach, liegt das Potential hierzu einzig allein auf Seiten der SPD.
Dem Stammleser meine Bitte: Verzeih diesen artfremden Post...er musste raus.
Verehrte SPD bzw. werte Entscheidungsträger.
Wir haben das Jahr 2008 und der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ist momentan unsichtbar. Medienlandschaft, aber auch des Genossen Selbstsicht, grenzt an Suizid. Völlig grundlos oder es wird der Wald vor besagten Bäumen übersehen.
Da gibt es einerseits eine Volkspartei, namens SPD, die niedrige Prozentsätze akzeptieren muss, dies aber in einem Umfeld, wo jegliches bürgerliches Lager quasi schachmatt gesetzt ist. Andererseits hält eine zu Unrecht dominierende Union allerorts die Zügel in der Hand - an deren Spitze eine Kanzlerin, in eigener Partei recht einsam.
Anders als medial suggeriert, deutet sich hier eine der größten Chancen der Sozialdemokratie überhaupt an. Die heraufbeschworene Krise ist lediglich absolute Fehlinterpretation allerseits.
Wagen wir einen Perspektivwechsel:
1. Die SPD ist die einzige wirklich in der Mitte verhaftete Partei, mit Strahlkraft zum aufgeklärten Links. Modern, dem Menschen verbunden und progressiv, wie die letzten Regierungsjahre beweisen, wenngleich es oft verklärt dargestellt wurde.
2. Die Führungsrolle jenseits des bürgerlichen Lagers ist unstrittig und anantastbar.
3. Mit den Grünen und zuletzt der Linken, sind unrealistische, schwer lebbare, aber positiv behaftete Themen ausgelagert aber nach wie vor SPD-kompatibel. Die Union, als Gegenpart hat keinerlei erfolgsversprechende Option.
4. Wann, wenn nicht jetzt, ist der Moment gekommen, Mut zu beweisen und vermeintliche Gegner in die Pflicht, sprich: realpolitische Verantwortung zu nehmen? Einzig und allein auf diesem Wege, verliert eine Partei wie die Linke ihr Profil. Die SPD untermauert ihren Führungsanspruch und die eigene Stärke auch ein kompliziertes Wählervotum zu akzeptieren und nutzbar zu machen. Es ist kein Wortbruch, sondern Demut vorm Volk, solch Votum nicht nur zu akzeptieren sondern in aktive Politk umzusetzen.
5. Mit einer regierungsführenden SPD, wird sich die vermeintlich starke Union, samt Schwesterpartei auf Jahre selbst zerfleischen. Eine FDP, stärkt die Zweifel an ihrem letztlich verbliebenen Anführer. Einzig die SPD, zeigt sich fähig, nach den Spielregeln der Demokratie, zur rechten Zeit das Führungstor zu erzielen und zu halten.
6. Der Moment ist heilig. Zwingend zu unterbindende Schwarz-Grüne Experimente, machen die SPD exklusiv zur finalen Regierungsoption. Sie kann mit allen demokratisch gewählten Parteien, mit sozialdemokratischem Stempel und vor allem in Einklang mit Zukunftsgewandheit und temporären Ängsten der Wähler, regieren.
7. Die gewonnene Zeit und der politische Fingerabdruck profiliert eine SPD der demokratischen Mehrheit und manifestiert sie als feste Größe. Hierbei bleiben höhere Prozente in Schwarz gänzlich unerheblich, spiegeln sie nur noch den Wunsch nach einer starken bürgerlichen Opposition wieder.
8. Aktuell wäre aufrichtige Offensive bodenbereitend für eine sozialdemokratische Zukunft. In Bund und Ländern klar kommunizierter Richtungswechsel bzw. Kurskorrektur in Richtung reformbehafteter Gerechtigkeit unter SPD-Führung, zermürbt aufkeimende linke Kräfte in Realpolitik und den nötigen ökologischen Aspekt durch die Grünen tragt ihr einfach mit.
9. Keine Partei ist besser aufgestellt. Beratende Reanimation der alten, immer noch sympathiebehafteten, Riege gepaart mit der Attraktivität aufstrebender Frischlinge, geboren aus einem Umfeld der Krise - die SPD wäre aufrichtig und Respekt einflößend neuformiert.
10. Die Sehnsucht nach Macht auch links von euch, lässt eine Menge saurer Äpfel dererseits zu. Soziale Zugeständnisse eurerseits erlaubt die Weltkonjunktur und die Sehnsucht nach gesellschaftsübergreifender Gerechtigkeit, lässt Einschnitte zu. Eure Wahlergebnisse gerade unterhalb der 50-Jährigen sprechen eine klare Sprache.
Heut könnt ihr Geschichte machen und zwar über Dekaden - Wohlwollend unterstützt von denjenigen, die dieses Land am Leben halten: Angestellte und Mittelständler zwischen 16 und 50. Der Trend ist auf eurer Seite, die Zeit ist reif für Einschnitte versus Gerechtigkeit. Ihr könnt maßgeblicher Motor sein.
Große Koalition, Feigheit vor Oskar und Schwarz-Grüne Bündnisse aber können euch wirklich nach hinten werfen. Da bringt egal welcher Kanzlerkandidat keine Regierung in Sichtweite.
Bleibt wählbar für mich und mein Netzwerk und zeigt endlich Nehmerqualitäten, der letzte Gong hat noch lang nicht geschlagen - Die Zukunft will SPD.
Zu 9.:
Um so ein Dreamteam aus Erfahrung, Kompetenz, Innovation, Volksverbundenheit und internationaler Kontakte seid ihr nach wie vor zu beneiden.
Wo sonst finden heterogene Charaktere, wie Wowereit, Nahles, Schmidt, Eichel, Müntefering zu gemeinsamen Zielen. Aus dem Bauch heraus würde man auch Schröder, Beck und Struck nicht in die selbe Schublade stecken. Aber genau das macht euch wählbar!!!