Mitte Mai und strahlenreich umgarnt mich die Sonne. Die Stadt drängt aus ihren Höhlen und zelebriert la dolce Vita unter freiem Himmel. Die Bewegungen wirken einem gutgelaunten Zeitlupenfilm. Erstaunlich, wie ein wenig Sonnenschein die Mundwinkel, der sonst missmutigen Deutschländer nach oben katapultiert. Als Mental-Latino kommt mir dies Wetter gerade recht.
Einziger Wehrmutstropfen ist der direkte Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg und schwindender Leserzahl. Andererseits beweist sich hierdurch die Attraktivität des First Life. Das Internet hält mit der Realität nie ganz mit, insbesondere dann nicht, wenn die Sonne lockt und den Tag versüßt. Warum aber sitze ich über meine Tastatur gebeugt? Übermut und zu dünne Kleidung in erhofft lauer Abendluft sorgten prompt für eine erste leichte Sommergrippe. So liege ich im Bett und höre sommerliche Geräusche durchs Fenster und freue mich, auf den nächsten teefreien Tag, mit Essen im Freien und Weißwein im Sonnenuntergang.
Samstag, 10. Mai 2008
Sommer, Palmen, Sonnenschein - was kann schöner sein?
Donnerstag, 8. Mai 2008
Blogger gesucht - Blog for Cash
Nun gut ein kleiner Freundschaftsdienst am Rande...Die Jungs einer befreundeten Agentur suchen dringlich einen fähigen und ehrgeizigen Blogger für ein mehrmonatiges Projekt...und zwar dort
Für alle, die bisher nur Kleingeld mit Werbebannern und Anzeigen in ihrem Blog verdienten und die Größeres vorhaben...GO GO GO
Samstag, 3. Mai 2008
Old Economy, New Economy, Crash und Unbeholfenheit...
Es war um die Jahrtausendwende, als schon einmal triefende Glückseeligkeit auf der digitalen Spielwiese herrschte. Leckere Steaks brutzelten beim montäglichen BBQ auf dem mit Spielgeld befeuerten Grill. Die Recaro-Sportsitze glichen mangelnde Kompetenz des Drauf-Sitzers aus. Das Gewitter kam bekannterweise, dem strömenden Regen folgte Hamburger Nieselregen und seit einiger Zeit hat es wieder aufgeklart. So sehr das einige wohl zu viel Sonne abbekamen. Ein Blick in die aktuellen Listen für getätigte Weblaunches. Ängstliches Schätzen der Unsummen, die manch global Player, mit bisher schüchternen Web-Erfahrungen, für hippe Portale locker macht. Und Faszination darüber was für Krücken sich mit viel Geld schnitzen lassen.
Ich weiß sicher, der nächste Crash kommt nicht. Aber eine Genese wird eintreten. Langsam, aber sicher tendieren zum Beispiel die Mitgliederzahlen bei StudiVZ in Richtung real immatrikulierte Studenten, wenngleich noch ein weiter Weg bergab ansteht. Mit Chance erledigt sich auch gehypter Web 2.0 Ballast, gefördert durch des Surfers Langeweile. Dann wäre endlich wieder Zeit für die Firmen mit echtem Geschäftsmodell, sich nicht nervös um Trends zu kümmern, sondern an ihrer Produktqualität zu feilen.
Wir basteln uns ein Web 2.0 Projekt, geht momentan wieder vom Altbau-Wohnzimmer aus. Drei durchgeknallte Typen mit Spass frickeln sich ne Community und haben irgendwie Erfolg. Es sei ihnen gegönnt, aber ich sehne mich nach dem überfälligen Spagat zwischen Old- und New-Economy. Und zwar nicht diese unbeholfenen Versuche sondern mit ausreichend Training vorab - das schont die Sehnen und Muskeln. Kein starres Unternehmen wird hip und trendy, wenn es sich eine goldene Prothese kauft. Ein Hauch Kernkompetenz und Sensibilität für die digitale Welt sind notwendig. Und auch das pfiffige StartUp im Www, darf von klassischen Fehltritten lassen, nur weil sie im Web verziehen werden. Optik ist nicht alles und Googles Logo ist ein Witz, aber dennoch sind die Augen beleidigt und die wollen ja bekanntlich mit essen. Dies gilt weniger für die motivierte Hausfrau mit kleinem Webshop, wohl aber für all die Web 2.0 Klitschen, mit selbstwertüberhöhtem Personal. Und am Geschäftsmodell, samt Rentabilitätscheck ist auch nichts auszusetzen. Ich bin für mutige und innovative Konzepte, aber "is Web, läuft schon und wir ham ne Menge Visits" allein reicht nicht.
Der erhobene Zeigefinger gilt aber den Plagiatoren. Billiger Abklatsch ohne Eigenkreation wird auch mit großem Werbeetat nicht ansehnlicher oder gar origineller. Klar haben auch die Samwer-Brüder zunächst nur die Idee von Ebay für Deutschland adoptiert, dennoch haben sie eben dieser Firma hiernach ein funktionierendes System überreicht. Es gibt ja auch unzählige Bäcker, Konkurrenz ist wundervoll und bietet maximale Qualität. Aber ganz plump kopiert ist schlecht fürs Karma zudem erhöht eine Nuance USP die Attraktivität ungemein.
Ich bin Ich - Blog in der Bewertung
Cornelius du bloggst zu selten, zu viel, zu abstrus, zu langweilig, zu arrogant, zu unstrukturiert, zu wüst, zu aggressiv, zu wortwitzig, zu lang...Wo ist denn der Bezu zu deinem Titel, wo der Geheimtipp, du blöffst, du blendest, du willst doch nur verkaufen, typisch reich, Gutmensch, neoliberaler Hetzer, Werber, Marketingfuzzi...
Hmmm, neben etlichen positiven Kommentaren und zahlreichen freundlichen Emails gibt es immer wieder die geballte Ladung Kritik, auf die Nase, Beleidigungen, totalen Nonsens und Unverständliches. Oftmals anonym, noch öfter frei von Verstand oder ohne Lesekompetenz. Warum macht sich manch Einer die Mühe mir unaufgefordert und ohne persönliche Beziehung seinen Unmut zukommen zu lassen? Einzeiler wie: "du bist schon ziemlich Gay" erstaunen mich. 1. Und wenn, 2. Warum und 3. Häh?
Nicht das es viel Aufwand wäre eine Email oder einen Kommentar zu verfassen, aber was mich langweilt, stresst oder stört ignoriere ich einfach. Vor allem, wenn überhaupt keine Pflicht besteht sich damit auseinander zu setzen. es muss grenzenlose Langeweile sein, die einen dazu treibt, auf diese Art und Weise Kontakt aufzunehmen. Wohlwissend das eine Antwort kaum kommen wird.
Nichtsdestotrotz stimmen einige Einwürfe. Diese werden dann aber auch untermauert und leiten einen Dialog ein. Ich poste zu unregelmäßig und selten. Dies ist meinem Leben geschuldet. Ich tanze auf vielen Baustellen und genieße mein soziales Umfeld. Mein reales Leben ist mir elementar wichtig, während mein digitales Sprachrohr ab und zu rostet.
Fehlende Struktur und abwesender roter Faden begründen sich leicht. Bin (noch) kein großer Autor und folge keinem Inhaltsverzeichnis mit klarem Plott, Beginn und anzunehmendem Ende. Im Übrigen nehme ich mir an dieser Stelle die Freiheit, exakt das auf den Monitor zu bringen, was mich beschäftig und erwähnenswert ist. An mancher Stelle drängen sich Aktualitäten auf, zu denen ich nicht schweigen will. Dies betrifft insbesondere das unflätige Finanzgebahren einiger ganz Großen und auch politische, wie gesellschaftliche Entwicklungen, denen ich trotz vorhandener Freiräume nie ganz entfliehen kann. Allgemeinbildung schätze ich und meine Umwelt lässt mich nicht teilnahmslos. Dabei kommt teilweise der Blogtitel extrem zu kurz.
Einerseits neoliberaler Fuzzi und zum anderen Gutmensch geschimpft zu werden mündet in mittelschwerer Irritation. Gut ich spring in keine Schublade und bediene Klischees. Nehme mir die Freiheit mein Leben selbstbestimmt und an gewisse Werte geknüpft zu führen. Dabei ist meine politische Sicht der Dinge aber an keinerlei Ideologie geknüpft. Bewusstsein als Schlüsselwort, dazu ein wenig Respekt und Aufrichtigkeit. So möchte ich mich morgens im Spiegel prüfend ansehen und mir meines Seelenfriedens sicher sein. Mehr eigentlich nicht. Liberal und freiheitsliebend ohne jegliche FDP-Nähe empfinde ich aber nicht als negative Umschreibung dessen.
