Mittwoch, 15. Oktober 2008

Deutschland über Alles...

Wohlwissend um die hochbrisante Textzeile, fürchte ich gerade auf Grund meiner Attitüde frei von nationalistischen Tendenzen keinerlei hysterischen Aufschrei, sondern nutze diese drei Worte um meine fehlende Sorge, die große Krise betreffend, einzuleiten.
Ja die Wirtschaft nimmt ein Vollbad im Lavastrom. Einerseits verpuffe instabile Konstrukte andererseits werden Massivbauten angesengelt. Weltweit ächzt die Finanzwelt unter dem unausweichlichen Realitätsabgleich, der insbesondere gut vertuschte Altlasten schwer bestraft. Zu Recht, wie ich finde. Natürlich zwingen die aktuellen Geschehnisse auch hochseriöse Unternehmen in die Knie und verlangen armen Schweinen hohe Opfer ab. Doch meine Sorge ist und bleibt klein. Vor allem auf das europäische Umfeld und insbesonder mit Deutschland im Fokus kann ich die aktuelle Lage nur als bereinigendes Unwetter erahnen. Einem Feuersturm gleich, der einen Urwald dahinmetzelt, werden ehemalige Größen zu Boden gerissen und ganze Landstriche verödet. Allerdings geschieht dies nicht als reine Vernichtungsmaschinerie, sondern mit dem Effekt das zarte Pflänzchen und junge Triebe frischen Humus und viel Sonnenlicht ernten können, um eine völlig neue frische Welt zu erbauen.
Ganz sicher wird ein Land wie Amerika, übelst beschnitten und muss sich von aberwitzigen Machtspielchen verabschieden. Aber wer sonst als das existente Deutschland ist in der Lage, diesem IRrsinn zu trotzen und gestärkt aus diesem Infight hervorzugehen.
Nicht das ich nicht genug Argumente gegen meine Heimat hätte. Nicht das Deutschland allzu oft meinen klaren Verstand beleidigt. Doch zeigt sich trotz aller Kritik, dieses Land als wirklich progressiver Krisengewinnler. Nach zwei selbstverschuldeten Kriegsniederlagen, mit Hilfe von fremdem Kraftfutter ins Wirtschaftswunder getaumelt, trotz wenig fähiger Politkermehrheit und wider einer extrem kostspieligen Wiedervereinigung steht dies Land sauber da. Es soll nichts verherrlicht werden, aber im direkten Vergleich mit anderen westlichen Industrienationen hat Deutschland sich auf einen Sonderrang gespielt. Exportweltmeister oder nur noch zweiter oder dritter Platz ist im globalen Konkurrenzfeld eine achtbare Leistung, gepaart mit einer zwar unterbelichteten Bildung, die dennoch anderorts nur zu gern importiert wird zeugen von einer gewissen Qualität. Ein Hauch Nachdenklichkeit und langanhaltender Mut zur Nachhaltigkeit, hat diverse Weltmarktführer für abstruseste Produkte hervorgebracht. Und schlussendlich sind deutsche Unternehmen seit Beginn der Globalisierung und schon zuvor in die weite Welt aufgebrochen. Jedes noch so verabscheuungswürdige Natiönchen ist irgendwie infiltriert, während parallel keiner an deutscher Dominanz in gewissen Wirtschaftszweigen rütteln mag. Erneuerbare Energien werden (Bewertung ist niemals kritikfrei gemeint!) seit Jahr und Tag wider den Mainstream überfördert und wer erlaubt sich ein öffentlich-rechtliches Fernsehen?
Auf irgendeine Art und Weise ist dieses Land, welches leider genug Idioten hervorbringtt, hart im nehmen, wenn gleich nicht unverletzlich. In jedem Falle, weiß dies Land um tiefe Täler und aufrechten Gang trotz enger Fesseln, auch und gerade aufgrund unserer ehemals so offenen Grenzen.
Das viel kritisierte Multikulti wird uns gerade jetzt den verfetteten Arsch retten und vielleicht endlich wieder die verqueren Auswüchse latent hirnlosem Faschismus entdornen.
Vielmehr noch: Deutschland hat auf globale, aber auch auf extrem lokale heftigste Krisen mit genau der richtigen Solidarität geantwortet und unsere bunte Nation war sich nie näher als wenn das Ende an der Tür klopfte.
Panik? Och nöh....

Montag, 13. Oktober 2008

500 Milliarden - 11 Nullen sind noch keine Fussballmannschaft

In Kürze wird an dieser Stelle ein aufgeräumter Blog auf lesewilliges Volk warten. Nit ein wenig Mühe gibt es dann ein vernünftig sortiertes Tag-System, welches verschiedene Themenbereiche zulässt. Mit Chance bekommt dann ein jeder der paar Leser seine Bedürfnisse gestillt. Ein Tag wird sich einzig allein dem Titelthema widmen, während andere Tags auf tagesaktuelle Themen oder wilde Visionen eingehen. Vielleicht lässt sich so manche Enttäuschung eindämmen und ich muss mich nicht in vier Prallelwelten verhaspeln sondern kann von einem einzigen Podest aus krakelen...

Müde Augen starren auf ein scharfes Monitorbild, der Schlaf vor der Iris ermöglicht nur schemenhaft eine Zahl mit elf Nullen und einer Fünf davor. Meine Synapsen formen den Begriff "Bankenkrise" und versuchen erfolglos "Regierungsmassnahme" darauf zu reimen.
Ein paar größenwahnsinnige fair bezahlte Finanzkasper fahren in Kamikazemanier ihren Überflieger an die Wand, die sich als gigantischer rosa Wattebausch entpuppt. Ein haspelndes Frau Merkel mühsam gestützt von einem listig blinzelnden Steinbrück verkündet Deutschlands Hilfsmaßnahmen, für ein Problem, welche noch vor Wochen gänzlich inexistent war.
Zunächst egal, wenn man sich aber überlegt, dass wir damit eine Summe bereitstellen, die 2/3 der US-Garantien entspricht, bei einem Fünftel der Bevölkerung und offiziell weit weniger riskantem Finanzgebahren, ahnt man wie sehr der Arsch am Grundeis festfriert. Ein jeder Deutscher garantiert also ungefragt mit 6250 Euro für Aktivitäten, die er noch vor Jahren nicht mal wissen konnte oder wollte. Noch vor Jahren, wo ein dezent sympathischer Herr Ackermann mit Victoryzeichen in die Kameras griente.
Ein jeder Besitzer eines deutschen Passes steht also mit 6250 Euro dafür gerade, dass jedermanns Sparguthaben bis 20.000 Euro abgesichert ist. Das wird in erster Linie Lachtränen bei denen ans Tageslicht spülen, die eh verschuldet und mager ausgestattet sind. Zum können sich diejenigen freuen, die mit der wundervollen Abgeltungssteuer Finanzgewinne niemals mehr über 25% versteuern müssen. Gerechtigkeit muss sein.
Lange Zeit war ich meinen Eltern böse, für die fehlenden Windowsaktien von vor zehn Jahren. Selbst die Kritik meines Vaters "Volksaktie Telekom, was für eine dreckige Verarsche..." wollte mir nicht so recht aufgehen...damals um die Jahrtausendwende war doch alles so leicht: Aktie mit technologischem Namen erwerben und morgen Porsce fahren. Ein Glück gab es damals noch 620 D-Mark Jobs und mich als Lakaien, so war meinem Vater ein später Triumpf vergönnt und ich weiß heut, wie ich meine Taler zusammenhalte, sinnvoll vermehre oder bewusst verprasse.
Aber damals war damals, ein süßer Singsang zum Kindergeburtstag. Unser Heute ist wenig fassbar, aber des Experten und Lenkers aktuelle Gesichtsfarbe verheißt nichts Gutes, noch weniger seine Reaktionen. Dennoch ist Angst völlig fehl am Platz: die die haben, wissen wo es steckt...und wer nicht hat: Wann wenn nicht jetzt offensiv mit Gegenwert verschulden?

Sonntag, 12. Oktober 2008

neue Geschäftsfelder, international und sozial verträglich

Es werden mehr Inhalte, das Blogthema betreffend, gefordert. Die Chance nutze ich, um quasi in Echtzeit auf ein neues Spielfeld zu blicken. Ich nenne diese Projekte mal "punktuelle Entwicklungshilfe". Sie sind nicht in erster Linie gemeinnützig und durchaus mit der Absicht geschäftliche Erfolge zu erzielen, ohne dabei allerdings die üblichen Sweatshop-Attitüden zu benutzen. Es wird eine längere Zeit in Anspruch nehmen, bis die ersten Erfolge sichtbar werden, vielleicht weckt ein Livebericht ja Interesse. Mit meinen deutschen Projekten gemeinsam, ist die unkonventionelle Herangehensweise, der eher niedrige Einsatz von Finanzmitteln und der Einbezug anderer Menschen. Vorab eine Bestandsaufnahme, am Beispiel Castara auf Tobago:

Nie zuvor war es mir vergönnt auf ähnlich intensive Art und Weise in fremde Kuturen und Welten einzutauchen, wie auf meiner zehnwöchigen Hochzeitsreise. Auch wenn mir die prekärsten Armutsszenarien der dritten Welt erspart wurden, lassen sich doch auch in der Karibik und in Mittelamerika die Unterschiede zum marktwirtschaftlichen, vermögenden Westen nachvollziehen. Offensichtlich mangelt es an diesen Orten in erster Linie an historisch gewachsener und demokratischer Stabilität sowie einer gerechten Wohlstandsverteilung. Statt intensivierter Bildungspolitik hat sich hier nach der Loslösung von vormaligen Kolonialmächten und ähnlichen Protektoren ein giftiger Nährboden entwickelt. Korruption und Vetternwirtschaft gedeihen ähnlich prächtig, wie Unterbezahlung, Ausbeutung und juristische Willkür.

Trotz dieser widrigen Umstände finden die Fähigsten dennoch Mittel und Wege eigene Märkte zu erschließen, Bildung zu improvisieren und geschäftstüchtig Nischen zu besetzen. Teilweise gerade wegen der misslichen Gesamtsituation. Zweite Chancen sind rar und Nachlässigkeiten werden sofort bestraft. Luxussorgen, wie Gebühren für ein Langzeitstudium, Lehrstellenmangel oder Altersarbeitslosigkeit sind völlig unbekannt (dies ist völlig wertungsfrei zu verstehen).
Ohne große Suche erkennt man diese Menschen sofort und kann mühelos in fruchtbare Konversation eintauchen. Die vielzitierte Order Ché Guevaras "Du hast keine Chance, nutze Sie" findet hier ungewollt und erzwungen ihren ganz eigenen Weg in die Realität. In einer Welt, wo der Schulbesuch bis zum 15.ten Lebensjahr nur selten vollzogen wird - und dann lediglich unter größter Anstrengung was Kosten, Fahrtweg und Verdienstausfall angeht - wird anders agiert. Was in Deutschland nicht einmal als Schattenwirtschaft Berechtigung fände ernährt in zweiter und dritter Welt ganze Großfamilien.
Beispielsweise erledigt der Familienvater mit Teilzeitarbeitsplatz in der Großstadt und zugehörigem Busticket nebenbei Botengänge für den Rest der Dorfgemeinschaft, kauft ein, bringt und holt die Post und transportiert und verkauft Waren Dritter. Oder aber backt die Familie mit dem einzigen zuverlässig funktionierenden Herd sämtliche anderen Teigwaren der Nachbarschaft mit. Der Fischer mit Uralt-Außenborder fungiert als Last-Taxi für die Anwohner und mutige Touristen, handelt logischerweise mit Meerestier, aber repariert auch jeden erdenklichen Motor. Flexibilität und Improvisation ist Alles.
Stundenlöhne oft unter einem Dollar treffen auf behende steigende Lebenserhaltungskosten und zwingen jedermann zum eigenen Nebengewerbe. Dies trägt oft seltsamste Früchte, sorgt nur selten für nachhaltigen Wohlstand und garantiert niemals Platz für große Sprünge. Auf unschuldige Weise funktioniert so ein System dennoch irgendwie, wenngleich eher schlecht als Recht.
Nun preschen gemeinnützige Institutionen aus Wohlstandsländern in diese Universen im Willen Hilfe und Unterstützung zu leisten. Leider sind diese Maßnahmen all zu oft destruktiv oder zum Scheitern verurteilt. Gutgemeinte Armenspeisung wirbelt den lokalen Markt gefährlich durcheinander und sorgt für ein ungesundes Selbstverständnis. Die zuvor vorhandene Autonomie innerhalb eines funktionierenden Leistungssystems wird unterhöhlt und einer fremdbezahlten "Rundumversorgung" geopfert. Zudem durchdringen völlig neue und unsinnige Produkte den Markt. Ein höchst fruchtbares Fleckchen Erde wie Tobago erstickt an importiertem Billigst-Mango-Nektar, während tonnenweise wildgewachsene Mangos am Strassenrand verrotten. Es gibt Tiefkühltruhen voller Nordseekrabben, während der Frischfisch keine Abnehmer mehr findet. Parallel sorgt die ausgebaute aber unbezahlbare Strom- und Frischwasserversorgung für einen Zustrom paradiesverliebter Westler mit großem Taschengeld. Ferienhäuser und -Wohnungen wachsen gen Himmel, auf billigst erstandenem Bauland. Der Vorbesitzer war über den Geldregen natürlich kurzzeitig höchst dankbar. Touristen halten Einzug und mieten sich in idyllischer Athmosphäre ein rundumversorgt von fleißigen und schlecht bezahlten Einheimischen. Das große Geld allerdings versickert in Europa oder den Usa auf Konten der Besitzer und Reiseagenturen, während der Tourist zumindest ein paar Dinge dauerhaft hinterlässt - seinen Dung und Plastikabfälle.

