Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Mutter aller Krisen hat viel Milch

Krisenwunderland ich versteh dich nicht. Nun befinden wir uns kurz vor Ende des zweiten Monats im Konjunkturdellenjahr 2009. Gelangweilt reihen sich Milliardenverluste von Banken aneinander, umgarnt von Firmenpleiten und einer Mischung aus Deflation und Inflation. Der Winter wird medial überhitzt und in Katastrophen getunkt.

Ich versuche die Schreibtischfarbe unter Briefen, Konzepten und Ausdrucken zu erkennen und habe nach dreieinhalb Tagen meine 40-Stunden-Woche absolviert - positive Herausforderungen. Ganz subjektiv verkenne ich die Krise und klopfe mein Umfeld ab. Medienschaffende, IT´ler, Gastronomen und wild durcheinander gewürfelte Branchen aus meinem Dunstkreis pflichten mir bei. 2009 hat keine Dellen, nichtmal Cellulitis, im Gegenteil es fühlt sich eher nach Wachstum an. Und die Arbeitnehmerseite klagt auch nicht. Gehaltssteigerungen von 2008 und Abwerbeangebote verwirren ein wenig, ansonsten ist eher zu viel zu tun. Es bleibt spannend - ich lebe nach wie vor in einem Paralleluniversum.

Kommentare:

Sascha hat gesagt…

Die "Krise" trifft viele im Werbebereich. Und zwar deshalb weil sie jetzt noch mehr denn je damit beschäftigt sind angeschlagene Images und Namen wieder auf Hochglanz zu polieren. Bisher sieht das Jahr 2009 doch ganz beachtlich gut aus - ok, vielleicht nicht für alle, aber viele Miesepeter lassen sich ja auch einfach zu schnell einen Flo ins Ohr setzen und jammern sofort über die "Krise" die an allem Schuld sei und dass "die da oben" (die bescheuertste Floskel überhaupt) sich die Taschen vollhauen ohne sich selbst zu fragen wie man die Gunst der Zeit nutzen kann um selbst nach oben zu gelangen. Dir und Euch allen weiterhin frohes schaffen und viel Erfolg beim Sichten der Tischplatte

Anonym hat gesagt…

Ich find die Krise toll, hat sie mich doch erkennen lassen, dass weder meine Kontenpfändung, noch lauter Mahnungen und Rechnungen ein Ergebnis einer falschen Zahlungsmoral waren:)

Jetzt bin ich wieder ganz selbstbewusst und bedanke mich bei all den Mitverantwortlichen für ihre Krisenshow!

Manchmal brauchts eben Druck von Aussen, damit der Fokus wieder darauf gerichtet wird, wo er hingehört.

Die da wäre?

Da müsst ihr selbst drauf kommen;)

Es grüßt euch die Mami, die nicht nur an das gerecht Umverteilte aus tiefem Herzen glaubt, sondern auch kommen sieht.

Tschühüs

Cornelius H. hat gesagt…

@anonym: Hmmm ich les den Post nun zum dritten Mal und werd nicht wirklich schlau aus dem was du mir vlt. sagen könntest.

Anonym hat gesagt…

Hi Cornelius,

nun ja ich finde diese Wirtschaftkrise trägt vorallem zur Sensibilisierung bei.

Ohne diese Krise hätte ich vermutlich nie verstanden warum es z.B ein Zinsverbot im Koran gibt, oder wie es dazu kommt, dass die sog. 3 Welt jahrzehntelang den Armutsprozess durchlebt, oder nie die Neutralität des Geldes erkannt und ich hätte den Ausdruck der exponentiell wachsenden Kurve niemals in mein Vokabular integrieren können und das trotz Migrationshintergrund und mittlerer Schulbildung:)

Ich verstehe so langsam die Hintergründe, wie es dazu kommt, dass Menschen sich verschulden,oder aber resignieren sobald das Konto ausgeschöpft ist.

Warum Arme immer Ärmer, Reiche dafür nur ganz wenige sind.

Aber statt mich über den IST-Zustand zu ärgern, richte ich meine Aufmerksamkeit auf ein positives Fazit:

In dieser (Schein)Krise steckt meinem Gefühl nach eine einmalige Chance! Erst besinnen wir uns vermutlich auf unsere innersten Werte, damit im Anschluss eine gerechte Welt entstehen kann.

So in etwa...
Bis dann mal!