Genug des Wehmuts und Gemeckers, bin ja nicht Kurt Beck...frohen Mai. Und ich gelobe dem Blogtitel mehr Beachtung.
Montag, 28. April 2008
Oberklasse, Mittelschicht, Hatz 4 - erste, zweite, dritte Welt - runter geht es immer
Anstand, Moral und Ethik - überstrapaziertere und abgedroschenere Floskeln finden sich kaum. Einerseits erschöpfend überkommuniziert, im Gegenzug mit wenig Taten untermauert. Die Sehnsucht einer Gesellschaft nach Erfüllung und Umsetzung jener Phrasen ist immens, es ist der allgemeine Trend der sich gänzlich darüber hinweg setzt.
Das mediale Echo auf das aktuelle Verhalten der Großfinanz glänzt mit Tiernamen und seitenreichen Bloßstellungen. Subventionsverschlingende Konzerne ohne Loyalität bekommen ihren wohlverdienten Pranger und notleidende Kollateralschäden werden mit Rampenlicht und Sprachrohr ausgestattet. Globalisierung erreicht Deutschland - schleichend und plötzlich mehr als anwesend. Großinvestoren stellen sich im Nachhinein als Notschlachter heraus, während der Staat die Grundversorgung für temporäre Gewinne versilbert und nun tatenlos zusehen muss, wie die Bevölkerung geschröpft wird. Und der Mensch und Staatsbürger realisiert schmelzende Kontostände und fürchtet weitere Einschnitte. Es sind die Lebens (er-) haltungskosten, die der wachsenden Unterschicht die Luft zum Atmen nimmt, die Schuldenfalle schnappt zu und nimmt Generationen in Sippenhaft.
Als wären diese Zustände nicht tragisch genug, liefert mir mein Nachrichtenprogramm mundgerechtverpackte Perversionen. Hungerdemos der dritten Welt, bringen Menschen auf die Strassen für die Todesfurcht ein Fremdwort ist. Diese Menschen können nichts mehr verlieren, sie haben nicht mal die halbe Schale Reis, die ihre Wut mit Kalorien untermauert. Blanke Verzweiflung schreit mich an, während im Anschluss der neue Trend der Börsenwelt vermittelt wird. Wetten auf fulminante Preisteigerungen der fundamentalen Nahrungsmittel. Grenzenlose Armut in weiter Ferne bietet erhebliches Gewinnpotential im zivilisierten Westen. Unrechtsbewusstsein und Scham werden mit Maximalrendite ausgehöhlt, den Rest erledigt feinperliger Schampus.
So beklagenswert Deutschland sich gerade darstellt, unser Hunger gilt in erster Linie der Energie. Voller Tank und Strom aus der Steckdose treffen auf sich erschöpfende brennbare fossile Rohstoffe. Erfindungsreichtum verkündet Ersatz auf dem Acker. Was auf ersten Blick ökologisch reizvoll klingt verklärt die humanitäre Katastrophe, die sich dahinter versteckt. Wenn sich Getreide an der Zapfsäule in üppige Taler verwandeln lässt, verliert sich des Bauern ursprüngliche Bestimmung. Nahrungsmittelproduktion verliert sein finanzielle Attraktivität.
Extremes Verhalten sorgte schon immer für noch extremere Reaktionen. Hungrige Massen werden in Bälde zum unkontrollierten Risiko. In einer globalisierten Welt kann Solidargemeinschaft nicht regional definiert sein. Diese Problemlösung wird neben jedem weiteren prophezeiten Unheil einen gigantischen Kraftakt bedeuten. Stemmbar nur durch vereinte politische Kräfte mitsamt geballter Wirtschaftskraft. Antriebskraft dafür kann nur der blanke Egoismus und Selbsterhaltungstrieb sein. Na dann...
Sonntag, 20. April 2008
Solidargemeinschaft am Ende - Platz für neue Ideen
Aktuelle Tages- wie Wochenpresse bietet Einblick in sämtliche Variationen der Spaltung unserer Gesellschaft. Generationenvertrag, Armut versus Reichtum, Ost gegen West - Spaltpotential findet sich in jedem Bereich. Erschreckend dabei, mit welcher Schockstarre politische Entscheidungsräger reagieren. Fast scheint aktuelle Politik lediglich aus Ausweichmanövern zu bestehen.
Aussetzen des Riesterfaktors um den Durchschnittsrentner mit satten zehn Euro Rentensteigerung monatlich zu verwöhnen. Blanker Hohn einerseits, doch mit mehreren Milliarden Aufwand verbunden, die dem Gemeinwesen an anderer Stelle entzogen werden.
Da werden kostenlose Krippenplätze in Aussicht gestellt, während Gutsituierte ihre Kinder in Privat-Kindergärten unterbringen. Chinesischunterricht und Medientraining wird in der staatlichen Kita eben noch nicht geboten.
Nach wie vor wird geschäftliche Aktivität im Osten mit zuckersüßen Verlockungen belohnt. Niedriger Steuersatz und unerschöpfliche Fördertöpfe treffen auf mangelnde Nachhaltigkeitskontrolle. Bewegtes Geld allein reicht für den Nachweis eines Geschäftsbetriebs.
Der Staat enthält sich jeglichem Führungsanspruch, derweil die Gesellschaft in Egoismus versinkt. Stets bedacht auf eigenen Vorteil, sucht die Solidargemeinschaft ihren Platz im Geschichtsbuch. Spenden und Ehrenamt finden zwar statt, jedoch vornehmlich mit dem Selbstzweck der Imagepflege. Die Regierung beschränkt sich auf minimierte Angriffsfläche, welche negativ auch mit mangelndem Profil umschrieben werden könnte.
Diesem allgemeinen Trend zum Trotz, gibt es eine spürbare Sehnsucht nach Solidarität und Gemeinwesen. Quer durch alle Schichten wächst das Bedürfnis nach einer Gesellschaft die niemanden ausschließt und individuellen Problemen vor allem Lösungsansätze liefert. Dieses Verlangen legt sich einer Schneewehe gleich über die Hügel an Ungemach (oh wie metaphorisch) und wartet auf den Sprengsatz, der die Lawine ins Rollen bringt. Bleibt abzuwarten woher die Trendwende kommen mag. Regierungsgeschick bleibt zunächst nicht zu erwarten, ob aber die Basisdemokratie eines Web 2.0 schon ausreicht um zu einem gelebten Massenphänomen zu werden?
Samstag, 19. April 2008
Nebenbei statt voll dabei
Ein Blick auf das Display meines Mobilfunkgeräts gewährt Einblick in meinen Freundes- und Bekanntenkreis. Immer wieder erwische ich mich, getrieben von Langeweile, beim Durchblättern meines digitalen Telefonbuchs. Beim Überfliegen bilden sich sogleich diverse Statistiken ab. Über 300 Kontakte taugen ja fast schon als repräsentative Studie. Auffallend gering ist der Anteil an Menschen die ihr Auskommen durch eine eigene Unternehmung erarbeiten. Selbstständigkeit verheißt eben auch gefühlte Unsicherheit und ein gesundes Anstellungsverhältnis gewährt wesentlich mehr Komfort und Verlässlichkeit.
Selbständigkeit bietet viel Abschreckungspotential. Genau deswegen kann und wird es niemals einen allgemeingültigen Ratgeber für finanziellen Aufstieg geben. Wäre es einerseits vermessen einen vermeintlichen Idealweg aufzuzeigen, kann andererseits ein Patentrezept nur scheitern und unseriös sein. Allgemeingültig bleiben nur die vielzitierten Floskeln und Phrasen, welche nach Eintreten des Erfolgs fallen. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen wird durch regelmäßige Wiederholung nicht geschmälert. Herzblut und der Glaube an die eigene Idee sind und bleiben maßgeblicher Erfolgsgarant. Mehrfaches Scheitern bedarf einer gigantischen Unfähigkeit und minimalster Originalität. Attribute, die von vornherein den Mut zum eigenen Geschäft verhindern dürften.
Ich neige des Öfteren dazu meine Umwelt zu schüchternen Gehversuchen als eigener Chef zu ermutigen. Man müsste, eigentlich sollte man, wie wäre es denn mit...solches Gestammel nötigt mich immer wieder zu nem beherzten Tritt in den verlängerten Rücken. Einfach mal machen und probieren, denn in den meisten Fällen geht es nicht um kräftezehrende und existenzbedrohende Unternehmungen und mittelschwere Kraftakte. Vielmehr geht es darum den eigenen Ideen, den nötigen Freiraum zu gewähren und experimentell abzugleichen, wie die Umwelt auf eben diese Denkansätze reagiert. Den Mut zum Nebengewerbe fordere ich gnadenlos ein, denn risikofreier kann man sich selbst für seine Einfälle gar nicht belohnen. Im Zweifel stößt man auf reges Interesse und spürbare Nachfrage und zehrt vom Erfolg. Zumindest wurde der "hätte, wäre, wenn"-Status gegen Konsequenzen eingetauscht.