Samstag, 11. Oktober 2008

Haider auf der Überholspur - ein Nachruf

Es ist unsittlich und menschenfeindlich, nach einem tragischen Unglück, Hetze und böse Worte zu verlieren, selbst wenn das Opfer sich üblen Nachruf akribisch erarbeitet hat.

Nicht einmal zwei Wochen nachdem sich Österreich zum wiederholten Mal einen pöbelnden Rechtsaußen samt Partei ins Parlament geholt hat, endet der nationalistische Traum in einem Blechklumpen. Ausgerechnet ein Regelfanatiker und pedantischer Wertepropagandist überschreitet zum Finale das Gesetz und verabschiedet sich mit lautem Knall und überhöhtem Tempo. Die Vermeidung seiner Person auf politischer Bühne hätten selbst seine größten Feinde anders gewünscht.

Beileid für den Verlust von Vater, Ehemann und Sohne gilt der Familie, Österreichs Politik sollte tunlichst einen eleganten Weg finden um das Vakuum rechtsaußen zu füllen. Einen ähnlich charismatischen, demagogischen und populistischen Führer, wird niemand aus dem Hut zaubern und das ist wohl das einzig Positive, was man nach eines Menschen Tod behaupten kann.

Das frühe Ableben, hat Jörg Haider auch um seine Altersweisheit und geläuterte Einsichten gebracht. Auch wird er nie Rechenschaft für sein gefährliches Spiel mit dem Feuer (Vorurteile und Rassismus) ablegen müssen. Möge Österreich seine nachdenklichen Momente nutzen, um sich neu zu besinnen...und vielleicht ihr Bild in der Welt zu korrigieren.

Freitag, 10. Oktober 2008

Bye Bye Lehmann und Konsorten - oder süß schmeckt die Finanzkrise

Vor der Aufarbeitung meiner mehrwöchigen Urlaubserlebnisse und neuen Projekte, will und vielmehr muss ich auf die aktuellen Wirtschaftsturbulenzen Bezug nehmen.

Im Niedriglohnland weilend, wo Menschen bei 0,75 Dollar Stundenlohn ihr leben dennoch ansatzweise bewerkstelligen, nutze ich begeistert, den allerorts vorhandenen Highspeedanschluss zur restwelt. Vornehmlich die westlich zivilisierte dient als üblicher Informationspool. Mit gesteigertem Amüsement nehme ich den prophezeiten Untergang des Abendlandes war. Die Auswüchse können zum Schmunzeln nur anregen. Islamische Staatsfonds decken und erfüllen die Kredite gescheiterter US-Amerikaner, während die bösen Chinesen westliche Staaten oder Banken stabilisieren und Russland als gutmeinender Bürge auftritt. Während ein stolzgeschwelltes US-Amerika noch immer einen Schutzschild aus instabiler Arroganz vor sich her schiebt.

Sämtliche Dienstleistungs- und Industrienationen vereinen sich in hektischer Panik zu einer unkontrollierten Finanzlawine. Und auf einmal kriecht die Wirtschaftselite zu Kreuz. Die einen mit goldener Nase gen Ruhestand serviert, die anderen um Almosen bettelnd, während der durchschnittliche Steuerzahler fassunglos um Atem ringt.

Sollen sie alle an ihrer maßloser Gier ersticken und die westlichen Werte ins Wanken bringen. Ohne die Fahrt an die Wand und temporeichen Bodenkontakt findet eine längst notwendige Säuberung nicht statt. Anlässe zur Besinnung auf Werte und gesteigertes Bewusstsein hätte es auch in jüngster Vergangenheit zur Genüge gegeben. Die zugehörigen Risiken einer Weltwirtschaftskrise und Zusammenbruch der gewohnten Finanzwelt, überleben wir 6 Milliarden Menschen schon. Kastrierte Finanzpotentaten können der Welt nur gut tun. Die Normalbevölkerung hat in jeder Krise Größe bewiesen. Gesteigerte Solidarität und Rückbesinnung auf moralische Werte waren die Folge und für größenwahnsinnige Neofaschisten ist in unseren Zeiten glücklicherweise kein Platz mehr.

Doch ganz ohne Schadenfreude und Horrorphantasien bietet sich der phantastische Moment für sämtliche westlichen Staaten, endlich wieder Herr über ihre Länder zu werden. Das längst veräußerte Tafelsilber liegt zu Spottpreisen in der Warenauslage. Die längst überfällige staatliche Lenkung der Grundbedüfrnisse seines Volkes ist wieder greifbar. Wann wenn nicht jetzt kann die Wasser-, Strom-, Gas- und Verkehrsversorgung wieder in den Staatsbesitz wandern? Und genau der jetzige Moment kann den Staat wieder in eine dominante Rolle auch in der Finanzwelt bringen. Ein wenig Moral, Ethik und selbstreflektive Kompetenz sei einfach mal unterstellt. Die kommerzielle Konkurrenz am freien Markt hat die Messlatte zumindest sehr tief gehängt.

Stabile Staatsgebilde mit gewinnerzielenden Beteiligungen an neuralgischen Schnittstellen, kann nur im Interesse der Allgemeinheit liegen. Auch und vor allem, um die Abhängigkeit von instabilen Staaten wieder zu bändigen. Die Gesellschaft wird befreit aufatmen und die Staatsbetriebe können mangels Personal gar nicht mehr in alten Beamtentrott zurückfallen.

Meine Bewertung der Situation: Ein bereinigendes Gewitter, welches krustige Schichten fortspült. Als Bürger mache ich mir zumindest keinerlei Sorgen...nach den heftigsten Krisen war immer zumindest eine teilweise Gerechtigkeit existent. In diesem Wissen sehne ich noch Lange kein Licht am Tunnelende herbei.

Sonntag, 7. September 2008

Panama City - immobile Schönheitsoperationen

Metropolen liebt die Welt - New York, Paris, Hong Kong, London aber auch Berlin, Prag oder Rio de Janeiro. Jede dieser Städte hat ihre Reize und Vorzüge und immer wieder dringen neue Städte in den elitären Metropolenzirkel ein. Mit Panama City, macht sich ein ernstzunehmender Konkurrent bereit. Wer sich an Berlin vor knapp 20 Jahren erinnert, weiß wie eine Stadt in Progress aussieht und sich anfühlt - eine einzige Baustelle, die immer wieder neue Architektur gebährt. Panama City wiederholt diesen Vorgang, lediglich auf potenzierte Art und Weise. Die Innenstadt wird gerade um knapp 50 neue Wolkenkratzer bereichert, zusätzlich zu den schon vorhandenen Massen. Dieses Areal schmiegt sich direkt an die Küste, mit Blick auf Inseln und den Panamakanal. Die Regierung nutzt diesen Moment, um einen gigantischen Prachtboulevard direkt an der Küstenlinie zu installieren, welcher diese hochmoderne Innenstadt mit historischem Stadtgebiet verbindet. Europäische Großstädte würden sich um diesen Altstadtkern reissen. Aktuell noch in einem erbrämlichen Zustand (quasi abbruchreif), zeigt sich hier das wahre Potential der Stadt. Koloniale Prachtbauten in kleinen Gassen, mit Meerblick und nur zehn Minuten Fussweg entfernt vom Stadtzentrum oder in der anderen Richtung vom Regenwald. Wenn sowohl Donald Trump, als auch die Unesco an einem Strang ziehen und Milliarden in eine Region pumpen, scheint es sich wohl wirklich um einen verschmutzten Rohdiamanten zu handeln. Ein umfangreicher Fussmarsch durch diese lateinamerikanische Großstadt, wird mit beklommenen Gefühlen begonnen, umfangreicher Literatur sei Dank. Und auf einmal blickt man gebannt in entspannte oder lächelnde Gesichter und wundert sich, seltener von der Seite angesprochen zu werden, als in München Schwabing. Der Besuch einer der großen Shopping-Malls erklärt den Rest. Eine Stadt, die zwei Flagshipstores von Puma beheimatet, muss prosperierend sein. Armani, Versace, Gucci, Oakley, Rolex, Svarowski...hier reihen sich Läden aneinander, die mein Budget sprengen und die man in Deutschland selten nebeneinander findet. Die Strassen strotzen von Cayenne und Touareg und anderen SUV´s ... Armut sieht anders aus, ist aber auch zu finden: Es gibt sie die Regionen ganz unten. Plattenbau trifft Wellblechhütte und sämtliche Reiseführer verweisen auf großzügige Meidung dieser Regionen. Ein Blick in die Geschichte bringt Erklärung. Der Panamakanal und große Plantagen brauchten massenweise Körperkraft, auch importierte und Menschen brauchen Betten. Arme Menschen brauchen viele Betten in wenig Raum. Die USA und ein korrupter Armutsstaat mit gemeinsamen Zielen finden die passende Lösung, welche noch immer nicht aufgearbeitet ist. Die Brachialgewalt und Geldmasse mit der die Stadtentwicklung und Gentrification vorangetrieben wird, wird neue Fakten schaffen.
Die Sanierungsmassnahmen und die Tourismuszunahme bleibt nicht ohne Arbeitsplatzzuwachs. Auch zweite Welt Staaten haben gelernt, das abgerissene Wellblechhütten durch feste Wohnsitze ersetzt werden müssen. Das wird passieren und in zehn Jahren will ich wieder hier sein in dieser atemberaubenden Stadt.

Mittwoch, 3. September 2008

Curacao ein Eiland mit Perspektive

Um das Alphabet zu komplettieren, muss nach Aruba und Bonaire in jedem Fall Curacao folgen. Subjektiv als größte bzw. bevökertste der drei Inseln empfunden. Auf einmal wieder Stadtgefühl, samt Stickigkeit, Lärmpegel, Dreck und Aggression. Die holländische Vergangenheit ist spürbar und im Stadtbild mehr als erkennbar ... die letzten Dekaden wurde kolonialer Altbau allerdings nicht wertgeschätzt, so dass sich in Willemstad etliche mondäne Ruinen aneinanderreihen. Doch die Regierung samt Bevölkerung erkennt das vergangene Fehlverhalten und beginnt mit Liebe zum Detail, den alten Glanz in die Stadt zu restaurieren. Offensichtlich wird dies noch einige Zeit dauern.
Mit der Insel konnte ich nicht wirklich warm werden. Nach den spärlichen Stränden auf Bonaire, realisiert man sandigen Wasserzugang natürlich wohlwollend, aber irgendetwas fehlt. Das Eiland scheint noch nicht wieder reif, sondern pubertiert gerade erst vor sich hin - mitsamt allem üblichen Mut zur Häßlichkeit und Krawall. Das Potential ist zu erahnen, aber versteckt sich noch erfolgreich.
Diese Wandeljahre nutzen vornehmlich holländische Touristen, um Hochkultur wie Hardcoretechno, Heineken und europäischen TV-Fussball zu etablieren. Glücklicherweise nicht sonderlich erfolgreich.
Curacao scheint seinen möglichen Niedergang vor zehn bis zwanzig Jahren erfolgreich umschifft zu haben. Die drastische Arbeitslosigkeit und heftige Armut ist gewichen, aber dennoch ist gerade in den Vororten eine Art aggressive Depression zu spüren. Hierbei ist nicht von dritte Welt Ghettos die Rede, aber von pöbelnder Unzufriedenheit. Die Insel hat noch einige Hausaufgaben zu erledigen.
Völlig unverständlich erscheint mir der laxe Umgang mit den naturgegebenen Landschaftsschönheiten. Umweltschutz ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Ich ahne, dass ich entweder 100 Jahre zu spät oder 25 Jahre zu früh zu Besuch kam - Liebe auf den ersten Blick sieht anders aus.

Samstag, 30. August 2008

Bonaire ... auf der anderen Seite der Welt unter Wasser...