Freitag, 4. April 2008
Benimmschule - am Anfang steht der Knigge - doch hinten sollte die Moral sein!
Manieren gedeiht einem, die bedachte Mutter an, aus welcher sozialen Schicht auch immer man entschlüpft ist. Als Sproß einer Arbeiter- und Angestelltenfamilie, bin und war ich sehr wohl in der Lage, Messer und Gabel elegant zur Nahrungsaufnahme zu interpretieren. Auch Grundregeln an respektvoller Höflichkeit sind mir kein unsicheres Terrain. Generell wurde in meiner Erziehung fundamentaler Wert auf Respekt und Achtung gelegt. Glücklicherweise blieb ich von Sonntagsdress und Konfirmationsunterricht verschont, gestelzte Floskeln und Lieblingsschwiegersohnverhalten wurden mir niemals abverlangt.
Gegenwärtig touchiere ich, bedungen durch Klassensprünge finanzieller Art, selbsternannte elitäre Dunstkreise. Antiquierte Dynastien treffen auf Geldadel und glamouröse Prominenz, betten sich gemeinsam in Dekadenz und Opulenz. Das Regelwerk für Benimm und Etikette ist sehr umfangreich und wird forciert abverlangt. Diese sogenannten Manieren dienen jedoch einzig und allein der Abgrenzung zur Normalsterblichkeit. Ist der ursächliche Selbstzweck für Manieren, eine funktionierende Gesellschaft, in der jedes Individuum durch Rücksichtnahme seinen Platz findet, so sind die erwähnten Benimmregeln lediglich sektiererisches Instrument. Eine Kaste feiert sich selbst und echauffiert sich auch 2000 Jahre nach dem Messias noch über den Pöbel. Wer hier Überspitzung vermutet, begebe sich an einschlägige Orte und begutachte betuchte Oberklasse beim Pfauentanz. Respekt und Menschenfreundlichkeit bleiben Fehlanzeige. Entlarvende Verachtung gegenüber Statusfremden werden mit minimalistischem Mimenspiel und Gestik suggeriert.
Dies gilt weiß Gott nicht für den Wohlstand in seiner Breite, jedoch für denjenigen welcher sich im goldenen Licht sonnt und auf Bewunderung hofft. Die affektierte Selbstdarstellung zeigt sich ausgeprägter, je weniger verantwortlich ein jedes Subjekt für sein eigenes wohlbehütetes Schicksal war. Erst in diesem Kontrast wird die Wichtigkeit wahrer elder Statesmen bewusst. Ein Helmut Schmidt leuchtet hell in jeder noch so illustren Gesellschaft, obgleich auch ihn eine spürbare Arroganz ummantelt. Aber da schwingt auch eine Freundlichkeit und unstillbares Wissen und Interesse mit. Nicht weniger wertvoll erscheinen die alten und neuen Helden unseres Zeitalters. Bill Gates, wie Steve Jobs, aber aktuell auch Mark Zuckerberg verwässern alteingespielte Rituale durch ihr unorhodoxes Auftreten gepaart mit offensichtlichem Wert für die Gesellschaft.
Es sind die seltenen Momente, die Genugtuung verschaffen: Die Not eines leeren Tanks mitten in der Nacht am unausgeleuchteten Rand einer Autobahn unterscheidet nicht zwischen Bentley oder Opel. Umso dankbarer leuchteten die Augen eines mir unbekannten Bestverdieners, als ich in jungen Jahren mit verrostetem Kadett die Bremse fand, um meine Hilfe anzubieten. Die gemeinsame Fahrt zur Tankstelle war peinlich berührt wortkarg seinerseits und humorvoll aufgelockert meinerseits, dazu untermalt ein leierndes Tape mit detuschem Hiphop die nächtliche Ruhe. Rückkehr mit vollem Kanister lockte dann doch ein Lächeln auf seine Lippen, welches ihm entgleiten musste, in dem Moment, als ich seine großzügige Finanzspritze ablehnte. "Freikaufen ist nicht...nächstes mal bist du dran..."
Mittwoch, 2. April 2008
Blackstone, Ackermann und Goldman Sachs - Wirtschaftserfolg geht anders und besser
Scheinbar wird wirtschaftlicher Erfolg, gerade spassbehafteter eher als Teufelswerkzeug gesehen. Ein glorifizierter Übermensch mit bahnbrechender Idee, finanziellem Beipack, einer Tonne Glück vollbringt sein Meisterstück und lebt mehr als gut von seiner Hände oder Synapsen Werk. Im Allgemeinen wird Hernn Otto Normal, nicht mehr zugetraut, als Arbeit auf Anweisung. Im Gegenzug verdient er sich ein Taschengeld namens Einkommen.
Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Geschäftserfolg ist kein Zufall und keine große Kunst, lediglich verbunden mit Mut zur Courage und Selbstverantwortung. Um hier den schalen Beigeschmack von Gursprech und "alle können es schaffen"-Sektierei, gar nicht aufkommen zu lassen, bleiben euphorisierende Floskeln außen vor.
Meine Auffassung von Geschäft ist an sich mehr als einfach und nachvollziehbar. Es ist kein großes Kunststück, aus einem Euro, mit mehr oder weniger großem Kraftakt, zwei zu machen. Genauso leicht sollte es fallen, auf einem Flohmarkt, mit ein wenig Verhandlungsgeschick ein Fahrrad zu erwerben, es zu polieren und am eigenen Stand gewinnbringend zu veräußern. 0,2 Liter H2O mit thermischer Energie auf hundert Grad Celsius erhitzt über einen günstig erstanden Teebeutel gegossen, lässt sich ohne Mühe für zwei Euro über den Tresen reichen. Ich tue jeden Tag nichts anderes, als günstige Konditionen für den Erwerb von Gütern auszumachen und zeitgleich vorhandene Nachfrage zu stillen. Veredelung als Zwischenschritt erhöht die Rendite nur noch.
Erst an späterer Stelle kommt die Potentierung zum Einsatz. Anstatt allein und nur an einem Ort heißes Wasser mit Tee zu verdeln und zu verkaufen, spannt man Hilfen ein, die es gleich tun. Diese tun das dank fairer Bezahlung, mehr als gern und an jedem denkbaren Ort und schwupps heißt man Starbucks (bis auf die Bezahlung). In diesem Moment kommt einem der Teebeutelliferant natürlich gern entgegen und senkt seinen Preis, immerhin beziehe ich nun mehrere Beutel.
Das größte Risiko liegt in eigener Unaufmerksamkeit und Nachlässigkeit. Wer Teil seines eigenen Projekts bleibt und stets auf Pulsfühlung verbleibt kann so viel nicht verkehrt machen. Größenwahn und Fehleinschätzungen gepaart mit großem Risiko und unzufriedenen Mitarbeitern können den Erfolg ganz schnell reduzieren oder einstampfen. Ein Blick für organisches Wachstum, mehrere Standbeine und bewusst ausgewählte Unterstützung mit gerechter Entlohnung, schließen eine Vielzahl an Risiken schnell aus.
Unter Umständen klingt es für manchen Leser, zu schöngeistig, naiv und Heititei. Ein Blick hinter die Kulissen unternehmergeführter Wirtschaftsbetriebe bestätigt meine simple Geschäftstheorie. Sicher gibt es dreiste und menschenfeindliche Möglichkeiten Rendite zu erzwingen und Erfolg um jeden Preis zu forcieren. Glücklicherweise, straft die Weltkonjunktur, solch Hedgefondattitüde momentan Lügen. Mit Chance werden da einige schwarze Schafe ausgemerzt.
Samstag, 29. März 2008
Grande Dame SPD - zurück nach vorn, die Macht steht dir gut und ein Kanzler ebenso
Hadernd musste ich diese Zeilen verfassen. Hadernd, weil ich als anonymer Autor apolitisch bleiben wollte. Werteorientiert und moralbewusst zwar, aber ohne Parteinahme. Nun schiebe ich diese Gedanken länger vor mir her. Hessen, wie auch Hamburg nötigen mich aber mehr und mehr, auch meine politische Sympathie zu bekunden und subjektiv ins Geschehen einzugreifen. Meine Antipathie für Roland Koch, ein schwarzes Bayern und meinen Bürgermeister von Beust, ist mittlerweile größer, als der Wunsch neutral zu bleiben. Gepöbel am Stammtisch liegt mir nicht, vielmehr fühle ich mich gerechter Realpolitik verbunden, wenngleich dies hochgekrempelte Ärmel und auch Einschnitte bedarf. Meine Meinung nach, liegt das Potential hierzu einzig allein auf Seiten der SPD.