Ich brauch weniger Menschen um mich und mehr aufrichtige Freundlichkeit, mein Gepäck wird in das kleinste auftreibbare Flugzeug gezwängt und knatternd erobern wir Bonaires Landebähnchen auf einem Flughafen groß wie ein Busbahnhof. Die pinke Farbe passt zum Namen Flamigo Airport und schon beim einchecken spannt meine Wangenmuskulatur. Grenzdebil grinse ich die freundlichen Zollbeamten an und registriere erstaunt, wie jedermann den anderen freundlich grüßt. Es wirkt völlig ehrlich, zwangfrei und ohne große Gestik und Mimik...ein angedeutetes Lächeln und zartes Nicken, beide wissen Bescheid. Das liegt mir, selbst zweirädrig im Strassenverkehr scheint man trotz Schotterpiste über rosa Wattebäuschen zu schweben. Das ist genau meine Mentalität. Auf dieser Insel halten sich dauerhaft nur 15.000 Einwohner auf und wirklich schlecht scheint es niemandem zu gehen. Die Erdgeschichte tat ihr übriges, als sie vor etlichen Jahren dieses Atoll aus ihrem Schoss presste und ihm einen paradiesischen Feinschliff gönnte. Bonaire ist strandarm, aber das Wasser wirkt allerorts wie der Photoshopfilter für perfekte Urlaubsfotos. Schon vom Ufer aus lässt sich eine schillerndbunte Unterwasserwelt bestaunen - doch gleitet man bebrillt in die Fluten platz man vor Freude, ob so vieler Farben, Fische und Flossengezappel. Auf der ganzen Insel sorgt die Natur und geologische Gegebenheit für ein positives Grundrauschen, welches sich als absolutes Stille in den Gehörgang pflanzt. Erst im Schlaf kommen die Mundwinkel dazu sich etwas zu entspannen, während man all die überwältigenden Sinneseindrücke verarbeitet und mental völlig neue Schubladen schreinern muss um sie zu verstauen. Ich mag Kontinentalküche und Meeresfrucht gepaart mit lokaler Finesse...ich mag die Küche von Bonaire. Den Tag lang verbringe ich damit, Kalorien auf meiner Zunge tanzen zu lassen . Während ich unter schattigen Palmendächern sitze, wabern Lichtreflexe über mein Gesicht...Sonnenstrahlen die das Meer zurückschleudert. Wohlsein bedarf keiner Adjektive, sondern einem karibischem Sonnenuntergang, während man im Wasser steht und von den Wellen geschaukelt wird und seine Liebste küsst.

Freitag, 29. August 2008

Hilfe die Amis kommen ... oder wie mach ich aus dem Paradies ein Disneyland (Aruba)

Meine Reise trägt mich weiter, die Karibik zu groß, die Flieger zu klein, um nur an einem Ort zu verweilen. So falle ich aus dem klimatisierten Propellermaschinchen auf die staubige Landebahn Arubas, dabei ein Gemisch aus trockener Wüstenluft, Kerosin und verbranntem Gummi inhalierend.
Mein schüchternes kleines Domizil liegt abgelegen, doch mein Fahrer lässt mich die Hölle passieren. Mallorca-Bettenburgen in gehobenerem Ambiente und tausende grölende amerikanische Pauschaltouristen. Während ich das Würgen unterdrücke flankiert uns das mittlerweile zehnte Casino, der zweite Golfplatz und die Strasse ist SUV-verstopft.

Die Vorwürfe des Neoimperialismus perlen an den USA ab, wiegen im Vergleich zum Conqueror-Tourismus aber umso angebrachter. Dieses Atoll wurde einverleibt. Es gibt pappige Tacos, schlechte Musik, Plastikcocktails und viel zu dicke Frauen in viel zu greller Badekleidung. Vor lauter Weggucken schmerzt mein Hals wie bei der Paarung von Mumps und Angina, als mich ein Fernsehserien-Beau anspricht. Sein Zahnpastalächeln sorgt für Blendenflecke auf meinen Augen. Ob ich hinter einem Boot am Fallschirm gleiten oder Jetski fahren möchte...
Auf meiner Flucht, drapiere ich den hochgewürgten Cocktail samt Mexikofrass im Springbrunnen vorm Marriott und danke einer höheren Macht ohne US-Pass geboren zu sein und nicht auf dem falschen Eiland zu hausen. Man nehme alles widerwärtige dieser überdimensionalen Minigolfplätze und Disneyland und prügel diese Architektur inmitten einer kitschigen Naturschönheit, feinjustiere den Lärmpegel auf Krawall und findet sich an der beliebtesten Strandpromenade Arubas...
Auf diesen Schock hin legte mich ein Grippchen erstmal flach, so dass ich die nächsten drei Tage vor US-Fernsehserien im Bett verbrachte...Danach endlich tastete ich mich mit eigenem Gefährt über dreckige Geröllstrassen in verstecktere Gefilde hervor. Und glücklicherweise hat sich Aruba dort noch allen Charme bewahrt. Wundervolle Optik aus Lavagestein und Korallenstein, schneeweoße einsame Strände und bizzare Klippen mit einem wundervoll türkisen Meer...mit dem breitesten Grinsen kuschelte ich mich in das Katalogfoto und sog all die Ruhe in mich hinein. My happy place.




Samstag, 23. August 2008

Nur kein Neid...ich bin im Paradies

Cornelius bereist im Sommer 2008 Schwellenländer, vornehmlich in Insellage, tropisch und von prekärer Armut verschont. Während diese Zeilen ihren Weg auf den Monitor finden, bildet sich auf der Tastatur eine klebrige Patina, aus Salzwasserbrise, Sonnenschein und Sandverwehung. Meine eigene Patina ließe sich als sonnengegerbte Nordeuropäerhaut mit salzigen Überbleibseln verdunsteten Schweiß beschreiben. Meine spärliche-sommerliche Kleidung saugt sich voll mit meinem Schweiß, tropischen Regengüssen, klammer Klimaindikation und dem absoluten Glück. Natürlich kann man sich als halbwegs solventer Erstweltler, ein paar sorgenfreie Urlaubswochen in exotischer Ferne verschaffen. Die Kunst besteht jedoch darin, sich nicht parasitär eine fremde Welt Untertan zu machen, sondern als Teil von ihr parallel zu existieren, unbekannte Kultur zu erkennen und sich spielerisch einzubringen. Castara auf Tobago ist für mich einer dieser Orte, die dem selbstgemalten Paradies noch am ehesten entsprechen können. Vom Tourismus nur touchiert, aber doch authentisch wachsend und voll von stolzen Bewohnern, bieten sich hier Einblicke in eine gänzlich andere Welt. Fruchtbarkeit springt einem ins Gesicht, überall wächst, kraucht und gedeiht Flora wie Fauna...glücklicherweise in Gänze ungiftig und zumeist wohlriechend und kalorienreich. Englische Besitzer haben meine gemietete Residenz mit viel Feingefühl erbaut und beschäftigen zahlreiche Einheimische. Leider haben sie es in den immerhin 10 Jahren nie vermocht, den Status eines Fremdkörpers zu verlassen. Nach langer Historie, mit Sklaverei, Kolonialismus, Ausbeutung und ähnlichem Grauen, vernichtet weiße Hautfarbe gepaart mit minimalem Hauch Überheblichkeit jeglichen Ruf. Umso erstaunlicher, da sich die Bewohner dieses Küstenidylls als überaus interessiert und wohlwollend herausstellen. Zu Recht verlangen sie allerdings einen minimalen Grundrespekt und Achtung eigener Traditionen und Routinen. Nichts leichter als das, vor allem, wenn die Hürden verwaltbar angeordnet sind. Da lande ich in einem Dorf mit 400 Einwohnern, die gemeinsam offensichtlich weit unter meinen Umsätzen generieren und kaum zählbares Eigentum aufzuweisen können. Dennoch lassen meine Empfindungen keinerlei Hochmut zu, vielmehr versuche ich zu begreifen, welcherart Glück die Menschen überhäuft. Trotz finanzieller und materieller Engpässe herrscht kaum Unmut, Neid oder Leid. Trotz spürbarer Unterschiede, den Besitz betreffend, fühle ich mich zu keinem Moment ausgegrenzt oder argwöhnisch beobachtet. Es ist so erschreckend leicht, Teil der Gemeinschaft zu werden und an Gemeinschaftsaktivitäten teilzuhaben, ohne das irgendetwas erwartet wird. Andere, zumeist tumbere und naivere Touristen, verschaffen sich vor Ort in Kürze große Antipathien...Einzig auf Grund von Verhaltensmustern. Wertfrei kann ich mir in allererster Linie, absolutes Interesse am Menschen, am Gegenüber unterstellen. Wie leben Menschen und warum? Was bewegt sie und welche Träume und Ziele haben sie oder eben gerade nicht? Auf einmal erwächst aus zunächst oberflächlichem Smalltalk, kollegiale Unterhaltung und gegenseitige Neugier. Es zeigt sich auf so ernüchternde Art und Weise: Mensch ist Mensch - egal wo!

Mittwoch, 23. Juli 2008

Blogger sind unkäufliche Krampfköppe ... und hassen Blogvertising

Na was ist denn los, werte Nerds und heilige Kuh Treiber. So zurückhaltend die bloggenden Freaks, so schüchtern die anarchisch-konservativen Textathleten. Nicht mal ein müder Aufschrei getippter Weise, nur heimliche Emails, von netten "Verrätern". Selbst Sascha verstummt...

Da wird gutes Geld für Blogmarketing und Blogwerbung in Aussicht gestellt, für den Ausverkauf von Autorenfreiheit und Beschneidung der eigenen Kreativität und alles was kommt sind heimliche Emails, von verschüchterten Mitmachwilligen. OK, dieser Blog hier ist winzig, ok ich bin in der Blogosphere gänzlich unwichtig, ok ok ok. Aber will denn keiner meiner masochistischen Sehnsucht nachgeben und auf den Kommerzgeier und Großkapitalisten Cornelius eindreschen, bevor dieser sich in die Sonne flüchtet und 70 Tage stumm bleibt?

Vielleicht muss ich ja schon negative Postings bezahlen...bezahlte Blogbeiträge, die auf mich schimpfen, mich beleidigen und meine Werbementalität bloßstellen, meine niederen Instinkte und geldgierige Sichtweise. Vielleicht mach ich das...eine Kampagne im Bereich Blogmarketing, die nur darauf abzielt mich zu dissen und bloß zu stellen. Blogger, die meine fehlende Fachkompetenz an den Pranger stellen, sich auf meine Kosten amüsieren und den allgemeinen Werteverfall insbesonders den meinen verurteilen. Sascha hab ich zu wenig geboten, dessen Energie ist erschöpft...

Oder ich kämpfe weiter um Ignoranz, bis kein Verzeichnis mich mehr führen mag, Google keine meiner Seiten mehr listet und alle Backlings verkümmern. Ich werd einfach der schlechteste Blogger und belege überall den allerletzten Platz, als lebendige Karteileiche und überschwemme diesen Blog mit Adsense für veganes Katzenfutter, schalte heimlich Banner für die CSU und verabschiede mich für immer von dem Gedanken, dass es aufgeschlossene Blogger gibt, die ein wenig kaufmännisches Denken und künstlerische Freiheit vereinbaren können. Die deutsche Blogosphere ist eben deutsch, da ist kein Platz für Gewinnerzielung...schon gar nicht mit Instrumenten des MArketing oder der Werbung im Allgemeinen...

Ich wünsch mir selbst ne gute Reise...Prost

Dienstag, 22. Juli 2008

Honeymoon versus Blog

Die Welt trägt Trauer - die Damenwelt, weil Cornelius sich am 08. August vermählt, während die geneigte Leserschar höchsten minimale und seltene Zeilenverköstigung genießen kann.

Mit nunmehr 30 Lebensjahren und den letzten fünf ohne ernstzunehmenden Urlaub, lockt mich die lateinamerikanische und karibische Äquatornähe. Volle 70 Tage Freizeit und Reiseabenteuer warten auf mich und meine zukünftige Frau. Es wird mir sicher schwer fallen, mich auf Nichtstun, Freizeit und Genuss zu konzentrieren. Dazu exotisch-kulinarische Genüsse, geballte Natur, sinnlicher Beischlaf, Salzwasser und Pudersand und Regeneration pur. Bevor Neid aufkommt, erwähne ich, dass die fünf Jahre ohne Urlaub auch durchsetzt waren mit 6-Tage Woche und knapp 80 Stunden Leistungspensum, wie es sich für einen manischen Workaholic gehört, dem die Ehre zu Teil wurde seine Hobbies in Berufung zu verwandeln.

Eine so lange und aufregende Reise mit der Frau zu teilen, die ich liebe und vor Ort sogar heirate, macht mir Gänsehaut. Trotzdem ich eigentlich kein Sentimentalist und stets souverän bin, gestehe ich kribbelnde Aufregung. Barfuss am Strand, mit offenem Hemd, die Liebste betrachten, wie sie in weißem Kleid in die Sonne lächelt, kann ich immer noch nicht ganz wahrhaben. Ein Standesbeamter aus Tobago, mit zwei mir unbekannten Trauzeugen, wird mir mein "Ja" (oder "Yes") entlocken und mich in einen völlig neuen Lebensabschnitt treiben. Einen Lebensabschnitt in dem ich mir tatsächlich Kinder vorstellen kann. Ich freue mich nach der Reise als frischgebackenes Ehepaar eine frisch erworbene Eigentumswohnung zu beziehen und nach dem langen Urlaub, mit neu sortierten Prioritäten, die Arbeit etwas zu vernachlässigen und mich auf Wesentliches zu konzentrieren - Familie und ein gemeinsames Nest, soziale Kontakte ausleben und Hobbies ohne Geldwert verfolgen.

Natürlich vernachlässige ich dadurch meinen Blog. Wie zuletzt so oft, wird mancher denken. Schließlich ging es meist nur noch um Blogvertising, Werbung, Eventmanagement, Fussball und andere Dinge, die weit weg von der Blogüberschrift sind. Dieses Mal aber mit einem der wichtigsten Gründe - der Liebe und dem Leben. Ich freu mich auf Sonne, die mein Gehirn massiert, Freiheit und Kitsch...und auf Abenteuer.

Hoch und heilig versprochen, gibt es ab Oktober wieder forciert Einblicke in meinen Werdegang und sicher auch mehr Details zu meinen Visionen UND ich werde intensiver Schnittstellen suchen. Ich habe in der letzten Zeit vor allem gelernt, dass man nicht alles selber realisieren muss. Es reicht manchmal vollkommen der "Möglichmacher" und Schutzpatron zu sein und Menschen mit Visionen auf ihrem Weg zu unterstützen. Ich kann es mir glücklicherweise leisten eigenen Protegés beim wachsenden Erfolg zu zu sehen und profitiere davon im selben Maße. Doch dazu später mehr. Ich werde sicher noch schreiben bevor ich mich in dir Karibik und die Ehe stürze, es sei nur auf eine lange Pause hingewiesen...vlt. überkommt es mich ja in den Wochen, visuell und mit Text, meine Resieeindrücke zu posten, wenngleich der Neid dann nicht zwingend sinkt...

$$$ - werbewilliger Blogger gesucht für Blogvertising - $$$

Oft um- und beschrieben, wird es jetzt zum ersten Mal konkret. Gesucht wird ein Blogger, der auf zumindest 500 unique Visitors per Monat kommt und bereit ist, diesen für unaufdringliche Werbung zu öffnen. Es geht um einen Mix aus Bannerschaltung, Textanzeige und bezahlte Beiträge - "banales" Blogvertising also.

Es ist in der Start- und Vorbereitungsphase ein Versuch, Abläufe auszuprobieren und erste Erfahrungen zu sammeln. Dieses Experiment richtet auch und vor allem an kleine Blogs. Alles was wir dafür brauchen, ist eine kleine Beschreibung der Blogthematik (3 Sätze), eine Einschätzung der Zielgruppe/Leserschaft, den Link und die aktuellen Besucherzahlen.

Gerade in der Vorlaufphase, zahlen wir überdurchschnittliche TKP-Preise...Bitte melden!!!

Montag, 21. Juli 2008

Lebensunterhalt durch Bloggen...

Provokant schmeisse ich ein wenig mit Zahlen um mich.

Henning P. ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, schafft an 230 Arbeitstagen im Jahr knappe 1.900 Stunden. Durchschnittlich wie er ist, ist sein beruflicher Status völlig ohne Belang, er bezieht einfach das deutsche Durchschnittseinkommen in Höhe von circa 40.000 Euro brutto.

Henning P. interessiert sich in seiner Freizeit für Fussball. Er favorisiert den FC.St.Pauli und begleitet seinen Verein auch zu Auswärtsfahrten, ist aktives Mitglied im Verein, sowie im Fanclub Quasi-Durchschnitt. Hobbymäßig schildert er seine Erlebnisse bei und mit St.Pauli und drumherum - in seinem selbstgebastelten Blog. Hunderte Fotos und Videosequenzen und noch mehr Texte sind dort zu finden. Ab und zu sogar ein paar dramatische Gerüchte, seine Frau ist die Schwester vom besten Freund des Zeugwarts. Ab und zu darf er mit seinem Fanclub im Innenraum sitzen oder fährt im selben Abteil, wie die Mannschaft...spannend spannend. Leider bleibt ihm für die Blogarbeit wenig Zeit. St.Pauli, die Arbeit und die Familie wollen ja auch viel Zeit.

Dabei hätte Henning auch sonst viel mitzuteilen. Er fährt einen uralten Opel Kadett und liebt Skandinavien, wo er die letzten 20 Jahre insgesamt 60 Wochen Urlaub verbracht hat. Seine Frau und er haben ein mittelgroßes Salzwasseraquarium und züchten erfolgreich exotische Fische...

...sein Job kotzt ihn mittlerweile an, aber als verantwortungsvoller Familienvater hängt er sich dennoch weiter rein.

Mit insgesamt 5.000 Besuchern täglich, auf seinem Blog, bzw. weiteren eigenen Interessenblogs, sollte die Festanstellung zu ersetzen sein. Knapp 2 Millionen Besucher im Jahr...ein hehres Ziel, allerdings stehen auch 1.900 Stunden Arbeitszeit zur Verfügung, bei einer Aufgabe, die sich direkt am eigenen Interesse ausrichtet.

Was für ein Zahlen-Wirrwarr völlig ohne Begründung...nicht ganz.

Ich denke ein Blog mit inhaltlicher Dichte und eindeutiger Profilierung verträgt einen gleichzeitigen Werbemix, bestehend aus einem größeren Banner, drei Textanzeigen, sowie zehn bezahlten Posts (wenn im Gegenzug 100 redaktionelle Posts entstehen). Dieser Mix sollte bei langfristigen Verträgen einen TKP-Preis in Höhe von 20 Eu rechtfertigen. Idealerweise ergänzen sich Werbekunde und Bloginhalt - zumindest was die Zielgruppe angeht. Dem Kunden und dem Blog zuliebe, wird das Angebot aber nicht auf ein Unternehmen beschränkt, sondern durchmischt.

Geht nicht? Unmöglich? Bauernfängerei? Ich verspreche unlautere Dinge?
Nein, ich verspreche gar nichts - schon gar keinen Cut von heut auf morgen. Diese Rechnung soll nur ein Ansatzpunkt sein, wie man den Wert von Besuchern beziffern könnte. Wenn es einen zuverlässigen Wert gibt, anhand dessen Besucherpakte gebucht werden...liegt es am Blogger selbst seine finanzielle Unabhängigkeit voranzutreiben. Selbst wenn es am Anfang nur kleine Boni sind, weil die ersten Monate doch nur 1.000 Besucher kommen, das Werbebudget ist greifbar und zu erarbeiten...

Ich kann nicht mehr schreiben...Puh
Ich werds nochmal erklären...und strukturieren...sond eben nur Momentaufnahmen und Gedankenfetzen ;)

Wieviel Geld darf es denn sein? Was ist ein Blog wert?

So nach etlichen Postings zum Projekt, wird nun der Spieß umgedreht. Fragestellung:

Welchen Wert haben 1.000 unique Visitors auf dem beteiligten Blog? Ab wann ist eine Vergütung angemessen, fair und motivationsdienlich?
Als Überlegungsgrundlage ein paar Punkte. Der werbende Kunde wünscht sich spürbare Exklusivität und prominente Platzierung im Blog. Der Kunde bucht die Tausenderpakete in dem Maß, dass der jeweilige Blogger über einen längeren Zeitraum, mit garantierten Einnahmen rechnen kann. Es werden nur seriöse Produkte und Dienstleistungen beworben, in optisch hochwertiger Qualität.
Gesucht wird der Tausenderschlüssel für ein Superbanner (728x90 Px), ContenAd (300x250Px), Textanzeige (ähnlich Adsense). Gestreamt würde von einem externen Server.
Blogvertising wird durch bezahlte Beiträge erst wirklich interessant und interaktiv, bzw. kommunikativ. Hier ist allerdings weniger ein 1.000er Besucher-Paket anzusetzen. Ein Post rückt ja mit jedem folgenden Post in unprominentere Position. Andererseits wird so ein Post ja nicht geliefert, sondern durch den Blogger kreiert. Was kostet also ein bezahlter Beitrag (Mindesttextlänge etc. selbstredend), pro Tausend Besucher monatlich?

Klar ist die Fragestellung dreist...aber ich wage hier ein kreativ-realitisches "Wünsch dir was", welches sich mit aktuellen Realitäten messen kann (hierbei möchte ich die Richtwerte von W3Scan allerdings außer Acht lassen - die klingen nach Dumping). Vor dem Kommentieren Bedenken, der Aufwand Werbekunden, Anzeigen etc. zu finden reduziert sich erheblich, zu dem hätte eine Kooperation Planbarkeit über einen längeren Zeitraum zur Folge UND der Blogger muss offizielle Rechnungen ausstellen können.

DANKE
PS.: @ Sascha, hol die große Trommel aus dem Keller...Trigami, Adical - we are ready 2 kill the good and the evil...

Sonntag, 20. Juli 2008

Was kann der Blogger verdienen - Blogvertising lohnt sich auch für kleine Blogs

Natürlich ist eine Hauptsache, die Verdienstmöglichkeit. Wer seinen Blog der Werbung öffnet möchte natürlich entschädigt werden.

Die Kalkulation ist diesbezüglich noch nicht abgeschlossen. Die Zielsetzung ist allerdings einfach beschrieben:
Der Blogger weiß vorher genau, was er in Rechnung stellen darf. Der geschlossene Vertrag richtet sich nach den Unique Visitors des Blogs. Die Agentur kauft eine fixe Besucher-Summe ein - je nach Größenordnung resultiert daraus die Laufzeit der Werbemassnahme. Gerade kleinere Blogs können auf diese Weise z.B. 10.000 unique Visitors anbieten und wachsende Besucherzahlen forcieren, um zeitnah ein neues Paket anzubieten.
Natürlich werden auch weitere Abrechnungsmodelle entwickelt. AdKlicks, Leadkontakte oder oder, die Wahl der Kooperation liegt beim Blogger.

Die Größenordnung der Verdienstmöglichkeit erklärt sich am besten im Vergleich - mehr als bei den anderen Anbietern.

Klare Fakten werden nun erarbeitet, so dass in Kürze konkrete Werte und Vertragsgrundlagen veröffentlicht werden können. Dann wird die Kommunikation direkt und durch die Agentur geführt.

Fakten zum Blogvertising - Modell

Auf vielfache Nachfrage, folgt nun ein wenig Faktensalat zum laufenden Blogvertising Projekt. Transparenz unterstreicht unter Umständen die Seriösität des Anliegens.
Wer ich bin spielt allerdings keine Rolle, da ich weder Vertragspartner noch Budgetverteiler bin. Meine Person oder besser mein Blog, dient nur als Kommunikationsbrecheisen. Meine Blogthematik und die daraus resultierende Zielgruppe, war für die beteiligte Agentur relevantes Kriterium, die Recherche und Kommunikation hier zu beginnen. Nur zu gern spiele ich den Vermittler, auch weil ich etliche Beteiligte ausreichend kenne und ein stimmiges Projekt erwarte.

Warum bisher keine klaren Fakten veröffentlicht wurden?
Das Modell befindet sich in der Mache. Die Kommentare, Kommunikation und Recherche hier und an anderen neuralgischen Punkten fließt in das Geschäftsmodell mit ein. Es ist in keinster Weise Ziel Trigema, Adsense, Linklift oder wie sie alle heißen Konkurrenz zu machen. Hier entsteht nicht der nächste Web 2.0 Mediariese auf Krücken. Zudem ist die Auswahl der beteiligten Blogs in erster Linie qualitativer und inhaltlicher Natur. Die Besucherzahlen werden erst an späterer Stelle relevant, auch und gerade kleinere profilierte Blogs sind als Werbepartner gewünscht. Das Ziel ist organisch gewachsene und aufrichtige Schlagkraft, mit einem Netzwerk aus autarken Blogs mit starken Inhalten. Kooperation beschreibt die Denkweise am ehesten. Der Blogger soll sich seinem Themenfeld weiter und vertiefter widmen können, auch weil ihm finanzielle Unterstützung "droht".

Wer steckt dahinter?
Als Auftraggeber tritt eine junge Agentur auf, die seit Jahren immer tiefer in die Materie Internet, Marketing und Werbung eintauchen. Diese Agentur hat ihren Sitz in Hamburg und hat eine seriöse Gesellschaftsform gewählt. Basis der Geschäftsbeziehung ist ein schlanker Dienstleistungs-Vertrag, in dem sämtliche Absprachen und Pflichten fixiert werden. Selbstverständlich ist die Werbung nach geltendem Recht eingebunden, klar definiert und bedient sich keiner Grauzonen-Elemente.

Welche Werbeform?
In Betracht kommen Werbebanner (keine Layer oder Popups), Textanzeigen und bezahlte Posts, im Idealfall als Paket im Mix. Die Inhalte (außer textliche) werden in hochwertiger Qualität geliefert. Die Werbeform wird ins Layout an definierten Positionen eingebunden und als Werbeanzeige deaklariert. Augenscheinliche Verwässerung von Content und Blogvertising findet nicht statt.