Dem Stammleser meine Bitte: Verzeih diesen artfremden Post...er musste raus.
Verehrte SPD bzw. werte Entscheidungsträger.
Wir haben das Jahr 2008 und der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ist momentan unsichtbar. Medienlandschaft, aber auch des Genossen Selbstsicht, grenzt an Suizid. Völlig grundlos oder es wird der Wald vor besagten Bäumen übersehen.
Da gibt es einerseits eine Volkspartei, namens SPD, die niedrige Prozentsätze akzeptieren muss, dies aber in einem Umfeld, wo jegliches bürgerliches Lager quasi schachmatt gesetzt ist. Andererseits hält eine zu Unrecht dominierende Union allerorts die Zügel in der Hand - an deren Spitze eine Kanzlerin, in eigener Partei recht einsam.
Anders als medial suggeriert, deutet sich hier eine der größten Chancen der Sozialdemokratie überhaupt an. Die heraufbeschworene Krise ist lediglich absolute Fehlinterpretation allerseits.
Wagen wir einen Perspektivwechsel:
1. Die SPD ist die einzige wirklich in der Mitte verhaftete Partei, mit Strahlkraft zum aufgeklärten Links. Modern, dem Menschen verbunden und progressiv, wie die letzten Regierungsjahre beweisen, wenngleich es oft verklärt dargestellt wurde.
2. Die Führungsrolle jenseits des bürgerlichen Lagers ist unstrittig und anantastbar.
3. Mit den Grünen und zuletzt der Linken, sind unrealistische, schwer lebbare, aber positiv behaftete Themen ausgelagert aber nach wie vor SPD-kompatibel. Die Union, als Gegenpart hat keinerlei erfolgsversprechende Option.
4. Wann, wenn nicht jetzt, ist der Moment gekommen, Mut zu beweisen und vermeintliche Gegner in die Pflicht, sprich: realpolitische Verantwortung zu nehmen? Einzig und allein auf diesem Wege, verliert eine Partei wie die Linke ihr Profil. Die SPD untermauert ihren Führungsanspruch und die eigene Stärke auch ein kompliziertes Wählervotum zu akzeptieren und nutzbar zu machen. Es ist kein Wortbruch, sondern Demut vorm Volk, solch Votum nicht nur zu akzeptieren sondern in aktive Politk umzusetzen.
5. Mit einer regierungsführenden SPD, wird sich die vermeintlich starke Union, samt Schwesterpartei auf Jahre selbst zerfleischen. Eine FDP, stärkt die Zweifel an ihrem letztlich verbliebenen Anführer. Einzig die SPD, zeigt sich fähig, nach den Spielregeln der Demokratie, zur rechten Zeit das Führungstor zu erzielen und zu halten.
6. Der Moment ist heilig. Zwingend zu unterbindende Schwarz-Grüne Experimente, machen die SPD exklusiv zur finalen Regierungsoption. Sie kann mit allen demokratisch gewählten Parteien, mit sozialdemokratischem Stempel und vor allem in Einklang mit Zukunftsgewandheit und temporären Ängsten der Wähler, regieren.
7. Die gewonnene Zeit und der politische Fingerabdruck profiliert eine SPD der demokratischen Mehrheit und manifestiert sie als feste Größe. Hierbei bleiben höhere Prozente in Schwarz gänzlich unerheblich, spiegeln sie nur noch den Wunsch nach einer starken bürgerlichen Opposition wieder.
8. Aktuell wäre aufrichtige Offensive bodenbereitend für eine sozialdemokratische Zukunft. In Bund und Ländern klar kommunizierter Richtungswechsel bzw. Kurskorrektur in Richtung reformbehafteter Gerechtigkeit unter SPD-Führung, zermürbt aufkeimende linke Kräfte in Realpolitik und den nötigen ökologischen Aspekt durch die Grünen tragt ihr einfach mit.
9. Keine Partei ist besser aufgestellt. Beratende Reanimation der alten, immer noch sympathiebehafteten, Riege gepaart mit der Attraktivität aufstrebender Frischlinge, geboren aus einem Umfeld der Krise - die SPD wäre aufrichtig und Respekt einflößend neuformiert.
10. Die Sehnsucht nach Macht auch links von euch, lässt eine Menge saurer Äpfel dererseits zu. Soziale Zugeständnisse eurerseits erlaubt die Weltkonjunktur und die Sehnsucht nach gesellschaftsübergreifender Gerechtigkeit, lässt Einschnitte zu. Eure Wahlergebnisse gerade unterhalb der 50-Jährigen sprechen eine klare Sprache.
Heut könnt ihr Geschichte machen und zwar über Dekaden - Wohlwollend unterstützt von denjenigen, die dieses Land am Leben halten: Angestellte und Mittelständler zwischen 16 und 50. Der Trend ist auf eurer Seite, die Zeit ist reif für Einschnitte versus Gerechtigkeit. Ihr könnt maßgeblicher Motor sein.
Große Koalition, Feigheit vor Oskar und Schwarz-Grüne Bündnisse aber können euch wirklich nach hinten werfen. Da bringt egal welcher Kanzlerkandidat keine Regierung in Sichtweite.
Bleibt wählbar für mich und mein Netzwerk und zeigt endlich Nehmerqualitäten, der letzte Gong hat noch lang nicht geschlagen - Die Zukunft will SPD.
Zu 9.:
Um so ein Dreamteam aus Erfahrung, Kompetenz, Innovation, Volksverbundenheit und internationaler Kontakte seid ihr nach wie vor zu beneiden.
Wo sonst finden heterogene Charaktere, wie Wowereit, Nahles, Schmidt, Eichel, Müntefering zu gemeinsamen Zielen. Aus dem Bauch heraus würde man auch Schröder, Beck und Struck nicht in die selbe Schublade stecken. Aber genau das macht euch wählbar!!!
Mittwoch, 26. März 2008
Ode an das Board - Skaten als Lebensphilosophie
Oberste Prämisse, auf welchem Board auch immer, ist eine gute Figur zu machen. Lässigkeit - wenngleicht keine aufgesetzte - spiegelt sich in einer völlig entspannten Körperhaltung wider. Quasi nebenbei, das Board, wie eine Selbstverständlichkeit am Fuss, bewegt man sich, in sich ruhend vorwärts. Dies gilt insbesondere für Stürze. Bei einem solchen, zählt zu allererst einmal, den Bodenkontakt gleichgültig in Kauf zu nehmen. Theatralische Einlagen, wie im Fussball wären völlig fehl am Platze. Schmerzunverzerrte Fortsetzung der Mobilität mit Board steht an zweiter Stelle. Locker und lässig aus der Hüfte gleitet man nebensächlich durch urbane Hindernisparcours.
Mein eigenes Talent bliebe leider immer überschaubar. Longboard in Kobination mit legerem Asphaltcruisen dient als Kompensation fehlender Skills. In erster Linie jedoch bin ich Mental-Skater. Aus der Ruhe bringt mich zunächst einmal nichts. Im Übrigen hab ich mir von der Skatefraktion manch Scheibe abschneiden können. Wirtschaftlich Unorthodox und verliebt in kalkuliertes Risiko, reizen mich gerade die bereitgestellten "Obstacles". Hindernisse säumen meinen Weg. Doch gerade die taugen wir die besonderen Tricks, wenngleich manch blutiges Knie oder geprellte Rippe im übertragenen Sinn, kurzzeitige Adrenalinschübe verschafft. Geradeaus, behelmt und auf perfektem Grund, rollt das Brett zwar leise, aber gänzlich unspektakulär. Und statt avisierter Ziele zählt eher, die maximale Genussausbeute eines anspruchsvollen Wegs. Absichtlich gewählte Umwege und ein paar herausfordernde Freestylemoves später, stellt sich womöglich ein gänzlich anderes Ziel, als das angepeilte ein. Doch ehrliche Erfahrungen reicher, mit etlichen weiteren Kerben im Holz, strotzt das Ego vor Stolz auf eine gemeisterte Sektion. "Der Weg ist das Ziel" klingt in diesem Zusammenhang dreckig abgedroschen und trifft den Kern nicht richtig. Stilvoll, die sich ergebende Destination zulassen und vor allem die Route zu genießen taugt als Credo, schreibt sich aber zu kompliziert. Der großartigste Trick passiert jedenfalls garantiert eher zufällig.
Im Herzen bin ich Skater und von klein auf, neide ich all die, welche dies auch physikalisch vollziehen können. Mein upcoming Imperium jedenfalls rollt und die Kugellager sind mit bedacht ausgewählt.