Warum das Ganze?
Natürlich gibt es komfortable Formen Onlinemarketing zu schalten. Mediaagenturen bieten allerorts ihre Dienste an. Die Qualität der Werbepartner, das Werbeumfeld und auch die Möglichkeiten sind oft sehr bescheiden und wenig individuell. Zudem bleibt ein beträchtlicher Anteil des Budgets bei dem Vermittler kleben. Die beteiligten Blogger bekommen nur einen Bruchteil des eingesetzten Etats.
Die beteiligte Agentur tritt beim Kunden auch beratend in Erscheinung und weist auf die Anzahl an Nachteilen im klassischen Onlinemarketing hin und will ein effektiveres Modell anbieten, in dem alle Beteiligten gleichermaßen profitieren. Natürlich erfordert dieser Weg ein Umdenken auf Unternehmerseite. Sie geben ein Stück weit das Ruder aus der Hand und riskieren eine reale Auseinandersetzung mit sich und dem beworbenen Produkt. Dies kann gerade für weniger wertige Konsumgüter durchaus heikel sein.

Welche Kunden?
Das Umfeld Blogosphere, samt Skepsis und Kritik, schränkt den Kundenkreis natürlich ein. Selbstbewusstsein und Kritikfähigkeit sind wichtige Attribute, um sich in diesem Dunstkreis werbend aufzuhalten. Da nicht alle, auch nicht alle großen, Unternehmen Betrüger sind, gibt es doch etliche potentielle und schon vorhandene Kunden. In jedem Fall gibt es klare Ausschlusskriterien für Kunden. Sexportale, Abzocker, Billoklitschen, Nepper etc. werden von der Agentur selbst auch nicht bedient. Kein Blogger läuft Gefahr Anzeigen für die Bildzeitung oder alberne Gewinnspiele bei sich zu finden. Zudem wird jeder Kunde und sein Inhalt abgesprochen und freigegeben.

Samstag, 19. Juli 2008

Blogvertising - Werbung und Marketing im Weblog

Nach allgemeiner Auffassung ist ein Weblog, die wohl lebendigste Form einer Internetseite. Organisch wachsend und regelmäßig mit redaktionellen Inhalten gefüttert, spiegelt ein Blog auf sehr subjektive Weise, die Meinungen seiner Autoren wider. Fotos und Grafiken werden ebenso eingebunden, wie Ton- und Videomaterial - der hauptsächliche Inhalt ist zumeist textlicher Natur. Gerade die Subjektivität und Polarisierung sorgen für eine starke Verdichtung der Zielgruppe und deren Interessen. Dieser Fakt macht die Blogosphere natürlich für Unternehmen mit Marketing- und Kommunikationsinteressen interessant.

Die Blogger spalten sich allerdings in zwei Lager. Während die eine Seite auf absolute Unabhängigkeit und Werbefreiheit besteht, gibt es pragmatischere Blog-Verfasser. Diese sehen finanzielle Vorteile und halten unabhängige redaktionelle Inhalte und Werbebotschaft für vereinbar. Internetwerbung wird nach wie vor von Agenturen, wie Unternehmen stiefkindlich behandelt. Nicht zwingend das Budget betreffend, doch die Darstellung und Umsetzung ist all zu oft auf anstrengedste Weise penetrant und marktschreierisch. Elegante Reduzierung, wie zuletzt in klassischer Werbung realisiert, findet sich im Www leider kaum. Blinken, Flackern, bunte Zappelbilder mit stumpfem Plott versuchen den Kaufanreiz durch maximale Penetration zu erzielen. In Weblogs wird selbst diese Qualität oft noch unterschritten. Die Quote unseriöser Textanzeigen ist erschreckend.

Eine Entwicklung zum Positiven ist erkennbar - Qualität und Hochwertigkeit werden sich auch im Internet etablieren. Wenn Unternehmen die Vorteile von Onlinemarketing erkennen und ausschöpfen, wird sich auch ein neues Werbebewusstsein einstellen. Gerade Werbung im Blog bedingt eine neue und progressive Sichtweise der Firmen. Entgegen ihrem vorigen Selbstverständnis, kaufen sie in Weblogs keine unreflektierte und unkommentierte Werbefläche ein. Das alte Selbstverständnis "Wer zahlt hat Recht" ist ausgehebelt. Selbst ein hochaktiver Blogger, der einen spürbaren Teil seines Lebensunterhalts aus Werbeeinnahmen bezieht, wird stets auf seine Souveränität verweisen und im Zweifel auch hochdotierte Etats ausschlagen.

Das werbende Unternehmen bekommt die Vorteile des interaktiven Mediums also nicht ohne Aufrichtigkeit und Transparenz serviert. Statt einfach mit Werbebotschaft zu erschlagen, muss es sich einer kritischen Diskussion und Reflektion stellen. Ob Bannerwerbung oder Textanzeige, vielmehr aber noch bei bezahlten Posts, wird Interaktion folgen. Folgeposts können Bezug zum Geschehen nehmen oder Kommentare, auch kritischer Natur, widmen sich dem Werbethema. Der Blendfaktor verheißungsvoller Werbebotschaften verblasst. Dafür bietet sich die Chance realer und lebendiger Unternehmenskommunikation unter Einbezug der Zielgruppe. Ein mit Bedacht ausgewählter Blog wird in jedem Fall seinen Kommunikationseffekt erzielen.

Gerade Aufrichtigkeit, Transparenz und Konfliktstärke wurden zuletzt in allen Werbemedien sträflich vernachlässigt. Die Notwendigkeit, diese Punkte beim Blogvertising tunlichst nachzuliefern wird die Werbelandschaft nachhaltig verändern. Dazu werden sich einige Werbekunden noch blutige Nasen holen, profitieren wird in erster Linie der Konsument und natürlich der Blogger selbst. Wird doch endlich sein Output in gebührendem Maße auch finanziell honoriert.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Will denn niemand Geld? Werbung im Blog - das rote Tuch

Ich habe es mir leichter vorgestellt, dachte mein Blog wird überrannt, die Kommentare ufern aus. Stattdessen nur Kritik. Der gemeine Blogger an sich, fasst das heiße Eisen Werbung nicht an. Selbst Blogger mir Adsense-Krawall im Überfluss und Trigema-Postings en Masse, lassen sich nicht einmal auf eine kritische Diskussion ein.

Unseriös scheint jeder jeder Versuch den redaktionellen Wert eines Blogs auch zu honorieren. Warum? Man möge mich aufklären. Weil ich oder die beteiligte Agentur nicht Google heißen, weil aktive Versuche gemeinhin schon als unlauter gelten?

Nun sitz ich hier mit nem zugesicherten Budget und kann es höchstens über klassische Wege verteilen. Das werd ich nicht tun, lieber gebe ich den Pott zurück. Wenn sich keine aufgeweckten Blogger finden, die ihre Chance wittern, werd ich mich nicht weiter unbeliebt machen. Wozu auch...? Blogvertising scheint nicht auf direktem Wege zu realisieren...

Dienstag, 15. Juli 2008

Werbung stinkt ... a blog should be free...

Nach nun mittlerweile über 30 Jahren Existenz auf Planet CocaCola, komm ich zu dem Schluß, dass Werbung und Marketing die Welt verschmutzen und einem Krebsgeschwür gleich meine Umwelt auszehren. Allerorts schreien albernste Werbeträger ihre kruden Messages in die Gegend - Ausweichen ist unmöglich.

Verquollene Augen erblicken morgens im Spiegel, wie eine Hand versucht, mittels Bürste, die Zähne zu reinigen und gleichzeitig den Iltis aus dem Mund zu verscheuchen. Wie jeden Morgen tasten sich jungfräuliche Ohren in die Realität, während ein schrecklicher Radiosender seine Frequenz nutzt, um den letztproduzierten Poptrash in die Welt zu blasen. Morgenmuffelnd wippt man dennoch im Takt, bis einem altbekannte Kino-Synchronstimmten Baumarktprodukte anpreisen und aneinandergereihte Werbejingles jeglichen Blödsinn hochjubeln.

Beim Frühstück wird der druckfrische Spiegel gezückt. Dieser entläd durch meine ungeschickte Performance knappe 500 Gramm Werbeinlage über mein leckeres Marmeladenbrötchen. Das Brötchen aus der Tüte, die neben Brötchentransport einen weiteren Mehrwert erlangt hat - Werbeträger. Offensichtlich kann ich via Gewinnspiel eine Reise nach Rügen gewinnen. Der kurze Weg zum Bus schmeisst mich beim nächstgelegenen Kiosk vor den Tresen - Nikotinsucht. Einen Kiosk verfehlt man nur schwer, sowohl der Fahrradständer, als auch die Kundenstopper vor der Tür bieten einiges an Kaufanreizen. Jetzt noch schnell den HVV-Promomaterial-Verteiler-Studenten wegboxen, um die Fahrkarte zu lösen und hinter einem "Rainbow Tours"-Werbeplakat Platz zu nehmen.

Der Tagesverlauf lässt sich unendlich fortsetzen und um Details erweitern...Neues erfährt niemand. Werbung nervt stets, ständig und überall. Zum Verzweifeln, dass sich dies Budget zusätzlich noch im Kaufpreis niederschlägt... Böse böse böse Werbung, arglistige Kapitalismuswelt. Ganz unironisch: Werbung ist unbeliebt - auch bei mir.

Da große ABER muss dennoch folgen. Es werben ja nicht nur Großkonzerne mit amoralischen Beteiligungen, menschenverachtenden Anstellungsverhältnissen etc.. Der Fleischbräter um die Ecke sorgt ebenso wie der Fahradmechaniker für seine Leistungen. Nicht aus betrügerischer Absicht, sondern zur Existenzsicherung und für eine funktionierende Gesellschaft. Je größer, je verdächtiger das werbende Unternehmen und Kritik muss berechtigt sein, Skepsis in jedem Falle. Doch muss auch ein Brauereikonzern seiner Verpflichtung nachkommen, Schulden zu tilgen, Arbeitnehmer zu entlohnen, Steuern zu zahlen. Heimlich unter der Theke verkauft sich kein Getränk in ausreichendem Maße. Auf positive Auswirkungen für Kunst, Kultur, Gesellschaft, Arbeitnehmer etc. muss nicht näher eingegangen werden. In erster Linie wird niemand unter Zwang mit Werbung gefüttert...Werbung allerdings füttert eine Menge Mäuler direkt oder indirekt.

ICH bin weder Unternehmen, noch Werber (zumindest im weitesten Sinne), doch reines Schwarz-Weiß-Denken ist mit zuwider. Werbung hat ihre Berechtigung und füllt die Lücke, die ausbleibende Mäzene, klamme Staaten und andere hinterließen. Keine Heiligen und dreiste Egoisten, aber unverhohlen im Auftritt. Und nun erkenne die Unternehmen ENDLICH den Wert des Internet an und möchten ihr Budget auch dort versenken. Wohlwissend um die anarchischen Zustände dort.

Ich sag: Let´s Rock...get rich und scheiss auf den Rest. Ist das FDP?


Blog trifft Werbung - Blogvertising hat Freunde

Im Kontrast zum letzten Post, meine eigentliche Meinung und Schilderung meines Bestrebens. Wer diesen Blog länger verfolgt oder sich die Mühe macht auch ein paar ältere Einträge zu inhalieren, kann ein anderes und wohl auch realeres Bild bekommen.

Mein Leben meinte es gut mit mir und ich hab die sich ergebenden Schnittstellen willig angenommen und bestückt. Unfair oder auch nicht, jedenfalls vergönnt mir mein Kontostand ein zwang- und druckfreies Leben. Statt mich als Jetset-Assi mit mir verhassten Kleingeistern meiner Freizeit zu berauben, suche ich aber immer wieder neue Aufgaben und Knotenpunkte. Mehrfach erwähnt soll dieser Blog auf Sicht auch Berührungspunkte zur Realität bieten. Interaktive Projekte, befreit von Risiken und mit mir als Backup...doch naht meine 70-Tägige Hochzeitsreise ab Ende Juli.

Im Rahmen meiner Tätigkeiten stolper ich ungewollt über die Bedürfnisse Anderer - eben auch über Unternehmen, die frustriert von klassischen Werbemöglichkeiten sind. Böse großkapitalistische Unternehmen, die erstaunlicherweise Absätze generieren müssen, um wirtschaftlich zu überleben, ihre Mitarbeiter, wie auch Steuern zu bezahlen. Und ich sehe andererseits hochmotivierte Blogger, die bislang ohne finanziellen Anreiz Zeit und Mühe aufwenden und ihren Blog mit eigenen Inhalten füllen. Teilweise sehr originell, innovativ und kreativ - in jedem Falle aber auf interaktive Kommunikation ausgerichtet. Diese Blogs eint vor allem eine stark subjektive Profilierung und konkrete Ausrichtung. Manch Blog, weiß zu besimmten Themen mehr Inhalte zu bieten, als professionell und kommerziell ausgerichtete Redaktionen. Und in der Realität können nur die wenigsten Blogger, diese Fähigkeiten auch im Berufsleben ausspielen geschweige denn davon leben.