Samstag, 22. März 2008
Schwerter zu Pflugscharen ... Profit wird reingewaschen
Corporate Social Responsibility, kurz CSR drängt sich als neuestes Marketingspielzeug in die Unternehmensöffentlichkeit. Die westliche Gesellschaft, wird quer durch alle Schichten mehr als empfänglich für moralisch-ethisch korrekte Botschaften. Schmierige PR-Finger allerdings verklären so süßlich klebrig, absurdeste Aktivitäten als absolutes Positivum, dass Fremdschämen angebracht ist. Kaum eine Aktion wurde so in die öffentliche Wahrnehmung geprügelt, wie der Krombacherkonsum pro Regenwald. Sinnentleerter Zusammenhang zwischen Großbrauerei und Tropenschutz, trifft auf überproportionales Werbebudget. Eine klassische Werbekampagne in Print, TV, Rundfunk überrollte Deutschland und ironischerweise muss dabei mehr Papier und Energie verbraucht worden sein, als dem Regenwald lieb sein kann. Dazu ein Sympathieträger als kostenspieliger Werbepartner fertig ist ein Heile-Welt-Moral-Kitsch-CSR-Projekt. Ich scheine als Zielgruppe durchgefallen zu sein, mein Bierdurst wird jedenfalls auf andere Brauereien kanalisiert.
Hamburg als meine Heimatstadt hat eine historische Mäzen und Stiftungskultur, wie sie heutzutage wohl die USA zu pflegen wissen. Auch hier, niemals frei von Eigennutz und zwecks Egopolitur installiert. Doch wenn der Effekt stimmt und Profit in soziale, ökologische oder andere positive Bahnen gelenkt wird, fällt eine pauschale Verteuflung schwer. Die Gratwanderung besteht vornehmlich zwischen affektierter Selbstbeweihräucherung und unterpräsentierter Diskretion. Selbstdarstellung will vermieden sein, doch sollte solch Engagement niemals totgeschwiegen werden. Immerhin gilt es die Vorbildfunktion zu unterstreichen und Andere mitzureissen. Erst wenn sich bewusstes Handeln und "gemeinnützige Investitionen" als Selbstverständnis in der Gesellschaft verankert haben, sind die Ziele erreicht. Großzügigkeit darf auf dem Wege auch gern großzügig im Sonnenlicht stehen. Verlogene Marketingaktionen allerdings haben denselben Charme, wie Fahrkartenkontrolleure.
Die Macht jedes Einzelnen, wird leider zu oft unterschätzt. Konsumverhalten allein kann so erruptiv sein, dass die Wirtschaft sich zwangsweise fügen muss und zurückkehrt zu korrekter Wirtschaft. Wer den fischigen Eiergeschmack aus den achtziger Jahren noch erinnert, weiß sehr wohl dass sein Frühstückseiverzicht dazu führte, dass Freilandhaltung und Futtermittelumstellung heutzutage Standard ist. Auch Texaco, Shell, die SPD, Walmart, Vattenfall und die Telekom wissen mittlerweile sehr wohl, dass Märkte nicht nur einseitig funktionieren. Wir sind das Volk und Web sei Dank, verfügt mittlerweile Jedermann über die nötigen Stellhebel, der Gerechtigkeit genüge zu tun. Auch wenn noch einiges an Arbeit zu tun ist...Ich glaube an eine bessere und souveräne Gesellschaft, hier und auf der Welt. Nur werde ich diese Realität in diesem Leben wohl nicht mehr wirklich erleben. Meinen Eimer Beton kippe ich aber gern und beherzt ins Fundament.
Freitag, 21. März 2008
Her mit der Kohle, weg mit der Kohle...der Euro ist ein Kreisläufer
Rollende Rubel sind der wahre Stagnationssprengsatz. Schon früh macht sich die Antipathie zwischen Hosentasche und monetärer Einlage bemerkbar. Des Talers Taschenflucht machte immer Platz für Fusseln und Geknülltes, wie Kassenbons, Fahrkarten, Eintrittskarten und ähnliche Trittbrettfahrer. Doch die Verwandlung von barer Münze in Spaßgarant oder mobile Produktvielfalt, verlor nie ihren Reiz. Erstaunlicherweise hat sich Omas Erfolgsweisheit einer hohen Kante nie bewahrheitet. Und heute mehr denn je, gibt es nicht unattraktiveres als sparen. Wer verzinst denn mein Sparguthaben üppiger, als die Inflation dran nagt? Niemand, außer ich riskiere im Zweifel auch spürbare Verluste. Dahingestellt die Frage, ob mich ein schwangeres Sparschwein im Alter von acht Jahren glücklicher gemacht hätte als temporärer Genuss von Flutschfinger, Mickey Maus und Yps mit Gimmick. Ich denke nicht. Das Leben ist eine Einbahnstrasse, mit einzig unumstößlichen Ziel in Form einer Holzkiste und zwei Meter Erdreich darüber, als Belohnung für eine erfolgreiche Vollendung der Lebenszeit. Umso mehr gilt es, die Momente zwischen Geburt und Herzstillstand mit Erfüllung, Genuss und Freude zu füllen. Geld taugt dazu leider oft als Hilfsmittel - so will es die Gesellschaft in die ich geboren wurde.
Der Kapitalismus als polarisierende Floskel lässt offensichtlich nicht sonderlich viele Nutzungsmöglichkeiten zu. Klein spart, groß prasst...der Werttransfer von unten gilt als stets gewährleistet. Umso irritierter reagiert die Umgebung, wenn man standardisierte Regeln ignoriert und sich widersetzt. Prassen und Erwerb von Statussymbolen liegen mir nicht, dennoch gebe ich gern Geld aus, wenn es mir sinnvoll erscheint. Die englische Floskel "money spending" trifft diese Begebenheit am ehesten. Die erste Übersetzung hiervon heißt etwas aufwenden, was sich wesentlich positiver anfühlt als ausgeben, verschwenden oder verbrauchen. Das Geld wird ja eingesetzt, mit dem Willen etwas dafür zu bekommen.
Nun geht es zeilenlang über Geldausgabe. Doch der rollende Rubel gleicht einem Boomerang, wenn nur genug Menschen mitspielen. Wer Geld ausgibt, stattet jemand anderen mit Potential aus, welches über drei, vier, X-Ecken wieder zurückkehrt. Im Ideal zumindest - das obere Prozentual entzieht sich diesem Zyklus leider. Diese opportunistischen Profiteuere außen vor gelassen aber, taugt ein Vergleich eines Dorfmarktplatzes in jedem Fall. Wer hat, der hat, der gibt und bekommt zurück. Geld im Fluß, ist die einzig sinnvolle Verwendung. Zwischenlagerung sorgt nur für Ungerechtigkeiten und Innovationsstau. Wem das zu sehr nach FDP klingt, rate ich zu einer erneuten Lektüre mit intensivem Blick zwischen die Zeilen.
Mit dem Zeitpunkt vermehrten selbständigen Arbeitens wurde ich vermehrt mit dem Zwang vertraut, fremde Dienstleistungen hinzu zu kaufen. Am Beispiel Druckkosten, kann man mit wenig Mühe viel Geld sparen und online günstigste Leistungen erstehen. Das nötige Geld verpufft aber anonymisiert im Nirgendwo, die Qualität hinkt kurze Zeit später zurück, auf den Schultern eines großen Logistikkonzerns. Das gesparte Geld hilft aber nur in dem einen Moment, der Überweisung. Kontakte und ein lebendiges Netzwerk entstehen durch lebendige Geschäfte auf Augenhöhe, mit realen Gegenübern. Der aufgewendete Taler reift vielleicht zunächst erst einmal und kommt ganz sicher erst auf Umwegen zurück, aber er kommt und dann meist mit seiner Großfamilie. Meine ersten wirtschaftlichen Gehversuche, haben Zweit- wie Dritthilfen am meisten profitiert, bei mir blieb am wenigsten kleben. Das änderte sich aber rasant, mittlerweile drohen Talerwürfe hinter jeder Ecke, denn wer bekommt verteilt gern retour. Auge um Auge und die Zahngeschichte funktionieren offensichtlich auch im positiven Kontext...
Ich kann nur raten: Mit bedacht ausgegebenes Geld gleicht einer Investition, nur wesentlich spassbehafteter.
Samstag, 15. März 2008
Der DAX, der Dow, alles nur Three-Letter-Words und langweilig
Die gute alte Börse, ein amüsantes Spielfeld, nur die Ausrüstung ist preisintensiv. Ahnung von der Materie hab ich keine, ein Schimpanse aus Stockholm und Dartpfeil-Portfolios ermutigen aber sogar Anglizismen-Boykotteure, wie mich. Der erwähnte Primat verwaltete ein Aktiendepot und schlug fünf Börsenprofis.