Hier sehe ich erste Knotenpunkte. Welcher Grund spricht dagegen mit dem was man kann und liebt, zumindest einen Teil seines Lebensunterhaltes finanzieren zu können. In meinen Augen bietet sich auf diese Weise der erste große Schritt in Richtung Freiheit und Unabhängigkeit. Den wenigsten Menschen ist wahre Freude am Beruf und Arbeitsalltag vergönnt. Durch Verquickung zweier Interessen könnte, dieses Ziel wesentlich greifbarer werden.

Es soll niemand angestiftet werden seinen Blog, seine Prinzipien oder seine Meinung zu verkaufen. Werbenden Unternehmen ist bewusst, dass sie Werbepräsenz, aber nicht Meinungen und Freunde kaufen. Kein seriöses Presserzeugnis, würde für eine geschaltete Anzeige, seine Ausrichtung ändern (zumindest bleibt das zu wünschen). Es geht ja auch um Glaubhaftigkeit und Credibility.

Die Suche gilt nicht vornehmlich werbefreien Blogs. Es geht darum, werbeverseuchte Blogs aufzuräumen. Ein solventer Kunde kann stressigen Ballast an Textanzeigen, Adsense, Bannerlayern etc. reduzieren, wenn nicht sogar überflüssig machen. Das sollte im Interesse der Betreiber, der Leser, der Fundamentalisten und auch der werbenden Unternehmen sein. Und ja Qualität kostet Geld.

Blog versus Werbung - Blogvertising hat Feinde

Aus aktuellem Anlass zitiere ich einen frischen Kommentar, in die Blogoberfläche:

"Aha, was wird das? Adical reloaded? Haha, es werde "werbefreie" Blogs gesucht um sie (kurz ausgedrückt) zu Werbeverseuchen. Ihr Spammer könnt nie genug kriegen - oder? Jetzt müsst Ihr schon zu solchen Mitteln greifen um euren Dreck zu verteilen. Na wenigstens wissen wir nun endlich, wofür dieser Blog gedacht ist. Und warum dann noch diese Geheimniskrämerei? Sascha!"

Lieber Sascha,

jetzt ist es geschehen, ich bin enttarnt. Ich bin einfach ein armes Werbewürstchen. Meine letzte Chance Menschen um den Finger zu wickeln sah ich darin, seit nun mehr 7,5 Monaten moralisierende, polarisierende und sozialromantische Themen aus den Fingern zu saugen. Ich habe alle Mühe darauf verwandt mir eine glaubhafte Gutmenschenmaske zu erarbeiten und dabei dennoch mit FDP-Mentalität zu infiltrieren. Sinn und Zweck all meiner redaktionellen Inhalte war: Platz zu schaffen für meine letzten Aktivitäten und Aufrufe. Ich will Fremdblog mit unseriöser Werbung vollstopfen und via Knebelverträge, minimale Ausgaben, bei maximalem Effekt erzielen.

Leider hat Sascha, der schon zuvor mit Kommentaren glänzte, meinem Treiben ein Ende bereitet. Es bleibt ohne Resultat - all meine Mühe umsonst. Keine Betrügerei, kein Hort für neoliberale, großkapitalistische Propaganda. Ja selbst die Weltherrschaft muss ich mir nun abschminken, wie frustrierend.

Sonntag, 13. Juli 2008

Euro 08, Personalsuche und Blogvertising ... ist das reich werden?

Samstag Nacht neigt sich dem Ende und tut es meiner Packung Prince gleich. Während eine der letzten Zigaretten vor meinem ersten richtigen Urlaub ihre Asche über meine Tastatur verteilt, proben meine Synapsen den Aufstand. Nicht allein aus dem Grund, weil sie den baldigen Entzug erahnen - Cornelius will 70 Tage Urlaub sportiv nutzen und zeitgleich dauerhaft das Nikotin verbannen - sondern weil sich der Blog rückblickend immer wieder weit vom eigentlichen Kernthema entfernt.
Wie ich reich wurde, klingt es verheißungsvoll provokant im Titel. Der Grund digitale Sätze aneinander zu reihen lag darin begründet, ein wenig aus meinem Leben zu berichten. Zu verdeutlichen, wie unverhofft und doch angestrebt mich mein aktueller Status übermannt hat. Vor allem aber, wie ich mich jeden Tag aufs Neue versuche nicht davon blenden zu lassen und mir selbst und meinen Prinzipien treu zu bleiben.

Es gibt ein paar Sprichworte, die Bedeutung für mich haben. In meine Hirnwindungen eingemeißelt allerdings ist der Spruch mit dem Spiegel in den man täglich blicken muss und sich selbst darin erkennt. Nennen wir es meinen täglichen indirekten "Tritt in den Arsch". In jedem Fall erfüllt der Spiegel sehr wohl seine Aufgabe. Größenwahn kann ich mir nicht leisten, Arroganz noch weniger. Mein Spiegel ist uncharmant und direkt, er würde mich niemals anlügen. Ganz nebenbei fühlt es sich durchaus angenehm an, sich selbst nicht zu verraten. Nun lese ich meine letzten Posts und erkenne darin vermeintlich Belanglosigkeit. Europameisterschaft zum einen, geschäftliche Aufrufe zum Anderen. Zuletzt eine lose Ansammlung zum Thema Blogs und Blogvertising. Was reitet mich?

Grübelnd und nachdenklich erkenne ich, was ich treibe und was mich umtreibt. Die EM ist für mich Thema und tangiert mich. Ich habe alle Spiele sehen dürfen, auch wenn Einige durchaus zumutend waren. Ich sah sie fernab von Fanmeile und Nationaltaumel und doch umringt von Menschen. Mitten in Ottensen hat mich der Charme einer kleinen portugiesischen Bar um den Finger gewickelt. Ob allein oder in Begleitung - ich konnte die Fussballabende allesamt genießen. Ich muss weit in die Vergangenheit blicken, um ähnliche Momente auszumachen, in denen ich unverkrampft und quasi nebenbei charmante Menschen kennenlernte. Fussballphilosophie ist die ideale Kommunikationsbrechstange. Erschreckend positiv, wenn das Gegenüber neben Fussballfachwissen auch noch gesellschaftlich und allgemein gebildet ist. Furchteinflößend, wenn sich solche Menschen häufen und man keine neuen Kumpel gewinnt, sondern ahnt, dass der Freundeskreis in Kürze Zuwachs bekommt. So gab mir der Euro-Sommer bunte Ballartistik und bekräftigte meine Abneigung gegen gewisse Spieler, wie ich andere lieben konnte. Parallel aber hab ich unverhofft wirklich smarte Menschen touchiert. Fussball vereint und nimmt jeglichen Krampf aus der Kommunikation, auch weil die Unterhaltung im Zweifel dauerhaft beim letzten Bier des Abends endet. Umso angenehmer, wenn man nach oder während des nächsten Spiels anknüpfen und weiterspinnen kann. Die EM ist also gar kein temporärer Hype dem ich bloggend erlegen bin - Nein sie war akut maßgeblicher Teil der letzten Wochen.


Die geschäftlichen Aktivitäten namens Personalsuche oder Auslassungen zum Thema Eventmanagement im Allgemeinen widerum, hatten ganz banale Gründe. Zum einen halte ich an diesem Ort ungefragt meine Monologe, zum Thema Geld, Job, Hobby und Lebensmodell. Zum Anderen weiß ich durch Interaktion, dass es genug Leser gibt, die nicht vollkommen glücklich mit ihrem Status Quo sind. Dabei gehts weniger um finanzielle Umstände, als um Aufgaben und beruflichen Alltag. Über Umwege, aber doch direkt genug, bin ich zum Teil eingebunden in ein größeres nicht wirklich unkreatives Projekt. Auf diesem Wege erfuhr ich vom vorhandenen Personalbedarf, für Tätigkeiten, die für etliche Menschen durchaus spannend und aufregend klingen. Vielleicht überschätze ich mich und meinen Wirkungsgrad, aber meinen Anteil als Multiplikator wollte ich gern wahrnehmen. Auch weil ich weiß, dass solche Angebote meist unter der Hand und durch Vitamin B verteilt werden. Ich maße mir an, tendenziell Leser zu haben, welchen ein Mindestmaß an Niveau, Intelligenz und Kreativität zu eigen ist...und Peng, geh ich mit Jobangeboten hausieren. Mitteln, Vermitteln und Streuen eben...Vielleicht macht es irgendjemand glücklich. Wenn nicht, warens eben ein paar wenig weltbewegende Zeilen mehr im Www.

Blogvertising - was hab ich damit zu tun? Kaum ein Blog kommt nüchterner und dekorationsärmer daher, als meiner. Werbung in meinem Blog wäre unglaubwürdig und unangemessen und für die Fortführung meiner Zeilen völlig ohne Belang. Auch bin ich kein wirklicher Fan von Werbung an sich - Push-Marketing erzeugt bei mir höchstens Würgereiz. Dennoch bin ich fasziniert, von all den Selbstdarstellern und redaktionell arbeitenden "Freaks" in den Tiefen des Internet. Freaks, deren Ansporn nicht das Geld ist, sondern der Wille eine Message zu streuen und Reibung zu erzeugen. Output erzeugen und Reaktionen abwarten - höchst ehrenhaft und nach meinem Geschmack. Der erste Schritt Leidenschaft und Profession zusammen zu bringen. Leider meistens zeitlich und inhaltlich beschnitten, da parallel die Miete und der volle Kühlschrank finanziert werden wollen. So tobt sich manch Blogger enthusiastisch auf seiner Website aus, um am nächsten Morgen seinem Weckerdiktat zu folgen und grimmig seinen Job zu verrichten. Wohl dem, der auch im eigentlichen Job ähnliche Erfüllung, wie in seinem Blog findet. Blogvertising allerdings könnte der erste Schritt zu mehr Unabhängigkeit und Freiheit bedeuten. Honorierung dessen, was man freiwillig an Leistung im Netz frei zur Verfügung stellt. Natürlich ist damit nicht mal der Zündschlüssel zum Porsche zu finanzieren, doch häufen sich die Privatblogs mit Einnahmen spürbar über ein paar hundert Euro. Ausreißer nach oben hin unterstreichen diesen Trend nur.
Leider ist die Vereinigung von redaktioneller Arbeit und werbewilligen Unternehmen momentan meist unglücklich. Hübsch ist auf jeden Fall anders und Synergien oder gemeinsame Ziele lassen sich schwer erkennen. Wer führt schon einen Blog, um anschließend für ein nicht erwähnenswertes Taschengeld Sextoys oder Billig-Fonds zu bewerben - den Faktor Ästhetik mal außen vor gelassen.
Ungeplant und ohne es forciert als weiteres Standbein zu etablieren, tackern sich zahlungswillige Kunden an meinen Hintern und wollen ein Stück vom hippen Bloggerkuchen naschen. Kunden mit Budget und Erfahrung im klassischen Marketing, aber webaffin wie Mutter Beimar. Ich kann und will ihnen nichts bieten - offiziell hab ich mit bloggen auch nichts am Hut. Als totaler DAU umgibt mich in deren Gegenwart Scheinbar dennoch die Aura, des Wissenden. Nun hab ich ungewollt die Aufgabe des Kunden Taler unters kreative Volk zu bringen, auf das dieser mit PIs und Klicks überschüttet wird...
Ja und so tippe und tippe ich, selbst zu nachtschlafener Stunde und drücke mich aus, wie eben meine letzte Zigarette des Abends.

Ich wünsche, vor allem diejenigen, die diesen Blog schon länger verfolgen, sehen mir meine Auschweifungen nach - genau wie die erschöpfenden Zeilen dieses Post-Romans.

Samstag, 12. Juli 2008

Blogvertising - Definition & Hintergrund - Part 3

Wie für sämtliche Seiten im Internet gilt, insbesondere auch für Blogs, die Verhältnismäßigkeit zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten. Die vielzitierte Qualität statt Quantität kommt auch hier zum Tragen. Ein solventer anspruchsvoller Kunde, wird sich kaum für ein werbegesättigtes Blog begeistern, sondern eher nach einigermaßen Exklusivität und qualitativem Umfeld suchen. Den dafür fälligen Mehrpreis, trägt ein seriöses Unternehmen gern. Schließlich bezieht es dadurch gesonderte Reputation.

Dezent eingebundene Werbung, frei von Belästigung, wird auch den größten Blogfundamentalisten zähmen. Dinge die überall im Internet nerven, tun dies im Blog umso mehr. Layer, die erstmal die gesamte Seite, samt Inhalten zudecken genauso, wie Werbebanner mit automatischem Sound und erst recht blitzend zappelnde Ads, die einem vorgaukeln man habe gerade einen Mercedes SLK gewonnen. Ein klar definierter Werbebereich, jedoch, der optisch hochwertige Werbung beinhaltet, wird akzeptiert werden. Insbesondere als Garant für weitere Blogaktivitäten des Betreibers.

An sich kommen als Werbemittel im Blog nur drei Varianten in Frage, die seriös und angenehm eingebunden werden können:
1. Bannerwerbung
2. Textanzeigen
3. bezahlte Posts
Klar als Werbung deklariert stören sie weder die redaktionellen Inhalte, noch verwirren sie den Seitenbesucher. Kontextbezogen und/oder in ansprechendem Design können sie den Blog sogar auflockern oder bereichern. Allerdings bedarf es dazu noch Vorarbeit der Designer. Diese müssen Kunden auch für interaktive Werbeaktivität endlich akzeptable Designs aufzwängen. Ein wenig mehr Rückgrat und ernstgenommener Beratungsauftrag...und das Netz würde nicht von den ewig gleich blinkenden Flashfilmchen in billigster Optik verseucht.

Blogvertising - Definition & Hintergrund - Part 2

Werbung sucht sich ihre Träger, in dem sie parasitär an wertige Inhalte andockt und sich in unverdächtiger Umgebung sonnt. Ganz so parasitär allerdings doch nicht, schließlich bringt sie den oftmals entscheidenden Koffer Bares mit, der die anderen Inhalte erst mit ermöglicht. Es gibt viele Varianten, wie beides zusammen kommen kann - freie geldwerte Inhalte und ein gelungener stimmiger Werbeauftritt. Ein funktionierendes Miteinander ist durchaus möglich, wenngleich das Internet und insbesondere Blogs oder dubiose Portale oft das absolute Gegenteil beweisen.

Ein Blog, mit regelmäßigen selbstverfassten Inhalten und halbwegs definiertem Themenkreis, ist für ein werbendes Unternehmen in jedem Fall interessant. Im Idealfall ergänzen sich die Zielgruppe und auch der Themenbezug, so dass die Werbung nicht in erster Linie als Belästigung, sondern unter Umständen sogar informativ und hilfreich sein kann. Je ernster der Blogger seinen Blog nimmt und ihn regelmäßig mit wachsenden Inhalten füttert, bleibt der Anteil an Werbung unerheblich und wenig störend. Vor allem taugt das Werbebudget, die Motivation des Autoren zu steigern bzw. aufrecht zu erhalten. Wachsender Output und Ausbau der Leser, sorgen zudem dafür, dass die Werbeeinnahmen den Status eines lächerlichen Taschengelds verlassen und spürbare Nebeneinkunft werden. Eine stolze Nebeneinkunft für ein freiwillig betriebenes Hobby, an sich der erste Schritt sein Hobby zumindest zum Nebenberuf zu machen. Leider sieht man insbesondere bei Anfängern, den unbedingten Willen ein lächerliches Maximum an Geldern aus ihrem Blog zu quetschen. Dies geschieht meist zu Lasten der Qualität und kann einen Blog in seiner Entwicklung zurückwerfen oder gar stoppen.

Organisch wachsend, wäre ein lebendiger Blog durchaus in der Lage, nachhaltig zugkräftig, auch für renommierte und größere Werbepartner zu werden. Schmuddelanzeigen, Unseriöses oder Nepp, haben in einem Blog mit Anspruch nichts verloren und schaden der Credibility nur.

Freitag, 11. Juli 2008

Blogvertising - Definition & Hintergrund - Part 1

Dieser und folgende Einträge nähern sich auf subjektive Art und Weise einer Sonderform von Werbung im Internet - dem Blogvertising. Es wird nicht en Detail auf verschiedenste Minimalunterschiede eingegangen, vielmehr sollen die Besonderheiten und Möglichkeiten für Werbende, wie Blogger ausgeleuchtet werden.

Einleitend mein Statusreport:

Das Www mit Milliarden Websites mit mehr oder minder wertvollem Inhalt setzt sich aus verschiedensten Quellen zusammen. Einerseits nutzen Firmen die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen global zu kommunizieren, während andererseits Wissenschaft und Forschung, das allzeit verfügbare Medium nutzen um Wissen und Ergebnisse zu transferieren und bereit zu stellen. Staaten, Städte und Kommunen streuen ihre Informationen und Bekanntmachungen ebenso, wie journalistische bzw. mediale Unternehmen. Dazu kommen etliche weitere professionelle Websitebetreiber religiöser, militärischer, politscher oder sonstiger Art, die auf Streuung des Internet setzen. Dazwischen tummeln sich unzählige Privatpersonen - die allein oder im Team - gigantische Datenmengen bereithalten. Während hierzu noch vor Jahren fundierte Kenntnisse erforderlich waren, sank der Nerdfaktor zuletzt. Mittlerweile lassen sich Professoren, Hausfrauen, Studenten oder andere Privatpersonen über nahezu jedes Thema aus und liefern Bild, Ton, Video und Textmaterial en Masse. Nicht ganz unbedeutend für diese Entwicklung, die wohl benutzerfreundlichste Art eine eigene Webpräsenz zu gestalten: Das Weblog sprich Blog.
Eine schwer zu definierende Zahl solcher Blogs wird nun täglich durch Fieberglas gepumpt, um potentielle Interessenten für sich zu begeistern. Der Anteil qualitativ hochwertiger Blogs und/oder solcher mit großer bzw. "wertvoller" Leserschaft, am Gesamtaufkommen ist eher minimal. Aber es gibt sie - Blogs die ihre Leser finden und mit interessanten Inhalten bei Laune halten und zur Wiederkehr überreden. Blogs mit wertigem Inhalt jedweder Art. Die meisten hiervon wurden weniger aus kommerziellem Interesse, als aus Mitteilungssehnsucht begründet. Das Individuum sucht Platz für seine Gedankengänge, passende Leser, Feedback und einen Dialog. Statt stillem Kämmerlein, bietet sich in der Blogosphere jedem eine potentielle große Bühne.
Ein Blog ist an sich nichts anderes als ein Handzettel oder Privatzeitung (TV-Sender, Piratensender o.ä.) nur eben ohne den immensen Aufwand - Ideen, Visionen und plumpe Gedanken werden mit Leichtigkeit gestreut.

Die Anfänge jedes Mediums sehen so unähnlich nicht aus - zumindest was Sinn und Zweck angeht. Gesetzlich obliegt einem jeden Fernsehsender nach wie vor ein Bildungsauftrag und auch Zeitschriften waren früher nicht in erster Linie Hochglanz-Anzeigen-Träger. Umso natürlicher, dass auch die Werbung dieses, wie jedes Medium zuvor für sich entdeckt. Über Inhalte Kaufanreize transportieren, ist so ziemlich aller Werbearten Ursprung. Wertfrei über Werbung zu sprechen fällt schwer - ich möchte mich hier dem positiven Faktor widmen. Dem der Werbung als Möglichmacher, Sponsor und Financier.

Werbung - wenngleich immer zwanghaft symbiotisch - tritt seit Jahrhunderten als ungeliebtes aber möglichmachendes Anhängsel der meisten Kunst- , Medien- und Kulturveranstaltungen in Erscheinung. Frei von Werbung touren keine Rolling Stones oder Aggro Berlin Rapper. Eine Fussballweltmeisterschaft wäre ohne sie undenkbar, während Grafiker und die meisten bildnerischen Künstler brotlos ihr Leben fristen. Die Auflagen von den verbliebenen Zeitschriften, Magazinen und Tageszeitungen wären mickrig und Kino oder TV blieben ein Luxusprodukt. Eintrittsgelder oder die Staatskasse wären nicht in der Lage, Lücke zu füllen, die ohne werbende Unternehmen entstünde.

>>> Fortsetzung folgt

Blogvertising - interessante Blogs gesucht, die Werbung schalten können und wollen

Ich konkretisiere an dieser Stelle mal was ich hier und hier schon angeschnitten habe. Gesucht werden Blogs die im Zeitraum von August bis Dezember gemeinsam 1.000.000 Pageimpressions generieren. In Frage kommen Blogs die hauptsächlich eine Zielgruppe zwischen 18 und 30 Jahren ansprechen und weniger als 20% Besucher unter 18 Jahren verbuchen. Idealerweise besetzt der Blog einige der Themenbereiche, wie:
Nightlife, Kunst und Kultur, Jobs und Ausbildung, Design, Architektur, Genussmittel, Musik, Trends, Party, Konzerte, Interieur, DJ-Kultur, Hamburg, Frankfurt, Köln, Events, Getränke etc.

Eine riesige Leserzahl ist nicht entscheidend, um als Werbepartner in Betracht zu kommen. Vielmehr reizen interessante, originelle und regelmäßige Inhalte, bei angenehmer Aufmachung und positiver Grundstimmung.
Adsenseverseuchte oder auf wirtschaftliche Verwertung ausgerichtete Blogs sind allerdings gänzlich uninteressant.

Bei dem zu bewerbenden Projekt werden als Werbemittel Bannern, Textwerbung oder zu bezahlte Posts eingesetzt. Diese werden als Anzeige gekennzeichnet und sind keine optische Beleidigung.

Beworben wird grob Folgendes:
Eine dreimonatige Eventreihe fussend auf Konzerte, Clubsound sowie kulturellen Veranstaltungen bekannter und unbekannter Artists. Die Location wird extra für dieses Projekt eingerichtet und aus dem Boden gestampft. Als Träger der Veranstaltung tritt ein renommiertes Unternehmen auf. Thematisch widmen sich die Werbeaktionen der Job- und Ausbildungsvergabe innerhalb des Projekts, der Künstlersuche, dem Veranstaltungsort, sowie einzelnen Events.

Bezahlt werden die jeweiligen Maßnahmen, nach den vorher vereinbarten Page Impressions, des jeweiligen Blogs. Hierzu gibt es unsererseits verschiedene Modelle, die vertraglich mit sämtlichen Komponenten fixiert werden.

Wer bietet passende Blogs oder kennt potentiell Interessierte Blogger? Mein Postfach nimmt dankbar alle Hinweise auf, die beteiligte Agentur wird sich dann rückmelden und alles weitere absprechen.

Empfehlungen??? Her damit!!!

Donnerstag, 10. Juli 2008

Blogvertising - Blogger gesucht

Man stelle sich einen Kunden vor - bekannt und solvent, mit einem realen Produkt und dem Mut zur Lücke. Dieser Kunde wirbt an sich auf klassisch konservative Art und hat sich zuletzt digital aus dem Fenster gelehnt, als er es mit Onlinemarketing versuchte. Webunerfahren nahm er sich eine Mediaagentur zu Hilfe, die krude Zielgruppen-Channels definierte und 1 Mio PI´s auf drei großen Portalen vermittelte. Bannerwerbung, auf bunter hipper Seite, mit riesigem Content drum herum...

und...

...der Effekt war beschaulich. Fehlinvestierte Pötte ärmer und eine Erfahrung reicher, will der Kunde nun doch etwas Zeitgeist schnuppern. Blogs bieten genau das gewünschte Umfeld, in dem der Kunde sich sieht UND er ist gewillt nicht einzig und allein auf die ganz prominenten und großen Zugpferde zu setzen. Nein auf Empfehlung hin, möchte er marktunüblich mit aktiven frischen kleineren Bloggern ins Geschäft kommen. Textanzeigen, dezente Bannerwerbung oder bezahlte Posts zu bestimmten Themen oder ein Mix daraus sind angedacht und insgesamt möchte er 1 Mio PI´s erwerben...solang ein Blog mehr als 30 Leser am Tag bieten kann kommt er in Betracht. Zumindest wenn das Themenumfeld nicht konträr verläuft.

UND WO SIND DIE AKTIVEN BLOGGER? Wo tummeln sich diejenigen mit kreativem Output, die nicht gleich glauben ihre Seele zu verkaufen, weil sie ihre Kreativleistung in bare Münze verwandeln. Die Szene ist oft noch sehr prinzipienbehaftet und möchte an keiner Stelle als käuflich dastehen.
Andere Kreative sind dort einen Schritt weiter...brotlose Kunst hat lang genug knurrende Mägen gefördert. Niemand rümpft die Nase, wenn Jan Delay nen Sponsorvertrag mit einer Kleidungsfirma eingeht.

Also husch husch ins Rampenlicht...Finger hoch, wer hält sich und seinen Blog für einen angemessenen Werbeträger - tauglich ein spannendes Projekt zu kommunizieren und in die Welt zu streuen? Wer möchte seine Leserzahl vergolden ohne das Risiko einzugehen Viagra, Sextoys oder Partnerbörsen zu bewerben?

Ich bzw. Wir suchen motivierte webaffine Kreative, mit dem Mut zur Lücke und der Lücke auf dem Konto...

Sonntag, 6. Juli 2008

Bloggend Geld verdienen ohne Gefährdung seiner Inhalte?