Na dann, auf ans Werk und flugs ein Sammelsurium an wohlklingenden Aktien erworben. Ohne Echtzeitfunktion und Unterstüzung durch künstliche Intelligenz - einfach frei aus der Hüfte. Der Weltmarkt erscheint turbulent genug, um als Geldvernichtungsmaschine zu funktionieren. So wählte ich ein schüchternes Startkapital, in Höhe von 25.000 Euro und kaufte blind drauf los. Zunächst ein paar namhafte Unternehmen aus längst vergangenen New Economy Zeiten (tatsächlich leben einige noch, wenn auch im Cent-Bereich), dann wurden kreative Namensgeber belohnt und regelmäßig an Stellhebeln optimiert, die ich mir als solche ausmalte. Das Resultat war bescheiden plusminus 20%, oft in Tagen erreicht. Historischer Tiefstand (aus den 25.000 generiert) bei 14,349.58 Euro, nagte dann doch sehr an meinem Ego. Mit all meinem Zutun konnte ich, trotz offensichtlich chaotischen Umständen, zumindest auf Tuchfühlung zum Startkapital gehen. Der bergrenzte Handlungsspielraum, aber auch die verwirrenden Floskeln und käuflichen Attribute langweilten mich schnell. Wie ein aus versehen gekauftes Buch, ließ ich mein Depot einschlafen und verstauben und vergaß es über zwei Jahre.
Mein eifriger Steuerberater weckte es aus dem Dornröschenschlaf...ohne jegliches Zutun, lag der Wert auf einmal bei über 60.000 Euro. Einige Fehlgriffe (speziell die old New Economy Werte) und zwei Ausreißer nach oben, mit unaussprechlichen Namen, sorgten für diesen unerwarteten Umstand. Peinlich berührt, musste ich das Depot auflösen. So spaßfrei hab ich selten Geld gemehrt.
Zumindest bin ich um die Erfahrung reicher, dass der ureigentliche Sinn von Aktien, schon längst romantische Vergangeheit ist. Und Gewinne, wie Verluste keinerlei wirkliche Kenntnis oder Intelligenz erfordern. Wer Geld über hat, kann es verblasen oder mehren, doch im Casino oder auf der Rennbahn, ist der Reiz sicher vielfach höher.
Dieser "unrechtmäßige" Zugewinn, sollte wenigstens zu guter Letzt aktiviert werden und etwas bewegen, außer meine Depot-Performance. So fand sich schnell ein kreatives Projekt motivierter Existenzgründer, die diese Summe sinnvoll verwenden konnten. Dort konnte ich mich sogar einbringen, an Reglern spielen und unterstützend agieren. Die Gewinnspanne ist bis heute zwar kleiner und organischer. Sie fühlt sich aber besser und gesünder an....
Inkognito und das ist gut so - mein Mimikri
Ja ich bin zuletzt ein wenig wortkarg und wenig informativ. Man möge mir diesbezüglich keinerlei Zickigkeit oder Desinteresse meinem eigenen Projekt gegenüber unterstellen. Vielmehr bin ich grad in einer stetig wachsenden ToDo-Liste gefangen. Selbstverschuldet sicherlich, mein Hirn zwängt mir immer neue Ideen auf und die meisten sind noch zu unreif um delegiert zu werden, bzw. sind die meisten mir bekannten Gleichgesinnten schon anderweitig oder bei mir eingespannt und frische Qualität erkennt man meist nicht auf Anhieb. So zwänge ich mich selbstgewählt in ein enges Zeitkorsett. Hoffnung verspricht da nur mein gestern gebuchter Flug nach Tobago in die Karibik. Ja dieser August wird mich von meiner Arbeitssucht und dem steten Blick auf meinen Bildschirm abhalten.
Mir war von vornherein klar, dass mein Blogtitel a. abschreckt, b. Nepp verheißt und c. polarisiert. Wundern tun mich allerdings die Versuche meine Identität herauszufinden. Oder mir eine anzudichten. Der Zweck ist mir unklar, es bekräftigt nur meine Entscheidung anonym aufzutreten. Amüsanterweise muss einer meiner (sogar hier auf der Seite benannten) Partner für mich herhalten. Da er meine Zeilen für mich optimiert, würde er uneitel mein Lob auf seine textliche Fingerfertigkeit herausstreichen. An dieser Stelle sei jedenfalls forciert unterstrichen, er ist nicht meine Wenigkeit. Mein wirrer Kontext hat mit ihm nur wenige Schnittstellen, unter anderem eben seine kreative Schreibarbeit für meine abstrus formulierten Gedanken.
Freitag, 7. März 2008
Venture-Slam // 1.000 Euro für originelle Projekte
PS.: Dies ist nur die Vorabidee!!!
Es gibt genügend Querköpfe mit Drang zur Originalität in unserer Gesellschaft. Mutige Ideen, verquere Konzepte und innovative Denkansätze schlummern in ihren Hirnen und warten darauf wachgeküsst zu werden. Aus ihnen könnten Erfolgsgeschichten oder unterhaltsame Flops entstehen - Chance und Scheitern liegen nah beieinander. Doch Scheitern schreckt ab - gerade heute. So bleiben die meisten unsortierten Gedanken dort zurück wo sie entstanden, am Tresen oder in intimer Athmosphäre. Doch Schnapsideen sind nicht zwingend die Schlechtesten.
Der Geldmarkt pumpt Milliarden in obskure Immobilienkredite oder aufgeblähte Aktienunternehmen. Das notwendige Kleingeld für verrückte Ideen, rückt der liberalste Banker nicht heraus. Kapitalgeber wollen Rendite - Wagnisse und wirkliche Innovation oder Originalität passen nicht ins Konzept. Der Schöpfer des Geistesblitzes selbst möchte sich auch nicht unnötig aus dem Fenster lehnen. Leider bleiben uns dadurch einige Interessante Projekte vorenthalten.
1.000 Euro, auf die Hand und zur projektbezogenen Verfügung. Nicht als Kredit, nicht als Beteiligung. Im Zweifel können sie komplett verbrannt werden oder eben idealerweise als Starthilfe taugen ein riskantes Projekt anzuschubsen und eine Erfolgsgeschichte draus machen. Ganz in der Tradition der Slam-Kultur (Singersongwriter-, Kurzfilm-, Poetryslam), stellen sich die Anwärter auf die 1.000 Euro, dem Publikum und der kritischen Jury. Entertainment, Visionen und Geschichten sind gefragt, nicht aber Businessplan und Bonität.
Das ganze moderiert, mit musikalischer Umrandung und mit Thekenkräften, die im Zweifel die Medikamente zum Zungelösen verabreichen. Dazu ein intelligentes Publikum garniert mit Presse, Unternehmern und Ehrengästen...Da geht was.
Ich selbst, hatte das große Glück mit spielerischer Herangehensweise auch finanzielle Erfolge zu etablieren. Nun sehe mich genötigt, den rechten Rahmen zu setzen, auch anderen Freaks eine sonnige Spielwiese zu bieten. Insgeheim hoffe ich natürlich, dass kleine und große Erfolgsgeschichten draus werden. Zumindest hat der Gewinner, von vornherein neugierige Begleiter und ein wenig Öffentlichkeit zum Start.
Ganz umsonst gibt es auch hier nichts - ein paar Spielregeln gilt es zu erfüllen. Genannt seien aber Punkte wie:
- Vorabbewerbung
- zweckgebundene Verwendung des Geldes
- dezente Dokumentation des Projekts in Wort und Bild - sprich Blog
- ein Kurzinterview auf der nächsten Veranstaltung
Die genauen Regularien und vollständige Wettbewerbsbedingungen werden in Kürze kommuniziert. Dies hier taugt als süßer Vorgeschmack auf eine spannende Abendunterhaltung, welche spätestens Ende Mai, hafennah in Hamburg vollzogen wird. Potentielle Interessenten sind hiermit aufgerufen sich schon mal per Email zu melden. Sie bekommen dann als Erste alle ausführlichen Informationen.
Das Schweigen hat ein Ende...
Auch die Gegenwart vergönnt mir Verpflichtungen, welche mich in Schweigen hüllen. Der größte Luxus ist käuflich leider nicht zu erwerben: Zeit. Bahncard 100 sei Dank, wurde mein Bürosessel mit Rollen vergrößert - ein Platz im Abteil mein temporärer Arbeitsplatz. Statt vieler Worte wurden nun Kilometer gerissen. Der Nach- und zugleich Vorteil eines großen Netzwerks und Beziehungsgeflechts sind die dutzenden Städte über die sich die Personen verteilen. Wieder einmal gab ich mich einem Besuchsmarathon hin und klapperte komprimiert, die mir verbundenen Seelen ab. Diverse Kalorien und Lokalgetränke später zurück in Hamburg,, verspüre ich den zwanghaften Drang die vermeintlich Plautze mit gejoggten Kilometern zu vernichten.
Tausend Gründe lassen mich über den Schienenverkehr fluchen, doch bleibt es für mich die romantischste Art der Fortbewegung, ein Abteil zu okkupieren und Deutschland eilt an meinem Fenster vorbei. An keinem Ort kann man gleichzeitig reisen und arbeiten und kommunizieren. Sogar Beine vertreten funktioniert. Wenn nun auch noch Service, Pünktlichkeit und vernünftige Verbindungen installiert würden. Aber dies soll ja bewusst kein Werbeblog werden.
Zumindest ist es ein berauschendes Element Lebensgefühl, der weit verstreuten Bekanntschaft ab und zu in die pixelfreien Augen zu sehen. Messenger, Email, Blog, Porstkarte und auch Brief sind zwar unterhaltsam, aber gemeinsam Lachen und Plaudern in einer realen Welt macht einfach mehr Spass. Außerdem muss ich mich ja zwischendurch mal umschauen, was in diversen Projekten passiert und an welcher Stelle eine weitere Hilfestellung von Nöten ist oder ob man nicht mal wieder etwas gänzlich Neues zurecht spinnen kann.
Dieser Kurzurlaub verführt zu gemeinen Gedanken auf mehr. Immerhin lockt es mich diesen Herbst in die Südkaribik. Deutschland taugt nur bedingt zum kompromisslosen Seele baumeln lassen. Dort allerdings wird mich wohl kein Zug hinbringen. Zudem gilt es erstmal potentielle Ziele auszuloten.
Doch ich schweife ab, nur um meine berechtigte Ausrede für Blogvernachlässigung zu liefern. Ich werde fortan wieder mit Fleiß glänzen und freue mich drauf.
Freitag, 22. Februar 2008
Geld ist nicht egal aber kompliziert...
Früher mied ich den Blick in die Kontoauszüge aus Angst und schlechtem Gewissen, heute ist mir ein Livemitschnitt meiner Kontobewegungen viel zu bewegungsreich. Gut wenn man den notwendigen Überblick delgeiren kann und sich selbst mit Pegelstandsmeldungen begnügt. Natürlich beruhigt mich eine sanfte Aufwärtsbewegung ungemein, doch ist mir jegliches unnötige Detail zu anstrengend. Manchmal, nur um meinen Steuer- und Finanzberater und seine Gehilfen zu stressen, sorge ich mit abstrusen Geldbewegungen und mutigen Investments für gestresste Verwirrung. Mein Hang zu hanseatischen Verträgen und Unternehmensbeteiligung mit Handschlag, sorgt für aufgeregte Hysterie und gehetzte Vertragsausarbeitung. Denn scheinbar lauert überall das Böse. Allerdings gestand mir mein ansonsten höchst konservativer Haushaltschef, zumindest minimale Bewunderung für meinen unorthodoxen Geschäftsstil. "Der Erfolg gibt ihnen Recht und ich erlebe ja mit ihnen wenigstens mal etwas Abenteuer" diesen leicht berauschten Ausspruch bereut er bis heute, zumal ich mich nicht scheue ihn damit aufzuziehen.
Bin ich riskant, kopflos und willfährig? Nein, nicht im Geringsten. Ich denke aber nicht immer zu erst daran, eine maximale Rendite zu erobern, sondern gehe nur Geschäfte ein bei denen ich mir wirklich etwas erhoffe und die ich mit meinen Fähigkeiten oder Kontakten ausbauen kann. Anstatt vertraglich das größte Stück vom Kuchen abzugreifen, versuche ich lieber einen voluminöseren Kuchenteig anzukneten. Wo genug zu verteilen ist, feilsche ich nicht um Krümel.
Steuerlich sieht es ähnlich aus. Deutschland bietet ja für denselben Stapel Fakten verschiedenste Lösungen, welche zu unterschiedlichsten Steuerlasten führen. Hehrscharen von Steuerprofis finden Schlupflöcher und Sonderwege, zur Schmälerung der abzuführenden Summe. Ich verwende diese Energie, auch die delegierte, lieber für größere Wertzuwächse vor Steuern. Das was abfällt, tut heute nicht mehr weh. Früher umso mehr, den existentiell notwendige Einsparungen ehren jeden Euro, heutzutage finde ich solches Verhalten pedantisch. Ich musste mich früher schon über Menschen amüsieren, die penibelst und zeitaufwendig Haushaltsbuch führen, um sämtliche Kosten im Blick zu bewahren. Wahrscheinlich war es lediglich Galgenhumor, entstanden durch meine eigene Unfähigkeit zu so selbstreflektiertem vernünftigen Verhalten.
Entspannte Freude hüllt mich ein, in dem Wissen um externe Kompetenz, die mir solche Lasten nehmen und Spielraum gewähren, experimentelle und originelle Geldmehrung zu betreiben.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Waschtag in Liechtenstein - Die Kanzlerin zeigt konjugierte Härte
Nur ein schüchterner Nachtrag, nach dem Presseschwenk. Nun wird lanciert, dass Ottonormalversteuerer einen Großteil des Steuerbetrugs verursacht. Wie erwähnt, halte ich wenig von unterfüttertem Staatshaushalt. Die abgesetzte Postkarte ist schon peinlich genug. Doch geht mir die neue Diskussion am Thema vorbei.
Zunächst einmal wird diese Summe generiert durch Millionen von kleinen Fischen, die nichtmal prozentual auf selbigem Niveau bescheissen. Besondere Betonung liegt aber auf der Intention. Ohne es gutzuheißen, betrügt es sich in der unteren Gehaltsskala mit vornehmlich einem Sinn und Zweck: Dem mehr liquide Mittel zu halten. Das hinterzogene Tälerchen wird zeitnah via Konsum in Umlauf gehalten. Oft gibt es eine zumindest minimale Not als Beweggrund. Oben, wo die Sonne scheint, können es keine fehlenden Geldmittel sein, die verleiten. Es herrscht pure Gier und Habsucht.
Die Unterschiede und der kriminelle Aufwand sprechen für sich. Wenn Millionäre oder Milliardäre betrügen, ist es etwas grundlegend anderes. Und gehört angemessen bestraft. Ich wünsche mir eine sachliche Debatte, mit einer Vereinfachung des Steuerrechts zur Folge und eine Bewusstseinsentwicklung auf jeder Ebene. Der Staat sind wir alle, ihn zu schädigen, schädigt die Schwächsten.
Zumwinkel, zeige Größe!
PS.: Gern widme ich mich in Kürze wieder dem eigentlichen Thema, der Zorn zwingt mich, zu springen.
Dienstag, 19. Februar 2008
Zumwinkel mit der Hölle - die DVD zu den wahren Sozialschmarotzern
Tagespolitische Umstände verdrängen an dieser Stelle die Dokumentation meiner Lebensgeschichte. Erschöpfend weiden sämtliche Medien den aktuellen Skandal und die zugehörige Prominenz aus. Dem will ich nicht nachstehen, gerade weil mein Blog das Thema Geld und Reichtum zum Thema hat.
Vorab erwähnt, erfülle ich meine Steuerpflicht - nicht freudig erregt, aber doch gewissenhaft. Die momentanen Geschehnisse ekeln mich an, den sie entbehren jeder Aufrichtigkeit. Die vermutete Höhe der hinterzogenen Steuern wirkt an sich schon üppig. Doch erst im Gesamtzusammenhang wird die wahre Perversion sichtbar. Dem fehlenden Steueraufkommen, steht eine wesentlich üppigere Grundsumme, die es zu versteuern galt gegenüber. Dazu addieren sich die legalen und steuerbereinigten Grosssummen, die Herr Zumwinkel ebenso abgreift. Nach Addition fühlt sich die Zahlenwelt noch wesentlich irrealer an.
Die Unterschicht nimmt einen immer größeren Platz in der Gesellschaft ein und lernt mit Kleinstgeld zu überleben oder zumindest die Verschuldung abzubremsen. Parallel bekämpft unser niveaureduziertes Volksblatt Bild, mit großen Lettern, die Sozialschmarotzer und andere finanziell übervorteilte Randgruppen. Oben an der Spitze scheint die dünne Luft jedoch die Hirnregionen für soziale Verpflichtung unterzuversorgen.