Die Blogosphere verzeichnet mehr Nachwuchs als die durchscnittliche deutsche Familie. Ob die Qualität im selben Maße mitwächst, sei dahin gestellt. Merkbar etabliert sich das Medium Blog zumindest als Verteiler für subjektive, wie objektive Gedankensprünge jedweder Art. Die Masse an Textzeilen, die auf diese Weise ihren Weg in die Öffentlichkeit sucht bleibt unüberschaubar. Sicher schreiben die Meisten ihre Ergüsse allein in der Absicht, sich und ihre Gedanken mitzuteilen und nur ein Bruchteil erhofft sich finanzielle Bauchpinselei. Doch ist der Anteil mit Adsence verseuchten Blogs gigantisch. Fraglich bleibt, ob bei der Vielzahl an Bloggern nicht der größte Anteil, mit minimaler Vergütung verbleibt. Viel mehr als ein großes Bier oder eine Schachtel Kippen wird bei 1.500 monatlichen Besuchern wohl kaum rumkommen.

Dabei würde ein Netz aus aktiven Bloggern durchaus taugen, seinen Content zu barer Münze jenseits der Fünf-Euro-Grenze zu veredeln. Bedarf scheint mehr als vorhanden - werbewillige Kunden finden sich zu Hauf. Auffälligerweise reagieren Blogger allerdings selten auf attraktive Angebote und kooperieren lieber erfolglos mit Google und deren Werbeinstrumenten. Zumindest bin ich an keiner Stelle mit meiner Suche nach werbewilligen Bloggern auf Gold gestossen. Keine Reaktion oder zögerlich-skeptisches Rumgedruckse bilden die Mehrheit an Reaktionen. Umso erstaunlicher, als es sich nicht um unseriöse Angebote handelte, sondern klar erkennbar um Bannerwerbung oder ein zwei bezahlte Postings, die nicht heimlich den umgebenden Content verseuchen sollten.

Ein Blog bietet für einige mutige Unternehmen, die notwendige Reibungsfläche, um sich und ihr Produkt zu reflektieren und einer kritischen Masse zu offenbaren. Natürlich erwartet ein zahlender "Kunde" keinen Veriss und negative Schlagzeilen, doch gerade aufrichtige Unternehmen mit seriösem Angebot, müssen sich nicht ängstlich hinter PR-Texten verstecken.

Nun ist es so, dass ich direkt oder indirekt regelmäßig angefragt werde, ob ich relevante Kontakte zur "Szene" hab und dort mal sanft vorfühlen könnte, ob der ein oder andere Blogger gewillt wäre, seinen Blog kommerziell zu verwerten, sich sponsoren zu lassen, bzw. Rezensionen verfassen würde. Nennung und prominente Platzierung, in Bezug zur vorhandenen Leserschaft, würden diese Unternehmen gern bezahlen... Meine bisherigen Bemühungen waren allerdings wenig von Erfolg gekrönt - zu starrsinnig oder Prinzipien verhaftet scheinen die Autoren.

An dieser Stelle, müsste der Aufruf folgen: Liebe Blogger, wollt ihr verdienen - euren Output auch finanziell krönen? Den verkneife ich mir allerdings, vielmehr wünsche ich mir polarisierende Kommentare und Meinungen zu diesem Thema, auch um etwaige Vorbehalte verstehen zu können. Die Printmedien (wenn auch auf absteigenden Ast) haben es sehr wohl verstanden, eine klare Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Beiträgen, kommerziell verwertbar zu machen und konnten allein deswegen ihr fortwährendes Überleben und ihre medialen Ansprüche garantieren. Vielleicht ringt sich auch manch Blogger irgendwann dazu und ich kann meiner Vermittlerrolle gerecht werden ...


Freitag, 4. Juli 2008

Generationswechsel im Betrieb oder wie neue Ideen, den Karren wieder flott machen

Das Leben ist eine Pommesbude. Wer sich durch die Firmengeschichten erfolgreicher Unternehmen klickt, erkennt schnell, dass kaum eine Unternehmung von Start weg zum Erfolg verdammt war. Oft begann der wirtschaftliche Erfolg erst mit einem Wechsel der Gesellschafter und/oder Geschäftsführer und/oder der geschäftlichen Ausrichtung.

Die Brüder Richard und Maurice Mac Donald wurden zwar wohlhabend, zum Imperium wurde Mc Donalds allerdings erst nachdem die beiden ihre Markenrechte für 2,7 Mio US-Dollar an ihren ehemaligen Partner Ray Kroq verscherbelten.
Familär legte die Mutter von Karl und Theo Albrechte den Grundstein, für den durchschlagenden Erfolg des Erfolgsmodell "Aldi" der beiden Brüder
Mit Papier verbuchte Fredrik Idestam erste Erfolge, um später das Geschäftsmodell um Gummistiefel und Fahrradreifen zu erweitern. Wer heute erzürnt über Nokias Entlassungen reagiert, wird wohl allerdings nur an den gigantischen Handy-Fabrikanten aus Finnland denken. Telekommunikation machte aus einem funktionierenden Wirtschaftsbetrieb aus dem finnischen Ort Nokia, einen fulminanten Globalplayer.

Es ist das Eine, einen Betrieb aufzubauen, anzuschieben und am Laufen zu halten. Den Feinschliff und die Profilierung, sowie den entscheidenden Schritt nach vorn, vermag der Gründer selten selbst oder allein zu gehen. Distanz und objektive Frische bringt meist der Nachwuchs, ein externer Partner oder ein Aufkäufer mit. Wagnisse und Risikobereitschaft sind mit der Gründung und den ersten Jahren aufgebraucht und kritische Selbstreflektion ist unmöglich, wenn man immense Zeit mit dem eigenen Betrieb zugebracht hat. Alles wird subjektiv verklärt.

Hungrigen Ganges zur nächstgelegenen Pommesbude gelangt, entdecke ich selbst dort, Potential zur Geschäftsoptimierung. Sofort fallen einem zehn Dinge auf, die Kosten einsparen, Umsätze erhöhen und die Beliebtheit steigern könnten. Natürlich ist das Interesse, des Budenbetreibers an Marketingmaßnahmen, Design und Werbung gering, auch hat er kein wirkliches Interesse Investitionen für wenig greifbare Effekte zu leisten. Kreative Betriebswirtschaft und USP sind ihm ähnlich fremd, wie Haute Cuisine. Der Bräter mag ehrliches Handwerk und viel Fett gepaart mit zuviel Kalorien und verdient sich damit sein Auskommen. Wozu also etwas ändern? Er braucht keine Fillialen und erst recht keine Franchiser, will kein Rad neu erfinden und wem seine ruppige Art nicht passt kann ihn mal.

Das stimmt und die Bude war sicher ein falsches Beispiel, doch glaube ich, dass es allerorts Wachstumsmöglichkeiten gibt. Diese widerum ermöglichen kreativen Spielraum für Experimente und vor allem komfortable Freiräume. Niemand hat das Interesse, tagein tagaus zu schuften, um stets dem Existenzrisiko ausgesetzt zu sein. Ein funktionierender und auch ein kriselnder Kleinstbetrieb können mit dem richtigen Partner auf ein stabiles Fundament gestellt werden. Profitieren würden beide Seiten. Der Macher und Besitzer ebenso wie der Frischwindbringer, der niemals die Energie und Muße gehabt hätte bei Null anzufangen. Zwei Gegensätze, die einander befruchtend, ein florierendes Unternehmen erwecken können.

Leider findet so etwas selten zusammen oder falls doch füllen sie Seiten in der Brand1 oder bieten eine lesbare anekdotenreiche Firmenhistorie bei Wikipedia.

Weiter im Text - Cornelius besinnt sich auf den Blogtitel

Es ist vollbracht - die EM 2008 ist ebenso abgeschlossen, wie auch meine fortwährende Kritik an Michael Ballack. Keine weiteren Lobgesänge auf Cristiano Ronaldo verschmutzen meinen Blog und auch für die Traineesuche im Eventmanagement ist Bewerbungsstopp - nach über 80 Bewerbungen wäre eine weitere Kampagne unfair geworden.

Ich möchte mich nun wieder forciert den vorigen Themen widmen und meine Stammleser für ihre Geduld im Juni entschädigen. Kritische Einwürfe, die mangelnde Struktur und Hinweise auf den fehlenden roten Faden hab ich mir zu Herzen genommen und so werde ich den bisherigen Blogverlauf neu strukturieren. Mit sinnvollen Tags und aussagekräftigen Überschriften - auch für alte Posts - wird mein Blog übersichtlicher und verständlicher.

Primär werde ich den Blog in verschiedene Segemente zerlegen:
- zeitliche Phasen (Student und Pleitegeier, erste Geschäftserfolge, Aktuelle Projekte und Visionen)
- kritische Seitenblicke zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen
- Interaktive Projekte mit Schnittstellen für Interessierte (diese allerdings etwas ausgelagert)

Nach wie vor ist es nicht meine Zielsetzung einer riesigen Zielgruppe nach dem Mund zu schreiben und Mainstream-Meinungen zu präsentieren. Lieber schreibe ich für eine beschauliche Anzahl, mit kritischem Weitblick, Nachdenklichkeit und Bewusstsein. Gern auch dialoglastiger - Kommentare und Emails empfinde ich als Bereicherung und reagiere darauf.

Ein Blog benötigt nicht nur in meinem Fall, eine gewisse Laufzeit, um sich zu etablieren und vor allem Skepsis und Vorurteile abzubauen. Bleibt dieser Blog langfristig werbefrei und ohne Verkaufsangebote, werden sicher auch die Unkenrufe weniger - ich möchte niemandem etwas andrehen, aufschwatzen oder Meinungsmache betreiben. Subjektive Meinungsäußerung und positive Denkanstöße schließen einander dennoch nicht aus ... vielleicht fühlt sich ja manch einer ermutigt, doch mal über den Tellerrand zu schauen und ohne gleich Haus und Hof aufs Spiel zu setzen, seinen eigenen Ideen und Talenten Spielraum zu geben. Aus eigener Erfahrung wiederhole ich zu gern: Es lohnt sich!

Nun folgt eine Ankündigung, dass der Blog in Kürze sehr sporadisch gefüttert wird und an Akutalität verliert - zumindest bis Oktober. Ich heirate. Zu diesem Zweck reise ich mit meiner Liebsten, aus dem Regen in die Sonne, in die Südkaribik. 70 Tage Inselhopping und Backpacking in Mittelamerika, beschreiben unsere Flitterwochen. Ich brauche das und hab es mir verdient, nach mehr als fünf Jahren ohne ernstzunehmenden Urlaub und maximal einem freien Tag am Wochenende. Also nur kein Neid, wenn ich lieber Gesichtsfarbe tanke als im stickigen Internetcafé meine geistigen Ergüsse in die Tastatur zu hacken.

Montag, 30. Juni 2008

Michael Ballack und sein Hang zur Zweitplatzierung

So, die Realität ist zurückgekehrt. Nach Wochen der Fussballintensität endet eine unterhaltsame EM, mit einem Ballack typischen zweiten Platz. In Anbetracht der gelieferten Spiele, ein denkbar effizienter und glücklicher zweiter Platz. Nach dem Kroatienspiel, wollte wohl keiner so recht an die Finalteilnahme glauben. Dass wir nun mit nur einem einzigen ansehnlichen Spiel vierzhen NAtionalmannschaften hinter uns lassen konnten, wird manch auswärtiger Fussballfan ungerecht finden...that´s Life.

Ich konnte ein wirklich maues Spielchen unserer Jungs sehen...Finalbiss und Aufopferung war höchsten Schweinsteiger ins Gesicht geschrieben. Ansonsten eine enttäuschende Vorstellung - und wo war eigentlich unser Kapitän? Außer einer Augenbraue hat er sich jedenfalls nicht aufgerissen. Der Denker und Lenker des deutschen Spiels, wie Michael Ballack überschwenglich genannt wird, war in Gänze ziemlich unterpräsent. Ein Torschüsschen und ansonsten unsichtbare Aktionen, mein Herz konnte er dieses Mal wieder nicht erobern. Führungskraft und mitreissende Leidenschaft sehen anders aus. Michael Ballack, bitte mach Platz für einen würdigen Nachfolger und keine Sorge, du wirst keine zu großen Fussstapfen hinterlassen.

Leider hatte ausgerechnet Philipp Lahm seinen schlechtesten EM Tag erwischt, was sich schmerzlich bemerkbar machte. Glücklicherweise konnte Lehmann das ein wenig wettmachen, so dass wir mit dem 0:1 fair bedient waren. Im Fazit lässt sich sagen: Wir haben eine gute Substanz für größere Ziele und um konstant im Spitzenfeld zu spielen. Mit frischem Torwart, der möglichst zeitnah Lehmanns Platz einnehmen sollte und einem neu zu nominierendem Kapitän sehe ich erfolgreichen Zeiten entgegen. Wenn dann noch ein klarer Cut dafür sorgt, dass Kuranyi und Odonkor keine Plätze besetzen und zudem die Suche nach einer starken Innenverteidigung positiv endet (wir brauchen wieder Kohler-Typen) ist alles perfekt. Den einschneidensten Schritt zum Erfolg muss aber die Degradierung Ballacks zu einem normalen Feldspieler sein, dann wirds auch was mit dem Titel!!!