Zumwinkel, mit Orden und Preisen dekorierter Spitzenmanager, des Politikers Vorzeige-Kapitalist, steht nun am Pranger. Wofür eigentlich? Es wird gespürte Notwehr gewesen sein, die ihn trieb, seiner Heimat, ihren Anteil vorzuenthalten. Sein Gerechtigkeitsgefühl war angegriffen, angesichts der immer wieder großen Steuersumme, die seinen Kontoeingang schmälerte. Mit diesem Wehmut steht der Postvordere a.D. nicht allein in deutschen Landen. Spitzensportler, A. und B. Prominenz und Führer unserer Wirtschaft nutzen das professionelle Angebot zur Steuerschmälerung ungeniert, mit einer Art von egoistischem "Robin Hood"-Gefühl. Der Gesellschaft steht ihrer Meinung nach nicht zu, in dem Maße an ihrem Erfolg zu partizipieren.
Deutschland, im internationalen Vergleich ein Hort der Sicherheit. Gerade finanzielle Potentate in anderen Regionen, genössen die mangelnde Korruption und halbwegs existente Sicherheit dieserorts nur zu gern. Infrastrukturell und mittels Subventionen legt gerade diese Heimat überhaupt erst den Grundstein für manch finanziellen Höhenflug. Doch das scheint längst vergessen. Liechtenstein, Monaco und andere Zwergstaaten wirken da weltoffener und attraktiver. Fehlende Dankbarkeit und mangelnde Demut bereiten der Wirtschaftskriminalität erst den Boden. Die Haftung zu eben diesem scheint längst verloren.
Knappe 150 Jahre müsste man aufbringen, um mit erschlichenem Hartz 4 Deutschland den selben wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Doch das Ansehen eines Zumwinkel, wird das eines jeden aufrichtigen Zahlungsempfängers ein Leben lang überstrahlen. Postgelb vor Neid, wird man niemandem aus dem Prekariat verübeln, tiefsten Hass auf "die da oben" zu verspüren. Zum Glück zahlt die breite Masse brav ihren Anteil, für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung, so dass die Elite noch lang nicht zittern muss.
Steuern dienen dem Staatsbetrieb, dessen Nutznießer ich bin. Diese können nur prozentual erhoben werden und sind sicher optimaler zu gestalten, doch dass sich einige dem System gänzlich entziehen muss unterbunden werden und hart und vor allem finanziell spürbar bestraft werden. Ansonsten leidet das allgemeine Rechtsempfinden zum Schaden der Gesamtgesellschaft.
Es geht auch anders, wie reiche und ungeizige Gönner und Stifter aufzeigen (eine Stiftung dient außer in Liechtenstein normalerweise der Allgemeinheit). Peter Krämer sei an dieser Stelle genannt. Selbst ein Bill Gates oder Warren Buffet zeigen, aus welchen Gründen auch immer, mehr Bewusstsein und Aufrichtigkeit für die Welt in der sie leben.
Unendlicher Reichtum kann eine verarmte Seele nicht kaschieren. Ich wünsche üble Träume, euch DVD-Stars und Ermittlungserfolge, euch Steuerfahndern.
Freitag, 15. Februar 2008
Meine Bank heißt Kasper
Die Erinnerungen an nächtliche Rendezvous mit dem Automatenvoraum der Sparkasse haben sich tief in mein Hirn eingebrannt. Tagsüber traute ich mich schon längst nicht mehr dort hinein. Zu groß war das Risiko, meinen Berater zu kreuzen. Seine Nummer auf meinem Display jagt mir heute noch Schrecken ein. Auch waren diese Automaten tagsüber viel zu frequentiert - den Augenblick der Schande wollte ich lieber allein mit meinem blechernen Gegenüber zelebrieren. Im Zeitalter modernster Computertechnik begegnet man in Bankvorräumen nostalgischen Prozessoren, die einem das Leben zur Hölle machen. Die Zeitspanne zwischen monetärer Wunschäußerung und dem erlösenden Rattern der Zählmaschine für die Scheine zieht sich elends in die Länge. Zeit genug für den Körper neben schweißnassen Händen und erhöhtem Blutdruck auch Angstzustände und unkontrollierte Aggression zu schüren. Neben dem Erlösungsmoment gibt es zwei Eskalationsstufen. Das rote Kästchen mit der Aussage "Auszahlung zur Zeit nicht möglich" lässt Spielraum für abwegige Gedankensprünge (Vielleicht ist der Automat leer oder die Haspa ist Pleite). Das unangenehmste Szenario ist die verschwundene Karte und die Aufforderung einen Bankschalter aufzusuchen. Befinden sich weitere Besucher im voraum kann man erstere Situation noch überspielen, da man ja womöglich nur online seinen Kontostand prüfen wollte. Die mitleidigen Blicke, wenn die Karte allerdings verschluckt wurde sorgen für Erniedrigung, deren Maximierung sich exakt dann einstellt, wenn man dem Befehl gehorcht und den Kontakt zum Mitarbeiter sucht. Grenzwertige Pädagogik, Vorhaltungen und spürbare Abscheu treffen auf ein gebrochenes Ego und einen leeren Magen.
Zur allgemeinen Belustigung bietet sich hierzu eine Weiterverwertung an. Höhnisches Automatengelächter und das unüberhörbare Geräusch einer geschredderten Karte oder eine Aufforderung zu einer Runde Tetris im Expertenmodus, bei der man einen Almoseneuro gewinnen kann. Die Aufzeichnungen der verschieden Reaktionen werden direkt bei Youtube hochgeladen und im Moment der größten Peinlichkeit und fehlender Souveränität spuckt der Automat einen Konfettiregen aus der pulverisierten Karte aus. Der virale Nebeneffekt wäre die Entledigung unliebsamer Kunden mit Pleitetendenz, zu deren Aufnahme die Landessparkassen gezwungen sind. Eine tägliche Platzierung in der Bild mit dem Pleitegeier des Tages würde diese Wirkung nur verstärken.
Donnerstag, 14. Februar 2008
Einschub für Dichter und Denker oder Blöffer und Spinner
An dieser Stelle klammere ich mein eigenes Leben mal aus. Nicht ohne Grund verweise ich an dieser Stelle auf ein spannendes Projekt. Bonspin - eine Art Ideenbörse, die sich die Anzahl denkender Köpfe in einer Community zunutze macht.
Offensichtlich befindet man sich noch in der Start-Up-Phase, aber da ist schon Bewegung zu erkennen. Hier kann man seine Probleme abladen und Lösungen anfordern, bzw. und das wird die Meisten reizen: Wer findige Ideen, knapp auf den Punkt bringt wird belohnt. Im Gegensatz zu den meisten Communities, gibt es hier neben Fame und sozialer Anerkennung auch ein bißchen monetäre Belohnung.
Warum lass ich mich auf einmal zu Werbung hinreissen? Bin ich käuflich? Nein nur ein bißchen egoistisch. Auch ich habe dort ein Projekt angelegt, welches direkt Bezug auf meinen Blog nimmt. Und irgendwie hege ich Hoffnung, dass zumindest ein mir wohlgesonnener Leser, die knackige Idee liefert, die ich suche.
Außerdem Empfehlungen sind das halbe Leben...ich sage ja zu Bonspin und bin gespannt was da kommt. Und nein ich bin weder verwandt noch verschwägert und stehe in keinerlei Bezug dazu. Just need some help.
Mittwoch, 13. Februar 2008
Der Gutmensch will sehen...
Heilig bin ich wohl nicht. Weiß sehr wohl um peinliche Momente meines Lebens und auch um Dinge, bei denen eine Entschuldigung nicht unangebracht wäre. Glücklicherweise verteilen sich meine Fehltritte und Unzulänglichkeiten auf mehrere Personen, so dass ich mir konstante Niederwerfungen ersparen kann. Auch hab ich einen dezenten Hang zum Eogismus und Prasserei, Verschwendung und unangebrachte Geschenke passieren selten, vor allem nicht zu dem Zweck Freundschaft oder Wohlwollen zu erschleichen.
Und doch lastet ein wenig schlechtes Gewissen auf meinen Schultern und so mühe ich mich um ein wenig Ausgleich. Allerdings ohne dem Leadsänger von U2 gleichzuziehen. Imageträchtige Gutmenschelei, macht meinen Magen in Aufwärtsrichtung nervös. Mich selbst bei solchem Unterfangen zu beobachten kann nur zu allergischen Reaktionen führen. Autoallergie muss der Hölle gleich sein. Doch querfeldein, findet sich immer ein Weg, seine Interessen und die eines Teiles der Allgemeinheit zu kombinieren. Teilweise reicht es auch, nur eine Person glücklich zu machen. Wenn das eigene Ego dann auch noch aufpoliert wird, umso besser.
Der erwähnte Kindergartenjob, ist so ein Fall. Ich leiste und werde finanziell entlohnt (wie im sozialen Beriech üblich, weit unter Wert). Darüber hinaus gibts aber Ovationen,